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Elektronischer Massenzahlungsverkehr

Bild Logo des Elektronischen Massenzahlungsverkehr; die Buchstaben EMZDie Bundesbank ist auch im Massenzahlungsverkehr operativ tätig und betreibt mit ihrem EMZ-System (Elektronischer Massenzahlungsverkehr) eine wichtige Clearingeinrichtung im Euroraum. Im Gegensatz zum Individualzahlungsverkehr strebt die Bundesbank im Massenzahlungsverkehr aber nur eine komplementäre Rolle an; dieses macht auch der vergleichsweise niedrige EMZ-Marktanteil von 15% - gemessen am gesamten unbaren Zahlungsverkehr in Deutschland - deutlich. Mit ihrer operativen Aktivität trägt die Bundesbank zur hohen Effizienz und Sicherheit sowie zu kurzen Laufzeiten im deutschen Zahlungsverkehr bei. Neben einem wettbewerbsneutralen Zugang für alle Kreditinstitute bietet sie - wegen der Kontoverbindung aller Banken zur Bundesbank - eine bundesweite Erreichbarkeit.

Beim EMZ handelt es sich um ein kostengünstiges System zur Abwicklung nicht eilbedürftiger Zahlungen. Der EMZ wurde von der Bundesbank Anfang der 70er Jahre eingeführt. Wesentliches Kennzeichen ist die Dateiorientierung bei der Ein- und Auslieferung sowie bei der Verarbeitung. Die Ein- und Auslieferung von Zahlungen basiert grundsätzlich auf dem Kommunikationsverfahren der Elektronischen Öffnung der Bundesbank (EÖ-Verfahren). Seit 9. Januar 2006 bietet die Bundesbank einen SWIFTNet-Zugang an und seit dem 26. Januar 2009 wird zusätzlich das Kommunikationsverfahren EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) unterstützt. Rund 700 Kreditinstitute und sonstige Kontoinhaber der Bundesbank, beispielsweise öffentliche Verwaltungen, nutzen den EMZ und reichen arbeitstäglich rund 9 Millionen Aufträge (im Gegenwert von 8 Milliarden Euro) ein, die sich zu rund 40 % auf Überweisungsaufträge und zu rund 60 % auf Einzugsaufträge (Lastschriften und umgewandelte Schecks) aufteilen. Neben den günstigen Transaktionspreisen profitieren die Einreicher von der floatfreien Geldverrechnung. Durch die Bruttoabwicklung im EMZ ist ein Kreditrisiko für den Zahlungsempfänger ausgeschlossen.

Seit November 2003 hat die Bundesbank ihr bis dato nationales EMZ-Clearingverfahren auch für grenzüberschreitende europäische Zahlungen geöffnet (Anbindung an das STEP2-Verfahren der Euro Banking Association). Sie bietet damit den deutschen Kreditinstituten – wie im Inland – eine neutrale Schnittstelle zu übergreifenden paneuropäischen Strukturen. Insbesondere öffentliche Verwaltungen nutzen die Anbindung des EMZ an STEP2 intensiv, um ihre grenzüberschreitenden Euro-Massenzahlungen EU-weit abzuwickeln.

Darüber hinaus ist die Bundesbank Mitglied der Vereinigung europäischer Clearinghäuser (European Automated Clearing House Association, EACHA), die ursprünglich als formloser Zusammenschluss organisiert und Ende September 2006 nach belgischem Recht formalisiert wurde.

EMZ-Erläuterungsgrafik

Auch im EMZ-Verfahren kooperiert die Bundesbank mit der deutschen Kreditwirtschaft. So wird das Verfahren in enger Abstimmung mit der Kreditwirtschaft kontinuierlich verbessert. Außerdem beabsichtigt die Bundesbank, den EMZ im Zuge der Entwicklung eines Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA) durch Berücksichtigung der sich aus den neuen SEPA-Zahlungsinstrumenten und paneuropäischen Standards ergebenden Anforderungen zu einem modernen, SEPA-kompatiblen Clearingverfahren weiter zu entwickeln.

Weitere Informationen zur Zahlungsabwicklung im EMZ können dem nachfolgenden Informationsblatt entnommen werden.

 

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