99. Kieler Konjunkturgespräche in der Hauptverwaltung HMS

99. Kieler Konjunkturgespräche in der Hauptverwaltung HMS Hauptverwaltung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Wie beeinflusst die Digitalisierung das Wachstumspotential in Europa und anderswo? Und was bedeutet das für die Geldpolitik und globalen Wirtschaftsbeziehungen im 21. Jahrhundert?

Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der 99. Kieler Konjunkturgespräche des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), die am 15. und 16. April 2019 erstmalig in Kooperation mit der Hauptverwaltung der Bundesbank in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein  stattfanden. Knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Banken und der Wissenschaft waren der Einladung der Veranstalter gefolgt. Unter dem Tagungsthema: „Evolution or Revolution? The Economic Consequences of Digitalization“ referierten und diskutierten Expertinnen und Experten aus dem IfW, der Bundesbank und anderen Forschungsinstituten über aktuelle Wachstumstrends und Konjunkturprognosen.

99. Kieler Konjunkturgespräche in der Hauptverwaltung HMS
Dr. Arno Bäcker bei der Begrüßungsansprache
Der Präsident der Hauptverwaltung, Arno Bäcker, wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, wie technologischer Fortschritt und Digitalisierung in den vergangenen Jahrzehnten den unbaren Zahlungsverkehr und die Geldbearbeitung  verändert haben. IfW-Präsident Gabriel Felbermayr ging in seinen Einleitungsworten unter anderem auf mögliche Auswirkungen der Digitalisierung auf die globalen Handelsbeziehungen ein. Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums des IfW, erläuterte Querbeziehungen zwischen Digitalisierung und Verbraucherpräferenzen.

99. Kieler Konjunkturgespräche in der Hauptverwaltung HMS
Jens Ulbrich während seines Vortrags

Die Keynote-Ansprachen beschäftigten sich mit verschiedenen Aspekten von Automatisierung und Digitalisierung. Jens Südekum, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, stellte dar, wie Investitionen in selbstlernende Roboter die Einkommensverteilung in den Industrieländern verändern könnten und wie sich Gesellschaften auf diesen Wandel vorbereiten können. Jens Ulbrich, Leiter des Zentralbereichs Volkswirtschaft der Bundesbank, erörterte die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Inflation und nahm zu aktuellen Diskussionen über die Einführung von digitalem Zentralbankgeld Stellung.

Die anschließenden Referate und Diskussionen konzentrierten sich auf die wirtschaftliche Lage in wichtigen Volkswirtschaften und Wirtschaftsräumen. Dabei spielte der demographische Wandel in China ebenso eine Rolle wie die Wirtschaftspolitik der USA und Herausforderungen in verschiedenen EU-Staaten. Insgesamt zeigten die 99. Kieler Konjunkturgespräche ein vielschichtiges Bild der aktuellen Weltwirtschaftslage und boten für die Expertinnen und Experten die Gelegenheit zum Netzwerken und zur Vertiefung von Analysen in kleineren informellen Gesprächsrunden. Die Zusammenarbeit zwischen IfW und der Hauptverwaltung fand deshalb großen Anklang.