Unbarer Zahlungsverkehr über die Deutsche Bundesbank im Jahr 2019

Im Auftrag des Eurosystems betreibt die Deutsche Bundesbank zusammen mit der Banque de France und der Banca d’Italia die TARGET Service-Angebote TARGET2 und TARGET2-Securities (T2S) auf einer gemeinsamen technischen Plattform; beim T2S-Betrieb kooperieren die drei Zentralbanken zudem noch mit dem Banco de España. Über die beiden Verfahren werden eilbedürftige Groß-/Individualüberweisungen abgewickelt (TARGET2) sowie Wertpapiertransaktionen in sicherem Zentralbankgeld verrechnet (T2S). Abwicklung und Verrechnung erfolgen dabei über RTGS-Konten im Zahlungsverkehrsmodul sowie über dedizierte T2S-Geldkonten.

Als drittes TARGET Service-Angebot hatte das Eurosystem Ende November 2018 TIPS (TARGET Instant Payment Settlement) in Betrieb genommen, um im Massenzahlungsverkehr die pan-europäische Abwicklung von Echtzeit-Überweisungen (Instant Payments) zu fördern und existierende Marktlösungen zu ergänzen. Instant Payments können rund um die Uhr und an jedem Tag im Jahr – selbst am Wochenende und an Feiertagen – in Sekundenschnelle abgewickelt werden.  TIPS ist – rechtlich betrachtet – ein Bestandteil von TARGET2, auch wenn es technisch als separate Plattform umgesetzt wurde. Die teilnehmenden Banken profitieren von der direkten Verrechnung in Zentralbankgeld und der Berücksichtigung ihrer Guthaben auf den dedizierten TIPS-Geldkonten bei der Mindestreserveerfüllung. Seit dem 25. November 2019 bietet die Deutsche Bundesbank auch ihren Nichtbankenkunden die Möglichkeit, Echtzeit-Überweisungen einzureichen bzw. zu empfangen.

Die TARGET Service-Angebote sind ein wesentlicher Pfeiler der Finanzmarktinfrastruktur für den Euro mit großer Akzeptanz und hoher Betriebsstabilität. Die Bundesbank ermöglicht Finanzmarktakteuren eine Teilnahme an TARGET2. Man spricht in diesem Zusammenhang von TARGET2-BBk.

Im Zahlungsverkehrsmodul von TARGET2-BBk wurden im Jahr 2019 arbeitstäglich mehr als 186.000 Zahlungen im Wert von über 700 Milliarden Euro eingeliefert. Der Anteil der deutschen Komponente an den Einreichungen insgesamt stieg auf 54 Prozent an, da - im Gegensatz zum Gesamtsystem - in TARGET2-BBk mehr Zahlungen als im Vorjahr eingereicht wurden. Über die Geldkonten von deutschen Banken in T2S wurden deutlich mehr Wertpapiertransaktionen verrechnet als im Jahr 2018. Arbeitstäglich erfolgten mehr als 175.000 Verrechnungen – und somit über 40 Prozent aller T2S-Transaktionen – über TARGET2-BBk. Das Betragsvolumen betrug dabei arbeitstäglich knapp 155 Milliarden Euro.

Die Bundesbank ist jedoch im Zahlungsverkehr nicht nur in den TARGET Services aktiv. Mit ihrem System EMZ (Elektronischer Massenzahlungsverkehr) bietet sie vielmehr – komplementär zu anderen Dienstleistern im deutschen Interbanken-Clearing – auch verschiedene Abwicklungsmöglichkeiten für Massenzahlungen an. Im Jahr 2019 wurde mit 5,3 Milliarden verarbeiteten EMZ-Zahlungen (Überweisungen, Einzüge, Kartenzahlungen) erneut eine Rekordstückzahl erreicht. Arbeitstäglich wurden im Laufe des Jahres rund 20,8 Millionen Zahlungen im Betrag von mehr als 13 Milliarden Euro über den EMZ weitergeleitet.