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Das Buchgeld


Bargeldlos bezahlen

Damit das Buchgeld seine Funktion als Zahlungsmittel erfüllen kann, sorgt das Bankensystem dafür, dass es zwischen den Konten hin und her fließen kann. Es stellt zwei Instrumente (Überweisungen und Lastschriften) bereit, welche die Kundschaft mittels verschiedener Verfahren („Zugangswege“) einsetzen kann. Inzwischen gibt es eine große Zahl unterschiedlicher Verfahren. Sie unterscheiden sich unter anderem in den Sicherheitsvorkehrungen, die zum Einsatz kommen.

Sicherheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr

Im bargeldlosen Zahlungsverkehr spielen Sicherheitsaspekte für alle Beteiligten eine wichtige Rolle. Ein zentraler Aspekt ist dabei: Banken und Anbieter von Zahlungsdiensten müssen prüfen, ob die Zahlung von einer berechtigten Person veranlasst wurde. Traditionell wird für diese Prüfung die persönliche Unterschrift genutzt. Inzwischen gibt es zahlreiche weitere Verfahren, die zum Teil auch auf das Online-Banking und Zahlvorgänge im Internet ausgelegt sind. Diese Verfahren stützen sich auf die Kriterien Besitz (Debit- oder Kreditkarte, Smartphone), Wissen (Persönliche Identifikationsnummer PIN, Passwort) und Biometrie (Fingerabdruck, Iris-Erkennung). Um die Sicherheit zu erhöhen, sollten bei einem Zahlvorgang mindestens zwei dieser Kriterien geprüft werden.

Instrumente des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

Hinter jedem Zahlvorgang steht üblicherweise eine Überweisung oder eine Lastschrift. Eine Überweisung geht immer vom Zahler aus und wird von ihm ausgelöst. Eine Lastschrift hingegen wird vom Zahlungsempfänger beauftragt, der den Betrag nach vorheriger Genehmigung durch den Zahler von dessen Konto abbuchen lässt.

Überweisung

Bei einer Überweisung erteilt der Zahlungspflichtige seiner Bank den Auftrag, von seinem Konto einen bestimmten Betrag auf das Konto eines bestimmten Emp­fängers (häufig bei einer anderen Bank) zu übertragen. Das eigene Konto wird dann „belastet“, das des Zahlungsempfängers erhält eine Gutschrift als Sichteinlage. Für Überweisungen in Euro innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland steht seit Februar 2008 ein einheitliches europaweites Verfahren, die SEPA-Überweisung, zur Verfügung.

Der Dauerauftrag ist eine besondere Form der Überweisung. Er bietet sich an, wenn regelmäßig wiederkehrende Zahlungen in gleichbleibender Höhe geleistet werden müssen (z. B. für die Miete oder für Vereinsbeiträge).

Der Zahler erteilt seiner Bank einmal den Auftrag, zu regelmäßigen Terminen (z. B. am ersten Tag eines jeden Monats) einen festen Betrag auf das Konto des Zahlungsempfängers zu überweisen.

Derzeit dauert es in der Regel einen Tag, bis der überwiesene Betrag dem Empfänger zur Verfügung steht. Damit Überweisungen genauso schnell laufen wie E-Mails oder SMS, wird zurzeit in der EU an neuen schnellen Überweisungen gearbeitet: Instant Payments. Ab November 2017 sollen Geldbeträge zwischen Zahler und Zahlungsempfänger in Sekunden übertragen werden können, und zwar so, dass der Zahlungsempfänger praktisch sofort über den gutgeschriebenen Betrag verfügen kann. Die Abwicklung von Instant Payments soll – anders als im klassischen Überweisungsverkehr – grundsätzlich an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag möglich sein.

Lastschrift

Bei einer Lastschrift darf der Zahlungsempfänger nach vorheriger Genehmigung einen Betrag vom Konto des Zahlers zu seinen Gunsten abbuchen lassen. Die Lastschrift bietet sich vor allem für unregelmäßige oder in der Höhe wechselnde Zahlungen, wie zum Beispiel monatlich unterschiedlich hohe Mobilfunkgebühren, an.

