Pan-europäische Erreichbarkeit

Erreichbarkeit der Teilnehmer untereinander ist ein entscheidendes Element für das Funktionieren eines Zahlverfahrens. Drei Jahre nach dem Inkrafttreten des SEPA Instant-Überweisungsverfahrens (SCT Inst Scheme) des EPC nehmen zwar viele Banken an diesem Verfahren teil, sie können jedoch nicht in allen Fällen Zahlungen miteinander austauschen. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Banken an unterschiedlichen Clearingsystemen, teilweise mit ausschließlich nationaler Ausrichtung, teilnehmen und nicht alle dieser Clearingsysteme untereinander verbunden sind.

Im Juli 2020 hat daher der EZB-Rat ein Maßnahmenpaket beschlossen, um über das Leistungsangebot des Eurosystems eine europaweite Erreichbarkeit aller Zahlungsdienstleister, die das SCT Inst Scheme gezeichnet haben, sicherzustellen.

Was hat der EZB-Rat beschlossen?

Die am 29. Juli 2020 beschlossenen Maßnahmen sollen die pan-europäische Erreichbarkeit aller Verfahrensteilnehmer sicherstellen, indem 

  • alle Zahlungsdienstleister, die das SCT Inst Scheme gezeichnet haben und in TARGET2 erreichbar sind, ab spätestens November 2021 auch in TIPS erreichbar sein müssen und
  • die technischen Konten aller Clearingsysteme, die SCT Inst Zahlungen abwickeln, von TARGET2 nach TIPS verlagert werden.

Über die TIPS-Plattform werden die Clearingsysteme somit vernetzt und deren Teilnehmer können untereinander SCT Inst Zahlungen austauschen. Zudem bringt diese Verlagerung den Vorteil, dass die für die Verrechnung der Zahlungen in den Clearingsystemen benötigten Deckungsbeträge rund um die Uhr (24/7) von den TIPS-Konten der Teilnehmer auf die technischen Konten der Clearingsysteme übertragen werden können. Heute ist dies nur während der TARGET2-Betriebszeiten möglich.