Community Readiness Monitoring

Der EZB-Rat hat im Juli 2020 entschieden, die Projektlaufzeit der TARGET2/T2S-Konsolidierung um 12 Monate zu verlängern. Die Betriebsaufnahme ist somit für November 2022 vorgesehen. Das Eurosystem arbeitet derzeit an der Anpassung des detaillierten Projektplans einschließlich der für das Community Readiness Monitoring relevanten Meilensteine. Bitte beachten Sie, dass sich die hier aufgeführten Dokumente noch auf die alte Projektplanung mit Starttermin November 2021 beziehen. Die Neuplanung der Meilensteine als Basis für das Community Readiness Monitoring wird voraussichtlich im Herbst 2020 vorliegen. 

Community Readiness Monitoring – Warum?

Im November 2022 wird das heutige Individualzahlungsverkehrssystem TARGET2 abgeschaltet. Gleichzeitig nimmt der neue T2-Service – also das zentrale Liquiditätsmanagement (Central Liquidity Management, CLM) und RTGS – seinen Betrieb auf. Zu einem Stichtag müssen alle an T2 teilnehmenden Nutzergemeinschaften Europas auf den neuen Service migrieren können.

Zur Sicherstellung einer erfolgreichen Migration hat das Eurosystem einen harmonisierten und strukturierten Community Readiness Monitoring-Prozess aufgesetzt. Im Rahmen des Monitorings begleiten die Notenbanken ihre Nutzergemeinschaften und überwachen den Vorbereitungsstand. Auf europäischer Ebene wird der Vorbereitungsstand aller Nutzergemeinschaften zusammengetragen und evaluiert.

Community Readiness Monitoring-Ansatz des Eurosystems

Die Basis für das Community Readiness Monitoring bilden die vom Eurosystem in enger Abstimmung mit dem Markt formulierten „Overall key milestones to ensure a successful big-bang migration in November 2021”. Dabei handelt es sich um derzeit 22 Meilensteine, über die der Vorbereitungsstand aller an T2 teilnehmenden Institute überwacht und begleitet wird. Die Meilensteine definieren, bis wann zentrale Aktivitäten mit Blick auf die für eine erfolgreiche Migration notwendigen Vorbereitungsarbeiten begonnen haben und abgeschlossen sein müssen.

Die Erhebung des Vorbereitungsstands erfolgt etwa vierteljährlich. Dazu befragen die Notenbanken alle ihre Teilnehmer zum Erfüllungsstand der jeweils fälligen Meilensteine. Zudem werden die Teilnehmer gebeten, über ein Ampelfarbensystem eine Einschätzung zum derzeitigen Stand ihres Projektfortschritts und somit über ihre voraussichtliche Migrationsbereitschaft abzugeben. Die Rückmeldungen geben den Notenbanken wertvolle Aufschlüsse über den Vorbereitungsstand ihrer Nutzergemeinschaft und ermöglichen ihnen, die Institute im Falle von Schwierigkeiten frühzeitig und zielgerichtet zu begleiten. 

Die Rückmeldungen fließen zudem in das Community Readiness Monitoring auf europäischer Ebene ein. Jede an TARGET2 teilnehmende Zentralbank ist verpflichtet, sich an diesem Monitoring zu beteiligen und über den eigenen Vorbereitungsstand ihrer hausinternen Anbindungsprojekte sowie den ihrer Teilnehmer zu berichten.

Die Ergebnisse eines jeden Community Readiness Reporting-Zyklus werden in einem Community Readiness Report und einem dazugehörigen Dashboard zusammengefasst. Somit bekommen die Teilnehmer einen Überblick darüber, wie es um die Vorbereitung in allen an TARGET2 teilnehmenden Märkten steht.

Community Readiness Monitoring für die deutsche Nutzergemeinschaft

Im deutschen Markt bereiten derzeit etwa 1.200 Institute ihre Teilnahme an der TARGET2/T2S-Konsolidierung vor und unterliegen somit dem Community Readiness Monitoring der Bundesbank. Rund 70 Prozent der Teilnehmer haben sich dabei für das so genannte „Co-Management“ überwiegend in Zusammenarbeit mit ihren Spitzeninstituten aus dem Sparkassen- und Genossenschaftsbereich entschieden. Die anderen 30 Prozent planen eine direkte Teilnahme, ggf. unter Beteiligung eines technischen Dienstleisters.

Für den deutschen Markt unterliegen 13 der insgesamt 1.200 Institute aufgrund ihrer Größe und Kritikalität für den deutschen Finanzplatz einem besonders engen Monitoring (Closely Monitored Participants, CMP). Deren Rückmeldungen leitet die Bundesbank einzeln an die EZB weiter. Alle anderen Teilnehmer gelten als „Regularly Monitored Participants (RMP)“. Diese Rückmeldungen werden zusammengefasst und in aggregierter Form an die EZB weitergegeben.

Zur Erfassung aller über die Bundesbank an T2 teilnehmenden Institute und damit zur Sicherstellung der Einbindung all dieser Institute in den Community Readiness Monitoring-Prozess, hat die Bundesbank Anfang 2019 alle betroffenen Institute angeschrieben. Institute, die eine Teilnahme an T2 planen, sind verpflichtet, der Bundesbank gegenüber Ansprechpersonen für ihr Anbindungsprojekt an die TARGET2/T2S-Konsolidierung zu benennen.