Eurosystem Collateral Management System (ECMS)

Zielsetzung dieses Projekts ist es, die derzeit existierenden 19 verschiedenen nationalen Sicherheitenmanagementsysteme („Collateral Management Systems“ – CMS) der nationalen Zentralbanken zu einem einheitlichen eurosystemweiten Sicherheitenmanagement-System zusammenzufassen. Voraussetzung für einen einheitlichen funktionalen Ansatz ist eine ausreichende Harmonisierung. Auf der Grundlage einer „Stocktaking Exercise“ mit den nationalen Zentralbanken des Eurosystems wurde ein Rahmenwerk erarbeitet. Dieses Rahmenwerk umfasst allgemeine Prinzipien, spezifiziert high-level Nutzeranforderungen und identifiziert Bereiche, die noch zu harmonisieren sind.

In seiner Sitzung vom 6. Dezember 2017 hat der EZB-Rat die Realisierung des Projekts beschlossen.

ECMS wird aus Kernbestandteilen (Funktionalitäten, Services und Prozesse) bestehen, die auf Eurosystem-Ebene bereits harmonisiert sind bzw. harmonisiert werden können. Darüber hinaus soll es in ECMS Bestandteile geben, für die es der jeweiligen nationalen Zentralbank obliegt, ob sie die ECMS-Services nutzen möchte oder ob das nationale Collateral-Management-System für diese Teile weiterhin verwendet werden soll. Nicht-harmonisierte Funktionalitäten, Services und Prozesse werden nicht Bestandteil des ECMS sein.

Collateral Management Harmonisation (CMH-TF)

Zur Ausarbeitung von harmonisierten Geschäftsprozessen für das Sicherheitenmanagement des Eurosystems wurde die Task Force on Collateral Management Harmonisation (CMH-TF) gegründet.

Die CMH-TF hat die Aufgabe, zuvor festgelegte Harmonisierungsmaßnahmen zu priorisieren und anschließend harmonisierte Prozesse im Eurosystem festzulegen. Um die Ausarbeitung der Harmonisierungsprozesse zu unterstützen sind zusätzlich zur o.g. Arbeitsgruppe fünf Untergruppen eingerichtet worden, in der die Harmonisierungsmaßnahmen diskutiert werden.Teilnehmer sind Vertreter der Eurosystem-Notenbanken, Bankenvertreter und Zentralverwahrer.

Im Dezember 2019 wurde das Single Collateral Rulebook for Europe (SCoRE) veröffentlicht. In diesem Regelwerk werden die von der Advisory Group on Market Infrastructure for Securities and Collateral (AMI-SeCo) festgelegten harmonisierten Verfahren zur Verwaltung von Sicherheiten beschrieben.

Danach wurden bisher folgende Harmonisierungsstandards für Europa, die für die Kommunikation den ISO 20022 Standard nutzen, vereinbart:

  • Triparty-Standards – Diese sollen bis November 2022 umgesetzt sein. Sie umfassen gemeinsame Prozesse für die Interaktion zwischen allen großen europäischen Anbietern von Tripartydienstleistungen und ihren Teilnehmern einschließlich des Eurosystems.
  • Billing Standards – Diese sollen gestaffelt ab November 2022 umgesetzt werden. Sie sehen ein einheitliches Regelwerk für die Übermittlung von Abrechnungsinformationen durch Anbieter von Nachhandelsdienstleistungen im Zusammenhang mit der Verwahrung und Verwaltung von Sicherheiten, einschließlich der Angleichung der Abrechnungsfrequenz und -kosten, vor.
  • Standards für Kapitalmaßnahmen (Corporate Action-Standards) – Diese sollen gestaffelt ab November 2022 umgesetzt werden. Zunächst wurden harmonisierte Geschäftsprozesse für die Behandlung von Kapitalmaßnahmen für Schuldtitel gebilligt. Die Arbeiten für andere Instrumente, z. B. Aktien sind in Gange.

Weitere Informationen werden über die nationalen Nutzergremien bereitgestellt.