
Der EZB-Rat beschloss am 6. Juli 2006, gemeinsam mit Zentralverwahrern und anderen
Marktteilnehmern die Möglichkeiten für eine neue, zentrale Wertpapierabwicklung
in Zentralbankgeld zu untersuchen. In dem TARGET2-Securities genannten Service
sollen sowohl die Geld- als auch die Wertpapierseite auf einer einzigen Plattform
abgewickelt werden. Mit einer effizienteren Abwicklung der nationalen und grenzüberschreitenden
Wertpapiertransaktionen in Zentralbankgeld kann die Integration der
europäischen Geld- und Kapitalmärkte verbessert werden. Bei TARGET2-Securities
handelt es sich um einen reinen Abwicklungsservice für Wertpapiere aller Art. Die Verwahrung und die damit verbundenen Dienstleistungen
verbleiben in den Händen der nationalen Zentralverwahrer.
Auf seiner Sitzung am 8. März 2007 bestätigte der EZB-Rat die grundsätzliche Machbarkeit unter wirtschaftlichen, rechtlichen, fachlichen und technischen Gesichtspunkten sowie eine Verwendung der für TARGET2 aufgebauten Gemeinschaftsplattform. Die Deutsche Bundesbank, die Banque de France und die Banca d’Italia (3ZB), die bereits für die Entwicklung und Betrieb von TARGET2 verantwortlich zeichnen, sind bereit, den neuen Service gemeinsam mit dem Banco de España (3ZBplus) im Auftrag des Eurosystems zu entwickeln und auf der Gemeinschaftsplattform zu betreiben. Durch den gemeinsamen Betrieb von TARGET2 und TARGET2-Securities lassen sich über Synergieeffekte erhebliche Einsparungen sowie Verbesserungen im Liquiditäts- und Informationsmanagement der Banken erzielen.
In der Folgezeit wurde in intensiver Zusammenarbeit von allen potenziellen Nutzern, Zentralverwahrern und Notenbanken ein umfangreiches Dokument mit den TARGET2-Securities-Nutzeranforderungen erstellt. Um die Anforderungen der Marktteilnehmer möglichst weitgehend zu berücksichtigen, wurden die T2S-Nutzeranforderungen vom EZB-Rat am 18. Dezember 2007 öffentlich für drei Monate zur Konsultation gestellt. Gleichzeitig wurde der Markt auch zur Methodologie für die Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen von TARGET2-Securities konsultiert. Sämtliche Stellungnahmen fanden Eingang in die endgültigen T2S-Nutzeranforderungen und weitere Dokumente (u. a. die endgültige Methodologie und die Ergebnisse der Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen).
Am 23. Mai 2008 unterbreitete der EZB-Rat den europäischen Zentralverwahrern den Vorschlag, sich der Initiative TARGET2-Securities anzuschließen mit der Aufforderung, die EZB bis zum 4. Juli 2008 darüber zu informieren, ob sie TARGET2-Securities unterstützen und den Dienst nach Inbetriebnahme im Jahre 2013 zu nutzen beabsichtigen.
Auf der Basis der positiven Rückmeldungen nahezu aller europäischen
Zentralverwahrer entschied der EZB-Rat am 17. Juli 2008, das Projekt TARGET2-Securities
zu starten und die bis zu seiner Vollendung erforderlichen Mittel zur Verfügung
zu stellen. Ferner beschloss er, die 3ZBplus mit der Entwicklung und dem Betrieb
von TARGET2-Securities zu betrauen. Das Projekt tritt damit in die Spezifikationsphase ein (siehe Organisationsstruktur).
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Europäischen Zentralbank oder über das TARGET2-Securities Projektbüro der Deutschen Bundesbank T2S@bundesbank.de.