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Mindestreserve

Die Mindestreserve ist Teil des geldpolitischen Instrumentariums des Eurosystems. Sie verpflichtet die Banken, ein bestimmtes Mindestguthaben auf einem Konto bei der Zentralbank zu halten – also in Zentralbankgeld, das nur die Zentralbank schaffen kann. Die Höhe der zu haltenden Mindestreserve ergibt sich durch Anwendung des Mindestreservesatzes (im Eurosystem derzeit: 1 Prozent) auf bestimmte Kundeneinlagen der Banken. Das Mindestreserve-Soll ist nicht täglich, sondern im Durchschnitt innerhalb der sogenannten Mindestreserveperiode zu halten. Diese Periode dauert von 2015 an sechs oder sieben Wochen; ihr Beginn orientiert sich an den geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats. Da die Banken das Mindestreservesoll nicht permanent vorhalten müssen können sie die Mindestreserveguthaben auch als Arbeitsguthaben für ihren laufenden Zahlungsverkehr nutzen. Die Mindestreserve wirkt deshalb am Geldmarkt als Puffer, der starke Liquiditätsausschläge ausgleicht und die Zinsentwicklung verstetigt. Aufgrund der Pflicht, Mindestreserve zu halten, hat das Bankensystem stets einen Bedarf an Zentralbankgeld. Die Zentralbank deckt diesen Bedarf vorwiegend durch Refinanzierungsgeschäfte. Über den Zins für diese Geschäfte, den die Zentralbank nach geldpolitischen Kriterien festlegt,  kann sie Einfluss auf das Zinsniveau am Geld- und Kapitalmarkt nehmen und damit auf Kreditnachfrage und Buchgeldschöpfung der Banken.

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