Grafik: SEPA-Lastschriftmandat (Ausschnitt) [+] SEPA-Lastschriftmandat (Ausschnitt) Seit Februar 2014 werden auch Lastschriften im europaweit einheitlichen Verfahren als SEPA-Lastschrift eingezogen. Dabei wird ein SEPA-Lastschriftmandat als rechtliche Legitimation für den Einzug von SEPA-Lastschriften benötigt. Es umfasst sowohl die Zustimmung des Zahlers gegenüber dem Zahlungsempfänger zum Einzug der Zahlung als auch den Auftrag an die eigene Bank zur Ausführung der Zahlung.

Es gibt zwei Lastschriftverfahren: Die SEPA-Basislastschrift und die SEPA-Firmenlastschrift. SEPA-Basislastschriften stehen Verbrauchern und Unternehmen offen. Basislastschriften, bei denen ein gültiges Mandat vorliegt, können auf Verlangen des Zahlers bis zu acht Wochen nach dem Belastungstag ohne Angabe von Gründen zurückgebucht („zurückgegeben“) werden (fehlt das Mandat, verlängert sich die Frist auf 13 Monate). Die SEPA-Firmenlastschrift ist ausschließlich im Verkehr mit Unternehmen möglich, eine Möglichkeit zur Rückgabe besteht dabei nicht. 

Um als Zahlungsempfänger Lastschriften auf Basis des SEPA-Lastschriftverfahrens nutzen zu können, benötigt der Zahlungsempfänger eine Gläubiger-Identifikationsnummer, die ihn eindeutig identifiziert. In Deutschland ist diese 18 Stellen lang und bei der Deutschen Bundesbank über das Internet zu beantragen. Die Mandatsreferenz ist ein vom Zahlungsempfänger individuell vergebenes Kennzeichen eines Mandats und ermöglicht in Verbindung mit der Gläubiger-Identifikationsnummer dessen eindeutige Identifizierung. 

Der Gläubiger ist verpflichtet, dem Zahler durch eine Vorabinformation (Pre-Notification) Fälligkeitsdatum und Betrag einer Lastschrift rechtzeitig (in der Regel mindestens 14 Kalendertage vor Fälligkeit) anzukündigen, damit sich dieser darauf einstellen und dafür sorgen kann, dass das Konto gedeckt ist.

Zugangswege zum bargeldlosen Bezahlen

Um eine Überweisung oder Lastschrift auszulösen, gibt es in Abhängigkeit von der Zahlungssituation unterschiedliche Verfahren. Diese Zugangswege werden von Banken und spezialisierten Zahlungsdienstleistern angeboten.

Überweisungsformulare

Für Überweisungen stellen die Banken ihren Kunden einheitliche, elektronisch lesbare papierne Vordrucke zur Verfügung (beleghafte Überweisung). Weitaus üblicher ist es heutzutage aber, Überweisungsformulare im Online-Banking oder an Terminals in der Bankfiliale auszufüllen (beleglose Überweisung). Wenn ein Kontoinhaber eine Überweisung per Online-Banking ausführen möchte, muss er sich zunächst mit seiner PIN oder einem Passwort am Konto anmelden.

Grafik: SEPA-Überweisungsträger [+] SEPA-Überweisungs- träger Die Überweisung selbst muss in der Regel durch eine Transaktionsnummer (TAN) bestätigt werden. Um die TAN zu erstellen, werden verschiedene Techniken angeboten: Beispielsweise wird die TAN direkt über ein Kartenlesegerät errechnet oder auf Anforderung von der Bank als SMS an ein Smartphone geschickt. Das ehemals gängige Verfahren, bei dem die Bank dem Kunden ausgedruckte TAN-Listen per Post zuschickt, wird aufgrund zwischenzeitlich erhöhter Sicherheitsstandards schon bald der Vergangenheit angehören.

