Jan Böhme

Jan Böhme, ehemaliger Trainee

Jan Böhme

Als ich mich für das Traineeprogramm der Deutschen Bundesbank beworben habe, waren mir lediglich ihre fünf Kerngeschäftsfelder- Geldpolitik, Finanz- und Währungssystem, Bankenaufsicht, Bargeld, Unbarer Zahlungsverkehr- bekannt. Dass darüber hinaus vielfältige weitere Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wurde mir erstmals im Einführungslehrgang zu Beginn des zwölfmonatigen Programms deutlich gemacht. Eine Mitarbeit in der Personal- oder in der Kommunikationsabteilung? Oder eine Praxisphase in der Stabsstelle in einer der neun Hauptverwaltungen? Alles kein Problem. Dem großen Angebot folgte also der berühmte "Sprung ins kalte Wasser" - wo will ich die ersten acht Wochen verbringen?

Zur Auswahl der Praxisphasen steht eine umfangreiche interne "Projektbörse" zur Verfügung. In dieser kann man - mit wenigen Ausnahmen - ein vorgegebenes Thema bzw. eine Mitarbeit im Tagesgeschäft auswählen oder gar mit einem Fachbereich ein selbst erdachtes Projekt absprechen. Die Ausbildungsleiter des Traineeprogramms koordinieren diese Präferenzen dann mit den entsprechenden Fachbereichen. Grundsätzlich stehen alle Fachbereiche für eine Mitarbeit zur Verfügung, lediglich aus Termin- oder Personalkapazitätsgründen kann es vorkommen, dass ein gewähltes Projekt nicht bearbeitet werden kann.

Ich habe mich zunächst für eine Mitarbeit im Zentralbereich Bargeld entschieden, da mir der Bezug zur Praxis in meiner täglichen Arbeit sehr wichtig ist und Bargeld ein "greifbarer" Begriff ist. Die Aufnahme durch die Kollegen war sehr zuvorkommend und hilfsbereit, so dass die ersten zwei Monate fast zu schnell vergingen. Es folgte ein Lehrgang im Tagungszentrum der Bundesbank in Eltville zu den Themen "Barer und Unbarer Zahlungsverkehr" sowie "Interne Dienste", während dem vielfältige Aspekte in Vorträgen und Gruppenarbeiten thematisiert wurden. Passenderweise wählte ich als zweite Praxisphase eine Mitarbeit im Zentralbereich "Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme", der sich mit dem unbaren Zahlungsverkehr beschäftigt - zum einen, da ich das Gegenstück zum Bargeld kennenlernen wollte und zum anderen, weil mich einige der in den Vorträgen vermittelten Sachverhalte interessierten. Das im vorangegangenen Lehrgang erworbene Wissen stellte sich dabei oft als sehr hilfreich heraus.

Der anschließende dreiwöchige Eltville-Aufenthalt hatte die Themen Bankenaufsicht, Finanz- und Währungssystem sowie Personalführung zum Inhalt. Meine dritte Praxisphase verbrachte ich dann- insbesondere aus Interesse am Thema Personalentwicklung - in der gleichnamigen Hauptgruppe im Zentralbereich Personal. Dort konnte ich beispielsweise Einblicke in die Implementierung der sogenannten Führungsgrundsätze, dem neuen Führungsleitbild der Bundesbank, gewinnen und darüber hinaus die Auswahlverfahren für den höheren Dienst begleiten. Gerade die Aktualität dieser Themen machten die Mitarbeit im Personalbereich abwechslungsreich und spannend, was auch der sehr offenen Art der dortigen Kollegen zu danken war.

Nach dem letzten Lehrgang des Traineeprogramms im Juni zum Thema Geldpolitik begann ich eine weitere Praxisphase im Bereich "Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme", diesmal jedoch im Fachgebiet Target2 Securities (T2S). Da T2S zeitnah "live" gegangen ist, erhoffte ich mir wiederum Aktualität und eine Arbeit "nah am Geschehen".

Zusammengefasst bin ich mit der Wahl meiner Praxisphasen bislang sehr zufrieden. Abgesehen von den umfangreichen praktischen Erkenntnissen, die man in jeder der acht bis zehn Wochen gewinnt, vergrößert sich auch das persönliche Netzwerk sehr schnell über die "Mittrainees" hinaus. Das Traineeprogramm eignet sich aus meiner Sicht daher ideal für einen Einstieg in die sehr mitarbeiterstarke Bundesbank, gibt genügend Spielräume und  vermittelt wertvolle Erfahrungen, um am Ende des Programms einen individuell passenden Platz in der Institution zu finden.