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Frankfurt am Main | 04.05.2018

Weidmann würdigt ehemalige Vorstandsmitglieder Dombret und Thiele

Feierstunde anlässlich der Verabschiedung der Vorstandsmitglieder Carl-Ludwig Thiele und Dr. Andreas Dombret [+]

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Arbeit der beiden ehemaligen Bundesbank-Vorstände Andreas Dombret und Carl-Ludwig Thiele gewürdigt und ihnen für ihren herausragenden Einsatz gedankt. "Sie haben die Bundesbank in Ihren jeweiligen Feldern entscheidend geprägt und vorangebracht", sagte Weidmann anlässlich der offiziellen Verabschiedung. Dombret und Thiele waren nach achtjähriger Amtszeit zum 30. April 2018 aus dem Bundesbankvorstand ausgeschieden.

Besondere Herausforderung Basel III

Andreas Dombret verantwortete in der Bundesbank unter anderem den Bereich Bankenaufsicht und vertrat die Notenbank in internationalen Gremien. Weidmann betonte sein besonderes Verhandlungsgeschick im internationalen Kontext, das der Bundesbank immer wieder zu Gute gekommen sei. An der Finalisierung des Regelwerks zur Bankenregulierung Basel III habe er wesentlichen Anteil gehabt. "Angesichts eines erstarkenden Unilateralismus war es ein wichtiger Erfolg, dass die USA unter Präsident Trump in dieses internationale Finanzabkommen eingebunden werden konnten", sagte der Bundesbankpräsident. Dombret selbst nannte Basel III in seiner Rede "eine ganz besondere Herausforderung". Hier habe er "an vorderster Front viele Jahre um Stabilität im Banking gekämpft". Dabei habe er natürlich auch deutsche Interessen "fest im Blick gehabt".

Transparenzoffensive Gold

Als Kernthema von Carl-Ludwig Thiele, der in der Bundesbank unter anderem für die Bereiche Bargeld sowie Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme zuständig war, hob Weidmann die Goldreserven der Bundesbank hervor. "Sie haben klargestellt, dass bei uns alles Gold ist, was glänzt", sagte Weidmann mit Blick auf die Transparenzoffensive der Bundesbank. Unter der Leitung von Thiele hatte die Bundesbank 2013 damit begonnen, die Öffentlichkeit umfassend über die deutschen Goldreserven zu informieren. Darüber hinaus verlagerte die Notenbank 674 Tonnen Gold von New York und Paris nach Frankfurt am Main, wo nun mehr als 50 Prozent der deutschen Goldreserven lagern. Transparenz bei den Fakten und eine ansprechende Präsentation einzelner Barren bei unterschiedlichen Gelegenheiten hätten dazu beigetragen, das Vertrauen der Bürger in die Bundesbank als Hüterin der Währungsreserven grundlegend zu stärken, sagte Weidmann. Thiele ging in seiner Abschiedsrede darauf ein, dass für ihn nun 28 Jahre Tätigkeit in öffentlichen Ämtern in Deutschland endeten, 20 Jahre im Deutschen Bundestag und acht Jahre im Vorstand der Deutschen Bundesbank. "Sowohl in der Politik als auch im Vorstand der Bundesbank habe ich mich immer für Freiheit in Verantwortung, geordnete öffentliche Finanzen, sparsame Haushaltsführung, klare Regeln und eine stabilitätsorientierte Politik eingesetzt", sagte er.

Bundesbank ist geschätzter Ratgeber

Bei der Feierstunde in der Bundesbankzentrale sprach auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz. In seiner Rede unterstrich er die Rolle der Bundesbank als geschätzten Ratgeber und bedankte sich für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Insbesondere in Zeiten großer Herausforderungen, zu denen Scholz unter anderem die Globalisierung zählte, brauche es eine Institution mit klarem Blick, die wisse, was zu tun sei. "Diese Herausforderungen können nur europäisch gelöst werden", fügte er hinzu. Die Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron greife die Bundesregierung deshalb gerne auf, auch wenn man nicht alle Vorschläge, die im Raum stünden, eins zu eins übernehmen wolle. "Wir sind in einer Phase, in der wir konkret werden müssen", so der Bundesfinanzminister.

Vertretungsregelung im Vorstand

Als Nachfolger für Andreas Dombret hatte der Bundesrat Ende März den Juristen und gegenwärtigen Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Burkhard Balz, vorgeschlagen. Balz wird sein Amt voraussichtlich zum 1. September 2018 antreten. Eine Nachfolge für Carl-Ludwig Thiele ist noch nicht bekannt. Bis dahin greift bei der Ressortverteilung im Vorstand die Vertretungsregelung. Dombrets Zuständigkeit für das Risiko-Controlling übernimmt demnach Bundesbankpräsident Jens Weidmann, für die Bereiche Bankenaufsicht, Ökonomische Bildung sowie die Repräsentanzen ist vorübergehend Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling zuständig. Die Bereiche Bargeld, Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme sowie Controlling, übernimmt interimsmäßig Bundesbankvorstand Johannes Beermann von Thiele.

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