
Die Deutsche Bundesbank erhebt seit 1976 nach den Bestimmungen der Außenwirtschaftsverordnung jährlich die Statistik über die Direktinvestitionsbestände (DI).
Seit mehreren Jahren gewinnt die Datenbasis angesichts der fortschreitenden Globalisierung der deutschen Volkswirtschaft zunehmend für Forschungszwecke an Bedeutung. Dabei hat sich ein aktives Forschungsnetzwerk externer und interner Wissenschaftler herausgebildet, das einschlägige Fragen zu DI untersucht und veröffentlicht.
Die wesentliche Grundlage der Untersuchungen bildet die „Mikrodatenbank Direktinvestition“ (MiDi). Sie enthält anonymisierte Einzelmeldungen ab dem Jahr 1989 und liegt ab 1996 als Paneldatensatz vor. Auswertungen dieser Daten findet man regelmäßig in den Statistischen Sonderveröffentlichungen der Bundesbank.
Zu diesem Themenbereich veranstaltet die Bundesbank jährlich einen Workshop. Dieser ermöglicht Mitgliedern unseres FDI-Netzwerks neue Beiträge auf Basis dieser Daten zu präsentieren. Darüber hinaus informieren Spezialisten aus der Deutschen Bundesbank über neue Entwicklungen des Datensatzes.
Im Rahmen des Refinanzierungsgeschäfts erhält die Bundesbank Jahresabschlüsse nicht-finanzieller Unternehmen. Diese stellen einen Beitrag zum Jahresabschlussdatenpool dar, der als Datenbasis für die regelmäßigen statistischen Auswertungen zur Ertragslage und den Finanzierungsverhältnissen deutscher Unternehmen dient. Die Daten liegen derzeit für den Zeitraum 1987 bis 2005 vor und können - unter gewissen Einschränkungen - mit Angaben aus den Jahren 1972 bis 1986 ergänzt werden. Die Jahresabschlussdaten aus dem Refinanzierungsgeschäft können auch zu Forschungszwecken genutzt werden.
Der Auslandsstatus der Banken weist die Forderungen und Verbindlichkeiten der Banken in Deutschland sowie ihrer Auslandsfilialen und -töchter gegenüber Gebietsfremden aus. Grundlage für die Mikrodatenbank bilden die monatlichen Einzelmeldungen aller deutschen Banken seit Januar 2003.
Der Auslandsstatus beinhaltet Aktiva und Passiva deutscher Banken gegenüber ausländischen Banken, Unternehmen und Privatpersonen, sowie öffentlichen Haushalten. Die Mikrodatenbank umfasst weitere Aufgliederungen der Vermögenswerte nach Empfängerland, ursprünglicher Währung des berichteten Bestandes, sowie nach Art und Frist der Anlageform. Daneben enthält sie die Fremdwährungsaktiva und -passiva der inländischen Banken gegenüber Inländern.
MiMiK enthält Informationen zu einzelnen Kreditbeziehungen. Es werden alle Kredite über 1,5 Mio Euro von Banken in Deutschland an Unternehmen weltweit erfasst. Sie enthält die Höhe des Kredits, Informationen zu der Art des Kredits (bilanziell oder außerbilanziell) und liefert verschiedene Informationen zum Kreditgeber (Name, Bankengruppe) und zum Kreditnehmer (Name, Adresse, Rechtsform, Branche, Information, ob Unternehmen insolvent wurde). Die Datenbasis startet 1993.
BAKIS, das bankaufsichtliche Informationssystem der Deutschen Bundesbank, enthält Daten über Banken in Deutschland, und zwar auf Basis des einzelnen Instituts sowie auf Basis von Bankkonzernen. Zu den erhobenen Daten zählen die Jahresabschlüsse, quantitative Prüfberichte, sowie Meldungen zur Solvabilitäts- und Liquiditätsverordnung. Die elektronisch erfassten Daten reichen zurück bis 1993. Ergänzt werden diese Informationen durch Stammdaten der betreffenden Banken (z.B. Sitz, Bankengruppenzugehörigkeit, besondere Vorfälle).
Die EWU-Zinsstatistik wird als volumengewichtete Stichprobe von etwa 200 Banken erhoben. Gegenstand sind die von inländischen Banken (MFIs) in Deutschland angewandten Zinssätze für auf Euro lautende Einlagen und Kredite gegenüber in den Mitgliedstaaten der EWU gebietsansässigen privaten Haushalten und nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften. Dabei werden sowohl Bestände am Monatsende als auch das Neugeschäft innerhalb eines Monats erhoben. Die Daten sind ab Januar 2003 verfügbar. Weitere Informationen finden Sie im Bereich Meldewesen auf der Seite der MFI-Zinsstatistik sowie im Bereich Statistik unter Zinsen und Renditen.
Mit der monatlichen Bilanzstatistik werden die Aktiva und Passiva der inländischen Banken nach dem Stand der Bücher am Monatsende erhoben. Sie ist damit die umfassendste statistische Erhebung des Bankgeschäfts in Deutschland und bildet den Kern des bankstatistischen Meldewesens.
Die Meldung besteht aus einer Bilanz und ergänzenden Anlagen mit den für die Analyse wichtigen Untergliederungen der Bilanzpositionen nach Arten, Fristen und Sektoren der Schuldner bzw. Gläubiger. Die Erhebungsvordrucke enthalten auch eine Zusammenstellung der reservepflichtigen Verbindlichkeiten der Banken sowie des daraus ermittelten Reserve-Solls. Wie die meisten bankstatistischen Erhebungen fungieren die Meldungen zur monatlichen Bilanzstatistik nach § 25 KWG gleichzeitig auch als bankaufsichtliche Monatsausweise. Die Mikrodaten sind ab 1993 verfügbar.
Die in der monatlichen Bilanzstatistik (BISTA) gemeldeten Kredite der Banken an Unternehmen und Privatpersonen in Deutschland werden in der Kreditnehmerstatistik vierteljährlich weiter nach Wirtschaftsbereichen untergliedert. Diese Statistik gibt Aufschluss über die Struktur und die Entwicklung des Kreditgeschäfts mit den wichtigsten Gruppen der privaten Kreditnehmer. Seit April 1995 werden die Daten auf der Grundlage der Wirtschaftszweigsystematik WZ 93 des Statistischen Bundesamts erhoben und veröffentlicht. Daten für Forschungszwecke stehen ab 1992 zur Verfügung.