20 Jahre Euro

Auf dem Weg zum Euro 20 Jahre Euro

07.02.1992 | Vertrag von Maastricht unterzeichnet

Hans-Dietrich Genscher unterzeichnet den Maastricht Vertrag
Am 7. Februar 1992 unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Vertrag von Maastricht. In Kraft tritt er 1993 und legt damit den Grundstein für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion.

Der Maastricht-Vertrag sieht die Einführung der Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen vor. Die erste Stufe beginnt mit der Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen zwischen den Mitgliedstaaten rückwirkend zum 1. Juli 1990.

01.01.1994 | Europäisches Währungsinstitut

EWI-Pioniermannschaft vor dem Eurotower
Mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI) beginnt am 1. Januar 1994 die zweite Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion. Das EWI ist das Vorgängerinstitut der Europäischen Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Mitglieder sind die Zentralbanken aller EU-Staaten, die sich für die Einführung einer gemeinsamen Währung entschieden haben. Das EWI soll die Währungsunion regulatorisch, organisatorisch und auch logistisch vorbereiten. Darüber hinaus ist das EWI dafür verantwortlich, die geldpolitische Koordination zwischen den Mitgliedstaaten im Hinblick auf die kommende Währungsunion zu verbessern. Die Verantwortung für die Geldpolitik bleibt jedoch bis zum Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 bei den nationalen Zentralbanken.

15.12.1995 | Der „Euro“ wird geboren

Präsentation des Euro auf der Pressekonferenz
Auf der Tagung des Europäischen Rates in Madrid einigen sich die Staats- und Regierungschefs im Dezember 1995 auf einen Fahrplan für die Einführung der gemeinsamen Währung. Die finale, dritte Stufe der Währungsunion soll am 1. Januar 1999 beginnen. Auch ein Name ist inzwischen gefunden: Die neue Währung, mit der die Europäerinnen und Europäer künftig von Lissabon bis Berlin bezahlen werden, soll „Euro“ heißen.

03.12.1996 | Gestaltungsentwürfe der Euro-Banknoten

Robert Kalina präsentiert frisch gedruckte 10-Euro-Banknoten
„Zeitalter und Stile Europas“ – das ist das Thema, das das EWI für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben hat. Das EWI fordert alle Notenbanken auf, Vorschläge einzureichen. Den Zuschlag bekommt schließlich der Österreicher Robert Kalina. Der Grafiker aus Wien hat bereits den Schilling für die Oesterreichische Nationalbank entworfen. Bei den Euro-Scheinen entscheidet er sich für Fenster, Tore und Brücken als Hauptelemente. Diese wirken zwar realistisch, haben aber keine realen Vorbilder – schließlich soll sich kein Land benachteiligt fühlen.

01.06.1998 | Errichtung der Europäischen Zentralbank

Gründungsfeier der EZB in der Alten Oper in Frankfurt am Main
Am 1. Juni 1998 nimmt die Europäische Zentralbank (EZB) als Nachfolgerin des EWI ihre Arbeit auf. Ihren Sitz hat die EZB in Frankfurt am Main. Die geldpolitischen Entscheidungen für den Euro-Raum werden vom EZB-Rat getroffen. Darin sind neben dem EZB-Präsidenten sowie dem Vizepräsidenten und den vier weiteren Mitgliedern des Direktoriums auch die Notenbankgouverneure aller nationalen Zentralbanken des Eurosystems vertreten. Erster Präsident der EZB wird der Niederländer Wim Duisenberg.

13.10.1998 | Geldpolitische Strategie der EZB

Gebäude der EZB in der Innenstadt von Frankfurt am Main
Im Oktober 1998 einigt sich der EZB-Rat auf eine gemeinsame geldpolitische Strategie für den Euro-Raum. Genau wie die Bundesbank setzt die EZB von Beginn an auf eine stabilitätsorientierte Geldpolitik. Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist es, Preisstabilität zu gewährleisten. Der EZB-Rat definiert diese als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von unter zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Mai 2003 konkretisiert der Rat, dass dieses Ziel mittelfristig erreicht werden solle und die Preissteigerung im Mittel unter, aber nahe zwei Prozent betragen solle.

Der EZB-Rat entscheidet im Herbst 1998 außerdem, dass zunächst elf EU-Mitgliedstaaten an der dritten Stufe der Währungsunion teilnehmen dürfen. Diese Länder erfüllen alle Voraussetzungen, die sogenannten Konvergenzkriterien, um den Euro als Währung einzuführen. Dazu gehören neben Preis- und Wechselkursstabilität eine festgelegte maximale Höhe der langfristigen Zinsen sowie eine Obergrenze für den öffentlichen Schuldenstand eines Landes.

01.01.1999 | Der Euro als Buchgeld

Euro-Welcome-Party auf dem Willy-Brandt-Platz in Frankfurt am Main
Am 1. Januar 1999 beginnt die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion mit der Einführung des Euro als Buchgeld. Alle Euro-Länder geben ihre Staatsschuldentitel von nun an in Euro aus und auch an den Finanzmärkten notieren die meisten Kurse bereits in Euro. 
 

Parade in Paris zum Start des Euro
Gleichzeitig geht die geldpolitische Verantwortung von den nationalen Notenbanken auf das Eurosystem über. Viele Preise werden ab diesem Zeitpunkt doppelt ausgewiesen – so können sich die Verbraucherinnen und Verbraucher frühzeitig an die neuen Währungsrelationen gewöhnen.

01.09.2001 | Das „Frontloading“ beginnt

Lagerung von Banknotenpaketen der Stückelung 500 EURO in Düsseldorf
Im September 2001 beginnt die Bundesbank damit, die Kreditinstitute vorzeitig mit Euro-Bargeld auszustatten. Dieses sogenannte „Frontloading“ ist aus logistischen Gründen notwendig, damit zu Beginn der Währungsumstellung im Januar 2002 alle Banken über ausreichend Euro-Bargeld für die ersten Tage verfügen. Die Banken können das Geld in eigener Verantwortung bereits an ihre Geschäftskunden weitergeben. Die Bundesbank geht von einem Frontloading-Bedarf in Höhe von 68 Milliarden Euro in Banknoten und etwa 4,4 Milliarden Stück Euro-Münzen aus.

17.12.2001 | Die Euro-Starterkits

Die Starter-Kits zur Euro-Einführung
Am 17. Dezember 2001 beginnen die Kreditinstitute damit, Euro-Haushaltsmischungen an die Bürgerinnen und Bürger abzugeben. Diese sollen der Bevölkerung dabei helfen, sich mit den neuen Münzen vertraut zu machen. Die Münzhaushaltsmischungen enthalten je 20 Euro- beziehungsweise Cent-Münzen im Gesamtbetrag von 10,23 Euro. Dies entspricht einem Gegenwert von 20 DM.

01.01.2002 | Der Euro als Bargeld

Seniorinnen mit Euro-Scheinen
Seit dem 1. Januar 2002 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in zunächst zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion. In Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien bezahlen die Bürgerinnen und Bürger von diesem Zeitpunkt an mit Euro-Banknoten und -Münzen. Wer will, kann in Deutschland aber noch bis Ende Februar mit D-Mark zahlen.

Bis Ende 2001 sind etwa 15 Milliarden Euro-Banknoten mit einem Nennwert von 630 Milliarden Euro gedruckt und über 51 Milliarden Euro-Münzen im Gesamtwert von 16 Milliarden Euro geprägt worden.

Viele Deutsche stehen der Einführung des Euro zunächst skeptisch gegenüber. Kritische Stimmen fürchten vor allem um die Stabilität der Währung – hat die D-Mark sich doch über 50 Jahre lang als stabil erwiesen. Bereits kurz nach der Einführung des Euro steigt die Zustimmung für den Euro allerdings deutlich.

09.2003 | Die Europa-Serie

Im September 2003 beschließt der EZB-Rat die Einführung einer zweiten Euro-Banknotenserie. Zwei Gründe geben den Ausschlag für eine neuen Banknotenserie: Fälschungen sollen aufgrund neuer und verbesserter Sicherheitsmerkmale leichter erkennbar sein, außerdem sollen die Geldscheine der niedrigeren Nennwerte (5 Euro und 10 Euro) künftig weniger verschmutzungsanfällig sein und länger umlaufen können.

Bei der Entwicklung der neuen Scheine werden neben Verbraucherschutzverbänden unter anderem auch Fachleute von Wertdienstleistern, aus dem Einzelhandel sowie Hersteller von Geräten zur Banknotenverarbeitung hinzugezogen. Im Jahr 2007 wählt der EZB-Rat schließlich die Sicherheitsmerkmale der neuen Banknotenserie aus.

Die zweite Serie wird auch Europa-Serie genannt, weil zwei der Sicherheitsmerkmale ein Portrait der Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie – enthalten. Sie ist sowohl im Wasserzeichen als auch im Hologrammstreifen der neuen Banknoten zu sehen. Reinhold Gerstetter, ein Banknotendesigner aus Berlin, gestaltet die neuen Scheine.

01.01.2007 | Der Euro-Raum erweitert sich

Nationale Rückseite der 2-Euro-Umlaufmünze in Slowenien
2-Euro-Umlaufmünze
Ab 2007 treten immer mehr europäische Staaten dem Euro-Raum bei. Am 1. Januar 2007 führt Slowenien den Euro als Währung ein. Ein Jahr später folgen Zypern und Malta, 2009 dann die Slowakei. Seit dem 1. Januar 2011 bezahlen auch die Menschen in Estland mit dem Euro. Am 1. Januar 2014 tritt Lettland dem Euro-Währungsgebiet bei, genau ein Jahr später Litauen. Der Euro-Raum umfasst seitdem 19 Mitgliedstaaten.



02.05.2013 | Erste Banknote der Europa-Serie wird in den Umlauf gebracht

Eine 5 Euro-Banknote vor der Zentrale der Bundesbank
Die Einführung der neuen Banknotenserie ist organisatorisch, logistisch und produktionstechnisch eine große Herausforderung. Daher werden die einzelnen Stückelungen stufenweise eingeführt.

Am 2. Mai 2013 ist es soweit: Die 5-Euro-Banknote wird als erster Schein der neuen Europa-Serie in den Umlauf gebracht. Seit dem 23. September 2014 können Verbraucherinnen und Verbraucher mit den neuen 10-Euro-Banknoten zahlen. Am 25. November 2015 wird die 20-Euro-Banknote in dem Verkehr gegeben. Die neuen 50-Euro-Scheine sind seit dem 4. April 2017 im Umlauf. 

Insbesondere die Einführung der 20- und 50-Euro-Scheine hat dazu geführt, dass in Deutschland deutlich weniger Falschgeld im Umlauf ist. Die neuen, verbesserten Sicherheitsmerkmale machen es Geldfälschern schwerer, diese zu imitieren. Im Jahr 2017 ging die Zahl der Fälschungen gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf einen Nennwert von 4,1 Millionen Euro zurück.

Komplettiert wird die Europa-Serie mit den 100- und 200-Euro-Scheinen. Sie werden ab dem 28. Mai 2019 ausgegeben. Ein 500-Euro-Schein ist in dieser Serie nicht mehr enthalten.