Zahlen und Fakten rund ums Bargeld 20 Jahre Euro

Banknotenumlauf im Eurosystem

Die ausgegebene Menge an Bargeld steigt kontinuierlich an: in den letzten zehn Jahren wuchs der Banknotenumlauf durchschnittlich um mehr als fünfeinhalb Prozent pro Jahr. Bereits am Ende des Jahres 2014 wurde die Grenze von einer Billion Euro überschritten, wobei aktuell über 1,2 Billionen Euro ausgegeben wurden. Betrachtet man das gesamte Eurosystem, so ist die Bundesbank mit Abstand der größte Bargeldemittent. Über die wertmäßige Hälfte aller Banknoten im Umlauf stammt aus den Tresoren der deutschen Zentralbank.

Das Bargeld genießt innerhalb der Bevölkerung ein sehr hohes Vertrauen. Dies zeigte sich vor allem während der Finanzkrise 2008. In diesem Zeitraum nahmen die Auszahlungen von Banknoten außergewöhnlich stark zu – nicht nur in den sogenannten Krisenländern, sondern auch in Deutschland.

Dies zeigt: Bargeld spielt nicht nur im Alltags- und Wirtschaftsleben eine bedeutende Rolle, sondern wird auch abseits dessen als stabiles Wertaufbewahrungsmittel geschätzt. Die Bundesbank setzt sich deshalb für einen Erhalt des Bargelds ein, damit die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin das von ihnen bevorzugte Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel verwenden können.

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Banknotenumlauf des Eurosystems nach Stückelung

Gegen Jahresende wird deutlich mehr Bargeld nachgefragt als im übrigen Jahr. Dies ist auf die Zeit vor Weihnachten zurückzuführen, in welcher der private Konsum deutlich ansteigt und die Ausgaben bar beglichen werden. Die wertmäßig am häufigsten im Alltag genutzte Banknote ist der „mittelgroße“

50€-Schein.

Die betragsmäßig größten Scheine dienen zumeist der Wertaufbewahrung und finden im täglichen Leben deutlich weniger Verwendung als andere Banknoten. Besonders ersichtlich ist dies am Beispiel des 500€-Scheins: die ausgegebene Menge dieser Banknoten stieg bis Jahresbeginn 2016 kontinuierlich an bzw. blieb annähernd konstant. Kurz darauf sank die im Umlauf befindliche Anzahl Banknoten dieser Stückelung vorübergehend deutlich, obwohl der 500er auch nach dem Ausgabestopp am 26. April 2019 weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel bleibt. Die Zentralbanken des Eurosystems nehmen diese Scheine auch in Zukunft zum Umtausch in andere Euro-Banknoten entgegen.

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Münzumlauf im Eurosystem

Die Münzhoheit im Eurosystem liegt bei den einzelnen Mitgliedstaaten. Deswegen weisen Münzen neben einer gemeinsamen europäischen Seite auch jeweils eine nationale Münzseite auf. Neben den bekannten Kursmünzen zwischen einem Cent bis zwei Euro kann jeder Staat eigene Sammlermünzen ausgeben: in Deutschland erfreuen sich unter anderem die 5-Euro-Münzen mit farbigem Polymerring einer großen Beliebtheit. Diese herausgegebenen Sammlermünzen gelten nur in den jeweiligen Ausgabeländern als gesetzliches Zahlungsmittel.

Europaweit wurden bisher 130 Milliarden Münzen im Gesamtwert von 29 Milliarden Euro ausgegeben. Von den Stückzahlen her liegt die 1-Cent-Münze mit über 35 Milliarden ausgegeben Münzen ganz vorne. Nimmt man noch die 2- und 5-Cent-Münzen hinzu, so stellen diese stückmäßig annähernd zwei Drittel der ausgegebenen Münzen dar, welche allerdings nicht einmal sieben Prozent des wertmäßigen Umlaufs ausmachen. Im Gegensatz dazu bestehen fast 70 % des umlaufenden Münzwerts in Form von 1- und 2-Euromünzen. In Deutschland nimmt die Aufgabe als Münzherr das Bundesministerium der Finanzen wahr. Teile der operativen Aufgaben sind an die Deutsche Bundesbank übertragen.

Übrigens: in Deutschland sind Gläubiger verpflichtet, bis zu 50 Münzen oder Münzen im Gegenwert von bis zu 200 Euro anzunehmen, sofern dies zuvor nicht explizit ausgeschlossen wurde.

