Service Navigation

Von TARGET nach TARGET2

Von TARGET nach TARGET2

Gründe für die Entwicklung

TARGET, wurde mit der Euro-Einführung am 4. Januar 1999 in Betrieb genommen und basierte auf einem Verbund von teils recht unterschiedlichen RTGS-Systemen. Es wurde seinerzeit entwickelt, um 

  • die Integration des Euro-Geldmarkts zu fördern, der für eine reibungslose Umsetzung der europäischen Geldpolitik unabdingbar ist, 
  • die Abwicklung von Großbetragszahlungen europaweit zu beschleunigen und sicherer zu machen,
  • eine gemeinsame Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur zu schaffen als Voraussetzung für die weitere Integration der Finanzmärkte in Europa.

TARGET hatte sich zwar bewährt, aber im Laufe der Zeit hatten sich zunehmend zwei Nachteile abgezeichnet: der dezentrale technische Aufbau und eine zu geringe Einheitlichkeit von Technik und Leistungen. Es wurde deutlich, dass das System langfristig den Ansprüchen an Leistungsfähigkeit, Kosten und Stabilität nicht hinreichend genügen würde.

Mit TARGET2 bietet das Eurosystem im Wesentlichen:

  1. einen hohen Standardisierungsgrad und einheitlichen Leistungsumfang auf der Grundlage einer gemeinsamen technischen Plattform schaffen, womit gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Finanzmarktakteure entstanden sind,
  2. einheitliche Preise für inländische und grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen,
  3. die Dezentralität im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) berücksichtigen, indem die teilnehmenden Zentralbanken weiterhin für die Geschäftsabwicklung mit ihren Kunden zuständig bleiben,
  4. die Flexibilität, neuen Anforderungen der europäischen Banken als Nutzer Rechnung zu tragen, indem ihnen über eine einheitliche Plattform beispielsweise ein effizientes und europaweites Liquiditätsmanagement ermöglicht wird.

Vorteile von TARGET2 wie bisher schon in TARGET

  • TARGET2 wickelt Großbetragszahlungen sowie dringende Zahlungen in sicherem Zentralbankgeld sofort und endgültig, auch grenzüberschreitend, ab und reduziert so die Risiken im Zahlungsverkehr.
  • Mit 1000 direkt und rund 51 500 erreichbaren Banken (einschließlich Zweigstellen und Tochtergesellschaften), ist eine sehr hohe Erreichbarkeit der Teilnehmer gegeben. 
  • TARGET2 ist für die Zahlungsverkehrsabwicklung arbeitstäglich von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr M.E.Z. geöffnet.
  • In TARGET2 ist Liquidität weithin verfügbar. Mindestreserveguthaben stehen während des Tages für Zahlungsverkehrszwecke zur Verfügung, und das Eurosystem gewährt seinen Geschäftspartnern gegen die Stellung von Sicherheiten unbeschränkt zinslose Innertageskredite.

Zusätzliche Vorteile von TARGET2 gegenüber TARGET

  • Gegenüber TARGET bringt TARGET2 den Nutzern ein Mehr an Effizienz, Sicherheit und Stabilität.
  • Es bietet viele Optionen für das Liquiditätsmanagement, z.B. die Reservierung von Liquidität und das Liquiditätspooling.
  • Nationale wie grenzüberschreitende Zahlungen werden gleich abgewickelt, wobei die Teilnehmer direkt adressiert werden.
  • Die gemeinsame Plattform führt zu harmonisierten Leistungen, die zu einheitlichen Preisen angeboten werden.
  • TARGET2 wickelt auch Interbank-Lastschriften ab.
  • Zahlungsaufträge können in TARGET2 „vorab“ - bis zu 5 Geschäftstage im voraus -erteilt werden.
  • TARGET2 ermöglicht die geldliche Verrechnung von Nebensystemen (z. B. Wertpapierverrechnungs-, Massen- und Individualzahlungssysteme) in der Nacht.

TARGET2-Migration

Grafik zeigt die Migration von TARGET zu TARGET2

Das Eurosystem hatte sich für eine Umstellung in mehreren Etappen, sprich in „Länderfenstern“ entschieden. Danach wurden die Zentralbanken und ihre jeweiligen nationalen Bankengemeinschaften in drei Gruppen von TARGET auf TARGET2 umgestellt (migriert). Dieser Prozess hat sich über sechs Monate erstreckt. Während dieser Zeit wurden TARGET2 und die TARGET-Komponenten von den noch nicht migrierten Ländern parallel betrieben.

Deutschland ist zusammen mit Luxemburg, Österreich, Slowenien, Malta, Zypern, Litauen und Lettland im ersten Länderfenster zum 19. November 2007 migriert. Malta, Zypern, Litauen und Lettland hatten bisher noch nicht an TARGET teilgenommen. Im zweiten Länderfenster (18. Februar 2008) sind Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, die Niederlande, Portugal und Spanien gestartet.
Mitte Mai wurde das TARGET-Verbundsystemkomplett durch TARGET2 abgelöst. Großbritannien hatte sich gegen eine TARGET2-Teilnahme entschieden. Alle anderen verbliebenen TARGET-Länder (Dänemark, Estland, Griechenland, Italien, Polen) sowie die EZB sind zum 19. Mai 2008 nach TARGET2 migriert.

Auch nach Abschluss der Migration sind weitere Länder TARGET2 beigetreten:

  • Januar 2009 Slowakei
  • Februar 2010 Bulgarien 
  • Juli 2011 Rumänien 
  • Februar 2016 Kroatien
Nach oben