Marius Kokert © Nils Thies

Marius Kokert, ehemaliger Trainee und nun Mitarbeiter im Bereich "Banken und Finanzaufsicht"

Marius Kokert © Nils Thies

Seit etwa einem Jahr arbeite ich bei der Bundesbank als Redenschreiber im Bereich "Banken und Finanzaufsicht". Mein kleines Team bereitet Reden und andere öffentliche Auftritte des Vorstands vor. An einem typischen Arbeitstag sitze ich zum Beispiel vormittags in der Nachbesprechung zum "Supervisory Board", dem Leitungsgremium der gemeinsamen europäischen Bankenaufsicht. Mein Chef berichtet von der letzten Sitzung: Wie wurde die jüngste Bankenabwicklung bewertet? Was wissen wir zu den Auswirkungen des Brexit auf den Finanzsektor? Wie sollen IT-Risiken künftig überwacht werden? Ich muss auf dem Laufenden bleiben, denn am Nachmittag werde ich mir überlegen, welche Relevanz die neuesten Entwicklungen für die Arbeit der Bundesbank haben und wie wir uns dazu positionieren. Am Ende entsteht daraus ein Vortrag, mit dem unser Vorstand bei einer Fachkonferenz auftritt, oder ein Interview in einer Zeitung.

Bei der Vorbereitung muss ich vor allem dafür sorgen, dass die Informationen fachlich wasserdicht, relevant und hochaktuell sind. Hier helfen mir mein Studium der VWL und das breite Wissen über die Bankenregulierung und -aufsicht, das ich in meiner Zeit hier aufgebaut habe. Und die geballte Expertise hunderter Kolleginnen und Kollegen ist nur einen Anruf entfernt.

Über das Traineeprogramm bin ich als Generalist bei der Bundesbank eingestiegen. Meine jetzige Stelle setzt das konsequent fort. Einige aus meinem Traineejahrgang haben sich stärker spezialisiert – in der Kapitalmarktanalyse, in der Statistik, im Zahlungsverkehr. Das Aufgabenspektrum einer Zentralbank ist unglaublich breit und bietet viel Raum, den individuellen Stärken und Interessen nachzugehen.

Hier lag für mich auch einer der großen Vorteile des Traineeprogramms: Es hat mir die Zeit gegeben, mich auszuprobieren und sowohl verschiedene Themen als auch die Bundesbank als Arbeitgeber kennenzulernen. Was ich gesehen habe, hat mich überzeugt. Und auch ein Jahr später bin ich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben..