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Bargeldumlauf

Bargeldumlauf

Grafik: Verwendung von Bargeld
Verwendung von Bargeld

In Deutschland ist der Bargeldumlauf von 1950 bis Ende 2000 von 8,5 Milliarden DM (4,3 Mrd. Euro) auf 274,2 Milliarden DM (140,2 Mrd. Euro) gestiegen. Diese Zunahme stand in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Einkommen und der Wirtschaftsumsätze. Hinzu kam 1990 ein Anstieg durch die Erweiterung des Währungsgebietes der D-Mark im Zuge der deutschen Wiedervereinigung. Darüber hinaus war die D-Mark auch im Ausland ein begehrtes Zahlungsmittel. Auf lange Sicht ist der Bargeldumlauf in ähnlichem Ausmaß gewachsen wie das Bruttoinlands­produkt, die Summe aller in Geld bewerteten Waren und Dienst­leistungen, die in unserem Land  erschaffen werden. In den Jahren 2001 und 2002 kam es aufgrund der Einführung des Euro-Bargeldes zu einem starken Rückfluss von D-Mark-Bargeld. Nach der Umstellung auf den Euro hat der Bargeldumlauf aber wieder deutlich zugenommen. Dies beruht im Wesentlichen auf seiner Beliebtheit als Wertaufbewahrungsmittel und einer erhöhten Auslandsnachfrage nach Banknoten (aus Ländern der EU ohne Euro und vor allem aus Ländern außerhalb der EU). 

Zwar verliert das Bargeld gegenüber bargeldlosen Zahlungsformen beständig an Bedeutung, doch zahlten Privatpersonen  – 2014 ähnlich wie 2011 und 2008 – 53% ihrer Umsätze mit Banknoten und Münzen. Ausgenommen sind hier regelmäßige Zahlungen wie Mieten. Dies geht aus der dritten Studie der Bundesbank zum „Zahlungsverhalten in Deutschland“ hervor. Danach wird der Großteil der Zahlungen bis 50 Euro bar bezahlt. Der durchschnittliche Geldbeutel einer Privatperson enthält 103 Euro an Banknoten und Münzen.

Die Vorteile des Bargeldes liegen u. a. darin, dass es unabhängig vom Einsatz technischer oder sonstiger Hilfsmittel schnell und anonym verwendbar ist. Es lässt sich auch jederzeit wieder in Buchgeld umwandeln.

Bargeldkreislauf in Deutschland

Grafik: Bargeldkreislauf in Deutschland
Bargeldkreislauf in Deutschland

In Deutschland liefern die Druckereien und Münzprägeanstalten Banknoten und Münzen an die Deutsche Bundesbank aus. Die Geschäftsbanken oder von ihnen beauftragte Wertdienstleister holen das Bargeld bei den Filialen der Bundesbank ab. Über die Banken gelangt das Geld dann zu Unternehmen und  privaten Haushalten in den Wirtschaftskreislauf. Umgekehrt zahlen die Teilnehmer des Wirtschaftskreislaufs Bargeldüberschüsse bei den Geschäftsbanken wieder ein. Diese behalten davon einen kleinen Teil für zu erwartende Abhebungen ihrer Kundschaft,  beispielsweise an den Kassenschaltern.

Für die Bestückung von Geldausgabeautomaten (GAA) müssen die Banknoten seit 2007 nicht mehr ausschließlich von der Bundesbank bezogen werden. Die Betreiber von GAA können vielmehr – mit von den Notenbanken des Eurosystems getesteten Maschinen – selbst Banknoten auf Qualität und Echtheit prüfen und dann wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückführen. Diese Regelung verkürzt den Bargeldkreislauf. 

Bargeld, das Kreditinstitute  nicht benötigen, bringen sie direkt oder über Wertdienstleister zur Bundesbank zurück. Auch einzelne Unternehmen können direkt oder über Wertdienstleister bei der Bundesbank Bargeld einzahlen.

Erhaltung der Bargeldqualität

Grafik: Geschredderte Banknoten
Geschredderte Banknoten

Die von der Bundesbank ausgegebenen Banknoten kehren regelmäßig zu ihr zurück und werden von ihr bearbeitet. Dies ist wichtig, um den Bargeldumlauf von schlechtem und falschem Geld säubern zu können. Denn auf ihrem Weg von Hand zu Hand werden die Geldscheine verschmutzt oder beschädigt. Diese Banknoten werden nicht wieder in den Umlauf gegeben, sondern vernichtet und durch druckfrische Banknoten ersetzt, weil es unter Umständen schwierig wäre, sie auf Echtheit zu prüfen und für Zahlungen an Automaten zu verwenden. Je besser die Qualität der umlaufenden Banknoten ist, desto schwerer fällt es zudem Geldfälschern, falsche Banknoten in den Bargeldkreislauf zu schleusen.

