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Frankfurt am Main | 23.07.2018

Deutsche Wirtschaft nimmt wieder etwas mehr Fahrt auf

Stahlproduktion Im Frühjahrsquartal 2018 hat die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank etwas mehr Schwung gezeigt als noch zu Jahresbeginn. Wie aus dem jüngsten Monatsbericht hervorgeht, liegt das unter anderem an dämpfenden Sonderfaktoren des ersten Quartals, die nun im Frühjahrsquartal keine Rolle mehr gespielt hätten, sondern zu einer Gegen-bewegung führen könnten. Dazu zählen eine in diesem Jahr ungewöhnlich starke Grippewelle und merklich rückläufige Konsumausgaben des Staates. Der private Konsum blieb laut den Bundesbank-Fachleuten ein Eckpfeiler der konjunkturellen Entwicklung. Dazu trugen eine ausgezeichnete Arbeitsmarktlage und kräftige Lohnzuwächse bei.

Industriekonjunktur fasst wieder Tritt

Die Industriekonjunktur hat dem Bericht zufolge wieder Tritt gefasst. Im Vormonatsvergleich stieg die deutsche Industrieproduktion im Mai saisonbereinigt um 2¾ Prozent und auch die seit Jahresbeginn rückläufigen Auftragseingänge erhöhten sich erstmals wieder kräftig. Nach Einschätzung der Bundesbank könnte das Verarbeitende Gewerbe als wichtige konjunkturelle Triebfeder wieder mehr in den Vordergrund rücken. Mit so hohen Zuwachsraten wie im vergangenen Jahr rechnen die Fachleute der Bundesbank jedoch nicht.

Bauboom setzt sich fort

Kräftige Zuwächse sehen die Expertinnen und Experten auch im Baugewerbe, wo sich nach ihrer Einschätzung der Boom fortsetzte. Im Vergleich zum Vormonat stieg im Mai die Produktion im Baugewerbe saisonbereinigt um 3 Prozent.

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gab zwar im April 2018 gegenüber dem ersten Quartal um 5¼ Prozent nach. Daten des Ifo-Instituts weisen jedoch auf eine nach wie vor starke Auslastung der Baubetriebe hin.

Erhebliche Zunahme der Erwerbstätigkeit

Die Erwerbstätigkeit in Deutschland stieg zuletzt weiter an. Im Mai 2018 waren saisonbereinigt 37.000 Personen mehr in Beschäftigung als im Vormonat. Maßgeblich dafür sei vor allem die kräftige Zunahme sozialversicherungspflichtiger Stellen, heißt es im Bericht. Gleichzeitig stabilisierte sich die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten, die Zahl an Selbstständigen sank erneut. Die Arbeitslosigkeit war im Juni weiter rückläufig: Die Anzahl der als arbeitslos registrierten Personen sank saisonbereinigt um 15.000. Das Arbeitsmarkt-barometer Beschäftigung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) deutet darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit auch in den nächsten Monaten zurückgehen wird, jedoch in geringerem Maße. Zugleich könnten Neueinstellungen in den nächsten Monaten zögerlicher ausfallen.

Die Verbraucherpreise stiegen im Juni gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat an. „Energie verteuerte sich wohl aufgrund von Ausweitungen der Raffineriemargen moderat weiter“, schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Ebenfalls stiegen die Preise für Lebensmittel, während die Preise für Dienstleistungen unverändert blieben.

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