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EWU, Geldmengenaggregate

Zur Durchführung einer einheitlichen Geldpolitik für das Eurowährungsgebiet benötigt die EZB umfangreiche Informationen über den geldschöpfenden Sektor. Dabei zählen die bankstatistischen Gesamtrechnungen zu den wichtigsten Entscheidungsgrundlagen. Diese umfassen die von der EZB aus den nationalen Beiträgen der Mitgliedsländer aufgestellte konsolidierte Bilanz des Sektors der Monetären Finanzinstitute (MFIs) für das Eurowährungsgebiet und die daraus abgeleitete Entwicklung der Geldbestände im Bilanzzusammenhang, deren Auswertung als Monetäre Analyse bezeichnet wird.

Neben den Informationen über den geldschöpfenden Sektor werden zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Gebietes der Europäischen Währungsunion auch effektive Wechselkurse des Euro sowie allgemeine Wirtschaftsindikatoren herangezogen. Zu Letzteren zählen insbesondere das reale Bruttoinlandsprodukt, die Industrieproduktion, die Kapazitätsauslastung der Industrie, die Arbeitslosenquote und der Harmonisierte Verbraucherpreisindex.

Geldmenge M3, monatliche Veränderungen

Geldmenge M3 / EWU / insgesamt / Monatliche Veränderung Geldmenge M3 / Deutscher Beitrag / Monatliche Veränderungen      (ab 01.2002 ohne Bargeldumlauf)

 

 

Bankstatistische Gesamtrechnung

Konsolidierte Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs)

Gegenstand der konsolidierten Bilanz sind die Aktiva und Passiva der Monetären Finanzinstitute, die den geldschöpfenden Sektor des Eurowährungsgebietes bilden. Dabei wird zunächst je eine Teilbilanz für das Eurosystem und die sonstigen MFIs erstellt. Erstere wird auch als konsolidierter Ausweis des Eurosystems bezeichnet. Für den Deutschen Beitrag werden die Daten der monatlichen Bilanzstatistik der Deutschen Bundesbank als MFI herangezogen. Der Deutsche Beitrag für die Teilbilanz der sonstigen MFIs beinhaltet die bilanzstatistischen Meldungen der Kreditinstitute einschließlich der Bausparkassen und Geldmarktfonds.

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Entwicklung der Geldbestände im Bilanzzusammenhang

Die geldpolitische Strategie des Eurosystems räumt der Entwicklung der Geldmenge eine wichtige Rolle ein. Im Rahmen der monetären Analyse wird die Entwicklung der Geldmengenaggregate (M1, M2 und M3) sowie der ihnen im Bilanzzusammenhang gegenüberstehenden Bestimmungsfaktoren untersucht. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das Wachstum der Geldmenge M3, für welches als Orientierungsgröße ein Referenzwert von jährlich 4,5 % festgelegt wurde.

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Saisonbereinigte monetäre Indikatoren

Neben den Ursprungswerten werden saison- und kalenderbereinigte Zeitreihen angeboten. Die bereinigten Angaben werden nach dem Census-Verfahren X-12-ARIMA, Version 0.2.8, geschätzt. Für weitere Informationen zur Saisonbereinigung siehe:

Allgemeine Wirtschaftsindikatoren

Reales Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Währungsunion ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung dieser Ländergruppe in einem bestimmten Zeitraum.

Es misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen nach Abzug der Vorleistungen in den Grenzen der Länder der EWU, und zwar unabhängig davon, ob sie von Gebietsansässigen dieses Wirtschaftsgebiets oder von so genannten Einpendlern erbracht wurde. Seit der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden die realen Angaben als Laspeyres-Kettenindex in Preisen des Vorjahres berechnet und mit dem Referenzjahr 2000=100 ausgewiesen. Die Veränderungsraten dieses Index, der die Wirtschaftsentwicklung zu konstanten Preisen (Preise des Vorjahres) zeigt, sind die zentralen Messgrößen für das Wirtschaftswachstum in der EWU. Das BIP ist damit die wichtigste Größe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und wird sowohl als Quartals- als auch als Jahresreihe publiziert.

