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Harmonisierungsstandards für das Sicherheitenmanagement

Harmonisierungsstandards für das Sicherheitenmanagement


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Mit der Kapitalmarktunion möchte die Europäischen Kommission die Kapitalmärkte der EU-Mitgliedstaaten vertiefen und stärker integrieren. Das Eurosystem unterstützt dieses Vorhaben aktiv sowohl durch Bereitstellung eigener Marktinfrastrukturen wie auch als Impulsgeber für harmonisierte Marktstandards und Verfahren für die europäischen Finanzmärkte. Dazu gehören die Konsolidierung von TARGET2 und TARGET2-Securities und die Bereitstellung einer harmonisierten Instant Payment Lösung in Zentralbankgeld (TARGET Instant Payment Settlement, TIPS). Weitere wichtige Bausteine betreffen die Harmonisierung der Sicherheitenabwicklung sowie die Einführung einer einheitlichen, gemeinsamen Anwendung zur Entgegennahme von Sicherheiten für geldpolitische Operationen (Eurosystem Collateral Management System, ECMS).

ECMS wird die Verwaltung von Sicherheiten des Eurosystems effizienter machen. Haupttreiber der Harmonisierung ist das AMI-SeCo (Advisory Group on Market Infrastructures for Securities and Collateral). In diesem Gremium trifft sich das Eurosystem mit Vertretern des Marktes, u.a. um die Harmonisierung im Bereich des Post-Tradings als Teil der europäischen Finanzmarktinfrastruktur weiter voranzubringen, Hindernisse zu beseitigen und Geschäftsprozesse zu harmonisieren. AMI-SeCo beschäftigt sich dabei mit allen Aspekten, die für die Verbesserung der sicheren und effizienten Abwicklung von Wertpapieren und für die Verwaltung von Sicherheiten relevant und förderlich sind.

Das AMI-SeCo hat sich bereits im November 2017 auf weitgesteckte Harmonisierungsanforderungen (Harmonisation Needs) für das Sicherheitenmanagement geeinigt. Ziel der Harmonisierung ist es, ein einheitliches europaweites Regelwerk für die Verwaltung von Sicherheiten sowie die Interaktionen von Finanzmarktinfrastrukturen und ihren Nutzern einschließlich der Zentralbanken zu schaffen. Dabei sollen einheitliche Nachrichtenformate auf Basis der neuesten internationalen Standards genutzt werden, sodass Interoperabilität und verstärkte Automatisierung (Straight-Trough-Processing) ermöglicht werden und betriebliche Beschränkungen, welche die Verfügbarkeit, Nutzung und Mobilität von Sicherheiten beeinträchtigen, beseitigt werden.

Im Mai dieses Jahres wurde nun ein erstes Set von Standards für das Sicherheitenmanagement von AMI-SeCo grundsätzlich vereinbart. Die Finalisierung wird Anfang Juli erfolgen. Dieses umfasst Triparty Collateral Management Services, die Rechnungstellung sowie die Abwicklung von Corporate Actions von Schuldverschreibungen. Es enthält harmonisierte Geschäftsprozesse und Datenelemente, auf denen aufbauend nunmehr SWIFT Nachrichten im ISO 20022 Format entwickelt werden.

Die kommende Herausforderung wird sein, die Harmonisierung auch auf anderen Feldern voranzutreiben und eine marktweit einheitliche Umsetzung sicher zu stellen. Dies ist immanent wichtig für die Effizienz der Kapitalmärkte in Europa.

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