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Pressenotiz 10.08.2018

Nettotilgungen am deutschen Rentenmarkt im Juni 2018

Rentenmarkt

Im Juni 2018 lag das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt mit einem Bruttoabsatz von 94,8 Mrd € leicht unter dem Niveau des Vormonats (102,9 Mrd €). Nach Abzug der Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen führten die inländischen Emittenten ihre Kapitalmarktverschuldung im Ergebnis um 12,9 Mrd € zurück. Der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland sank um netto 0,3 Mrd €. Im Ergebnis verringerte sich der Umlauf von Schuldtiteln am deutschen Markt somit um 13,2 Mrd €.

Heimische Kreditinstitute führten ihre Kapitalmarktverschuldung im Juni um netto 11,0 Mrd € zurück. In erster Linie tilgten dabei Spezialkreditinstitute ihre Schuldverschreibungen (6,0 Mrd €). Rückläufig war auch der Umlauf von flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen (4,1 Mrd €) sowie von Öffentlichen Pfandbriefen (1,2 Mrd €). Dem standen Nettoemissionen von Hypothekenpfandbriefen in Höhe von 0,4 Mrd € gegenüber.

Inländische Unternehmen reduzierten ihre Kapitalmarktverschuldung im Juni per saldo um 2,0 Mrd €. Dabei sank vor allem der Umlauf kurzfristiger Papiere mit Laufzeiten von unter einem Jahr. Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und Versicherungen tilgten im Ergebnis Anleihen im Umfang von 0,2 Mrd € beziehungsweise 0,4 Mrd €. Sonstige Finanzinstitute begaben hingegen Anleihen in Höhe von netto 0,1 Mrd €.

Die öffentliche Hand emittierte im Berichtsmonat Wertpapiere für netto 0,1 Mrd €, im Vergleich zu Nettoemissionen in Höhe von 11,0 Mrd € im Mai. Das Monatsergebnis ist letztlich auf die Länder und Gemeinden zurückzuführen, die Papiere für netto 0,4 Mrd € begaben. Der Bund tilgte im Ergebnis vorwiegend zweijährige Bundesschatzanweisungen (9,9 Mrd €). Dem standen Nettoemissionen von unverzinslichen Bubills (3,0 Mrd €) sowie von zehn- und 30-jährigen Anleihen und fünfjährigen Bundesobligationen gegenüber (je 2,2 Mrd €).

Auf der Erwerberseite traten im Juni insbesondere inländische Nichtbanken als Käufer von Schuldverschreibungen auf (8,0 Mrd €). Der Schwerpunkt ihrer Käufe lag bei heimischen Wertpapieren. Die Bundesbank erwarb Anleihen für netto 6,4 Mrd €, vor allem im Rahmen der Ankaufprogramme des Eurosystems. Hingegen veräußerten ausländische Investoren und heimische Kreditinstitute Schuldverschreibungen für netto 20,5 Mrd € beziehungsweise 7,0 Mrd €.

Aktienmarkt

Inländische Gesellschaften begaben im Berichtsmonat am deutschen Aktienmarkt neue Aktien für netto 6,6 Mrd €. Dies war größtenteils auf eine Kapitalerhöhung eines DAX-Unternehmens zurückzuführen. Der Bestand an ausländischen Dividendentiteln am deutschen Markt nahm im gleichen Zeitraum um 0,3 Mrd € zu. Erworben wurden Aktien im Ergebnis überwiegend durch heimische Nichtbanken (4,5 Mrd €). Inländische Kreditinstitute und ausländische Investoren stockten ihre Aktienportfolios um netto 2,3 Mrd € beziehungsweise 0,2 Mrd € auf.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Juni per saldo Mittelzuflüsse in Höhe von 6,8 Mrd € (Mai: 1,9 Mrd €). Die Mittel kamen im Ergebnis weit überwiegend den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds zugute (5,7 Mrd €). Vor allem gemischte Wertpapierfonds verzeichneten dabei Mittelzuflüsse (3,8 Mrd €), aber auch Offene Immobilienfonds (1,3 Mrd €) und Dachfonds (1,1 Mrd €) platzierten Anteile am inländischen Markt. Ausländische Fonds emittierten im Juni auf dem deutschen Markt Fondsanteile in Höhe von netto 1,5 Mrd €. Unter den Erwerbern stellten die inländischen Nichtbanken die größte Gruppe (8,2 Mrd €). Sie nahmen neben inländischen Anteilscheinen (5,9 Mrd €) auch ausländische Papiere (2,2 Mrd €) in ihre Depots auf. Ausländische Investoren kauften Anteilscheine für netto 0,5 Mrd €, während heimische Kreditinstitute im Ergebnis ihr Fondsportfolio um 0,5 Mrd € verkleinerten.

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