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Falschgeldaufkommen in Deutschland

Eine weitere Aufgabe der Bundesbank ist die Falschgeldprävention. Dennoch lässt es sich nicht vermeiden, dass Kriminelle versuchen, gefälschte Scheine in den Geldkreislauf einzubringen. Aufgrund seiner hohen Nutzung im Alltag wird in Deutschland besonders häufig der 50-Euro-Schein gefälscht.

Der in der Vergangenheit entstandene Schaden durch Falschgeld ist im Vergleich zur Gesamtmenge an umlaufendem Bargeld sehr gering. Unser Bargeld ist auch weiterhin sicher: Es wird versucht, Falschgeld an der Ladenkasse in den Geldkreislauf einzubringen, wodurch die Verbraucher nur selten direkt mit Fälschungen konfrontiert werden. Damit die hohe Banknotenqualität auch weiterhin erhalten bleibt führt das Eurosystem seit Mai 2013 eine neue Banknotenserie mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen, die sogenannte Europaserie, ein.

Sofern ein Bürger doch einmal Falschgeld erhält sollte er dies der Polizei melden, da der Erwerb und die Weitergabe von Falschgeld im strafbaren Bereich liegen.

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Ausstehende DM-Banknoten und DM-Münzen

Auch wenn die Deutsche Mark seit Beginn des Jahres 2002 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr ist, so befinden sich noch immer große Mengen an Banknoten und Münzen in Umlauf. Nur allmählich finden diese ihren Weg zurück zur Bundesbank.

Wer heutzutage noch D-Mark in Form von Münzen oder Scheinen findet kann diese zeitlich unbegrenzt zu einem festgelegten Kurs und unlimitiert bei einer der Filialen der Deutschen Bundesbank umtauschen. Es gibt derzeit keine Pläne, nach welchen diese Möglichkeit in Zukunft nicht mehr angeboten werden soll.

Privatpersonen können bei einer Bundesbankfiliale auch ihre Euro-Banknoten in Münzen und umgekehrt wechseln. Diese Dienstleistung wird, ebenso wie der Umtausch von D-Mark, kostenfrei angeboten.


Verwendung der ausgegebenen Banknoten der Bundesbank

Neben der alltäglichen Verwendung des Euros als Zahlungsmittel wird der Großteil der Banknoten nicht für Einkäufe, sondern vor allem als Wertaufbewahrungsmittel genutzt. Zudem ist der Euro eine im Ausland beliebte Reservewährung, ähnlich wie der US-Dollar heutzutage und die D-Mark früher. Hier spielen Sicherheits- und Stabilitätsgedanken derjenigen, welche das Bargeld horten, eine wichtige Rolle. Das Ansehen des Euros ist somit auch außerhalb der Währungsunion nicht zu unterschätzen.

Aber ebenso gibt es im Inland viele Menschen, die große Mengen an Bargeld beiseitelegen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: einige Personen bewahren einen Notgroschen bei sich auf, während andere auf diese Weise sparen.

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Anteil von Zahlungsinstrumenten nach Umsatz und Zahlungsvorgängen

Die Deutsche Bundesbank führt in einem regelmäßigen Abstand von drei Jahren eine repräsentative Umfrage zum Zahlungsverhalten der Konsumenten durch. Sowohl nach Umsatz als auch nach Zahlungsvorgängen ist Bargeld bei den Verbrauchern das mit Abstand beliebteste Zahlungsmittel. Zwar lässt sich über die Jahre hinweg ein langsamer, kontinuierlicher Rückgang der Nutzung feststellen, allerdings ist noch lange nicht abzusehen, dass das Bargeld vollständig von bargeldlosen Zahlungsmitteln abgelöst wird. Dort dominiert die Nutzung der Girocard, auch als Bank- oder Kontokarte bekannt.

Die Verbraucher in Deutschland haben Zugriff auf eine Vielfalt an verschiedensten Zahlungsmitteln. Die Bundesbank verhält sich hierbei neutral: den Bürgern wird nicht vorgegeben, welches Zahlungsverfahren sie nutzen sollen. Stattdessen soll jeder Einzelne entscheiden können, welches Zahlungsmittel er bevorzugt. Banknoten und Münzen stellen hierbei einen festen Bestandteil im Alltag vieler Menschen dar, weshalb die Bundesbank auch weiterhin für eine Beibehaltung des Bargelds Position bezieht und Abschaffungsbestrebungen entschieden entgegentritt.