Debitkarte

Außer mit Bargeld zahlen viele Kunden heutzutage an der Ladenkasse mit der Debitkarte (frühere Bezeichnung: „ec-Karte“, heutige Bezeichnung „girocard“). Diesen Typ „Plastikgeld“ nennt man „Debitkarte“ (englisch: to debit = belasten), weil bei diesem Verfahren das Konto des Zahlers – anders als bei der Kreditkarte – sofort mit dem Zahlbetrag belastet wird. Zur Auslösung des Zahlvorgangs gibt der Kunde seine Karte dem Händler, der die nötigen Daten zum Einzug des Betrags vom Konto des Kunden über ein elektronisches Kassenterminal von dem Chip auf der Karte ausliest. Die deutschen Einzelhändler nutzen dabei zwei unterschiedliche Zahlverfahren, die sich durch die Zahlungsgarantie und die Höhe der Kosten für den Händler unterscheiden.

Grafik: Debitkarte [+] Debitkarte Bei einem System (girocard) autorisiert der Kunde die Zahlung durch Eingabe einer PIN am Terminal. Daraufhin wird online geprüft, ob die Karte nicht gesperrt ist und der Karteninhaber über den zu zahlenden Betrag verfügt. Bei positiver Rückmeldung wird eine Überweisung ausgelöst, die Zahlung ist dem Händler garantiert. Das zweite Zahlverfahren ist ein elektronisches Lastschriftverfahren. Hierbei findet keine Autorisierung mittels PIN statt. Vielmehr genehmigt der Kunde mit seiner Unterschrift den Einzug einer SEPA-Lastschrift von seinem Konto. Nutzt der Händler dieses Zahlverfahren, hat er keine Garantie, dass er tatsächlich Geld erhält. Denn die Bank wird die Lastschrift nur ausführen, wenn das belastete Konto ausreichend gedeckt ist.  Die Debitkarten bieten neben dem Bezahlen an Kassen üblicherweise die Möglichkeit, in Verbindung mit der PIN – unabhängig von Schalteröffnungszeiten – Bargeld an Geldautomaten vom Konto abzuheben. Einige Banken geben mittlerweile auch Debitkarten von MasterCard („Maestro“) oder VISA („VPay“) aus. Diese Karten tragen oftmals den zusätzlichen Aufdruck „Debit“ auf der Vorderseite, um sie von den Kreditkarten dieser Unternehmen zu unterscheiden.

Kreditkarte

Von der Debitkarte ist die Kreditkarte zu unterscheiden. Bei ihr wird der Zahlbetrag dem Konto des Zahlers in der Regel nicht sofort belastet, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise am Ende des Monats. Dadurch gewährt das Kreditkartenunternehmen dem Kunden für einige Zeit einen zinslosen Kredit. Wird der Kredit zum Abrechnungszeitpunkt nicht vollständig beglichen, muss der Kunde Zinsen zahlen. Die Kreditkarten verschiedener Kreditkarten-Gesellschaften (z. B. Mastercard oder VISA) werden in der Regel von Banken ausgegeben. Der Inhaber einer solchen Karte kann in allen Geschäften, die an das globale Kreditkartensystem ange­schlossen sind, bargeldlos einkaufen, ferner mit einer PIN an Automaten Bargeld abheben.

Grafik: Kreditkarte [+] Kreditkarte Die Kreditkarte ist außerdem ein verbreitetes Zahlungsmittel bei Online-Buchungen und -Käufen. Bei Zahlungen an Kassen liest der Händler die benötigten Daten mittels eines Lesegeräts von der Kreditkarte aus. Der Kunde muss die Zahlung durch Eingabe einer PIN in das Kassenterminal autorisieren oder der Zahlung mit einer Unterschrift auf einem Beleg zustimmen.

Neben den „klassischen“ Kreditkarten werden zunehmend auch sogenannte „Prepaid-Kreditkarten“ ausgegeben. Hierbei handelt es sich um Karten mit dem Logo einer Kreditkarten-Gesellschaft, bei der das Geld zuvor aufgeladen werden muss. Wird mit der Karte gezahlt, wird das zuvor aufgeladene Guthaben direkt belastet.