In den Filialen der Bundesbank werden die aus dem Verkehr gezogenen Banknoten (Ausnahme: Falschgeld) geschreddert, zu Briketts gepresst und dann – den jeweils örtlichen Abfallentsorgungsvorschriften entsprechend – entsorgt. Nicht mehr umlauffähige Münzen werden im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen entwertet und anschließend zu dessen Gunsten über das Verwertungsunternehmen des Bundes (VEBEG) an Metallproduktionsstätten verkauft. So wird das Metall der Münzen wiederverwertet.

Traditionell prüft in Deutschland die Bundesbank Banknoten auf Echtheit und Umlauffähigkeit, um die Qualität des umlaufenden Bargeldes zu garantieren. Allerdings können inzwischen auch Geschäftsbanken und von diesen beauftragte Wertdienstleister diese Prüfung und Wiederausgabe nach den Vorgaben des Eurosystems vornehmen. Aussortiertes Geld lassen sie zur Bundesbank bringen. Bargeld, das die Zentralbank aus dem Verkehr gezogen hat, ersetzt sie durch neue Banknoten und Münzen. 

Die Lebensdauer der Banknoten hängt vom Nennwert ab. Banknoten kleiner Stückelungen (5, 10, 20, 50 Euro) werden nach ein bis vier Jahren vernichtet und ersetzt. Banknoten großer Stückelungen (100, 200, 500 Euro) haben zum Teil eine Lebensdauer  von weit über zehn Jahren. Im Gegensatz zum Papiergeld unterliegen Münzen einer deutlich geringeren Abnutzung und können daher in der Regel jahrzehntelang verwendet werden.

Ersatz für beschädigtes Bargeld

Grafik: Beschädigtes Bargeld
Beschädigtes Bargeld

Im täglichen Leben wird Bargeld auch immer wieder  unbeabsichtigt beschädigt. Es wird beispielsweise zerrissen, mitgewaschen, versehentlich geschreddert oder auch von Haustieren angefressen.

Für stark beschädigte Geldscheine, die im Zahlungsverkehr nicht mehr angenommen werden, leisten die nationalen Zentralbanken des Euroraums, so auch die Bundesbank, dem Inhaber Ersatz. Voraussetzung ist allerdings, dass der Inhaber Teile der Banknote vorlegt, die insgesamt größer sind als die Hälfte. Ansonsten muss er nachweisen, dass der Rest der Banknote, von der er nur die Hälfte oder einen kleineren Teil vorlegen kann, vernichtet ist. Wenn ein Geldschein so stark beschädigt ist, dass ein einwandfreier Nachweis nicht mehr zu führen ist, muss die Bundesbank den Schaden nicht ersetzen. Ebenso wenig ersetzt sie zusam­mengeklebte Banknoten, wenn festgestellt wird, dass die Scheine in betrügerischer Absicht verändert worden sind. In Zweifelsfällen verhindert die Kontrolle der Seriennummer auf der Banknote, dass sie Geldscheine doppelt erstattet.

Beschädigte Cent- und Euro-Münzen sowie D-Mark- und Pfennig-Münzen ersetzt die Bundesbank, wenn die Münzen durch den im Zahlungsverkehr üblichen Gebrauch abgenutzt oder verschmutzt sind. Für mutwillig oder beispielsweise beim Recycling von Rohstoffen veränderte Münzen leistet sie keinen Ersatz.

Umtausch nicht mehr gültigen Bargeldes

Die Euro-Zentralbanken tauschen die Banknoten und Münzen ihrer ehemaligen Währungen zum Teil noch um. Die Filialen der Deutschen Bundesbank wechseln nahezu alle Banknoten und Münzen, die auf D-Mark und Pfennig lauten, zeitlich unbefristet und gebührenfrei in Euro. Dies gilt für alle D-Mark-Banknotenserien und -Münzen, die seit 1948 ausgegeben worden sind. Ende April 2017 waren noch rund 6 Milliarden DM an Banknoten und 6,7 Milliarden DM an Münzen im Umlauf. Währungen anderer Staaten tauscht die Bundesbank nicht um. Für deren Umtausch muss man sich an die jeweils zuständige nationale Zentralbank wenden.

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