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Industrieproduktion

Der Produktionsindex misst die Veränderung der monatlichen Produktionsleistung des Verarbeitenden Gewerbes, Bergbaus und der Energie dem Volumen nach seit dem Basisjahr 2000. Er ist aufgrund seiner Periodizität, seiner schnellen Verfügbarkeit und der tiefen Untergliederung nach Wirtschaftszweigen ein zentraler und aktueller Indikator für die konjunkturelle Entwicklung.

Die aktuellen monatlichen Produktionsindizes sind vorläufig und enthalten noch Schätzungen.

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Kapazitätsauslastung in der Industrie

Die Daten zur Kapazitätsauslastung (in Prozent) des Verarbeitenden Gewerbes in der Europäischen Währungsunion werden von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen, im Rahmen der monatlichen harmonisierten Konjunkturumfragen vierteljährlich in der Europäischen Union erhoben. Nationale Einrichtungen/Institutionen führen diese Befragungen im Auftrag der Kommission in allen Mitgliedstaaten bei einer länderspezifischen Anzahl von Unternehmen durch. Diese Befragungsergebnisse werden nach länderspezifischen Unternehmensklassifizierungen gewichtet und zu einem nationalen gewogenen Durchschnittswert verdichtet.

Die Europäische Kommission errechnet aus diesen nationalen Werten Aggregate für die Europäische Union und die Eurozone. Dabei dienen die über die letzten zwei Jahre gemittelten Länderanteile an der jährlichen Bruttowertschöpfung zu konstanten Preisen von 1995 für die Europäische Union als Gewichtungsschema.

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Arbeitslosenquote

Die standardisierte Arbeitslosenquote ist der prozentuale Anteil der Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen (einschl. nicht kasernierte Militärangehörige). Nach den Kriterien der International Labour Organisation (ILO) sind Personen zwischen 15 und 74 Jahren arbeitslos, die ohne Arbeit sind, innerhalb der beiden nächsten Wochen eine Arbeit aufnehmen können und während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben. Als zivile Erwerbspersonen gelten zivile Erwerbstätige und Arbeitslose. Primäre Grundlage für die Schätzung der monatlichen Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitslosenquote sind Angaben aus der vierteljährlichen Arbeitskräfteerhebung der Gemeinschaft, einer EU-weit einheitlich definierten Haushaltsbefragung. Für die Berechnung der monatlichen standardisierten („harmonisierten“) Arbeitslosenquote werden diese, ergänzt um vorhandene Länderdaten, mittels verschiedener Rechenverfahren kompatibel gemacht (z.B. Umrechnung von Vierteljahresdaten in Monatsdaten, Schätzungen).

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Harmonisierter Verbraucherpreisindex

Verbraucherpreisindizes messen für die jeweilige Berichtsperiode die durchschnittliche Preisveränderung aller Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Basisjahr, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Die nach einem EU-weiten harmonisierten Ansatz und einheitlichen Definitionen berechneten harmonisierten Verbraucherpreisindizes (HVPI) der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion fließen in den vom Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat) berechneten und veröffentlichten Verbraucherpreisindex der Europäischen Währungsunion (VPI-EWU) ein. Der Erfassungsbereich der HVPI ist definiert durch die monetären Konsumausgaben der privaten Haushalte nach den Konzepten des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 1995). Die HVPI sind vom Typ Laspeyres und werden als Kettenindizes mit jährlich wechselnden Gewichten berechnet. Das Referenzjahr ist 2005=100. Der Verbraucherpreisindex der Europäischen Währungsunion (VPI-EWU) dient dem Eurosystem in erster Linie als Maßstab für die Geldentwertung im Euro-Raum.

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