Kontaktlos Zahlen

Grafik: Kontaktlos zahlen [+] Kontaktlos zahlen Mehr Komfort als beim Bezahlen mit Karten ermöglicht das Kontaktlosverfahren, das per NFC (Near Field Communication) funktioniert. Ist eine Karte mit einem NFC-Chip ausgestattet, wird diese kurz vor das Bezahlterminal gehalten. Je nach Terminalart zeigt ein optisches oder akustisches Signal an, dass die Zahlung autorisiert wurde. Bei Beträgen bis 25 Euro, die keine PIN-Eingabe erfordern, dauert der Vorgang weniger als eine Sekunde. Bei diesem Verfahren ist bis zu einem Betrag von 25 Euro keine PIN-Eingabe nötig, was auf der einen Seite den Zahlvorgang vereinfacht und beschleunigt, auf der anderen Seite den Verzicht auf eine Sicherheitsvorkehrung bedeutet.

Online-Bezahlverfahren 

Das Einkaufen im Internet (Onlinehandel) ist weit verbreitet. Da Händler und Kunde an unterschiedlichen Orten sind, ist der direkte Austausch von Ware und Geld nicht möglich. Folglich muss das Geld auf anderen Wegen an den Händler geschickt werden. Die Händler bieten dafür meist unterschiedliche Bezahlverfahren an wie Überweisung, Lastschrift oder die Abrechnung über eine Kreditkarte.

Zudem stehen speziell entwickelte Internetbezahlverfahren zur Wahl, wie „giropay“ von der Deutschen Kreditwirtschaft bzw. „SOFORT Überweisung“ von der Sofort GmbH, einer Tochter der schwedischen Klarna AB. Beide Dienste nutzen die Onlinebanking-Anwendung der Bank, um automatisiert eine Überweisung an den Händler zu erstellen. Der Kunde muss die für die Bezahlung notwendigen Daten nicht selbst in ein Überweisungsformular eingeben, sondern die Überweisung nur noch mit einer TAN bestätigen.

Ein anderes weit verbreitetes Internetbezahlverfahren wird von dem in den USA ansässigen und in Luxemburg als Bank lizensierten Konzern PayPal angeboten. Um mit „PayPal“ bezahlen zu können, benötigen Kunden ein PayPal-Benutzerkonto. Der Interneteinkauf wird über dieses Benutzerkonto abgewickelt. PayPal benötigt dafür vorher schon Guthaben vom Kunden auf dem Benutzerkonto oder bucht den Zahlungsbetrag vom Bankkonto oder der Kreditkarte des Kunden ab. PayPal wird in vielen Ländern der Welt angeboten und ist daher auch grenzüberschreitend nutzbar. Ein für Kunden vergleichbares Bezahlverfahren ist „paydirekt“, das von deutschen Banken für den heimischen Markt entwickelt wurde. Bei diesem Verfahren wird der Zahlbetrag direkt zwischen den beteiligten Banken ausgeglichen, d.h. vom Konto des Käufers abgebucht und dem Konto des Händlers gutgeschrieben, ohne vorheriges Aufladen von Guthaben. 

Mobiles Bezahlen

Banken und Unternehmen arbeiten daran, auch mobile Geräte, wie Smartphones, Tablets oder Wearables (Smartwatches u. ä.)  für das bargeldlose Bezahlen einzusetzen (Mobile Payment). Unterschiedliche Technologien, wie Bluetooth, QR-Codes oder Near Field Communication werden zur Übertragung der Zahlungsdaten verwendet. Es gibt viele Systeme unterschiedlicher Hersteller, die nur bei wenigen Unternehmen einsetzbar sind, sodass die Nutzer verschiedene Apps auf ihren mobilen Geräten benötigen. Ein standardisiertes Verfahren hat sich noch nicht durchgesetzt.