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Die Euro-Münzen

Die Euro-Münzen

Für die Ausgabe von Euro-Münzen sind die einzelnen Mitgliedstaaten im Euro-Währungsgebiet verantwortlich. Dazu gehört auch das Recht, die nationale Seite der Euro-Münzen zu gestalten. Die für den täglichen Zahlungsverkehr verwendeten Münzen bezeichnet man als Umlaufmünzen.

Gestaltung

Grafik: Die europäische Münzseite
Die europäische Münzseite

Während die Banknoten der Euro-Staaten ausschließlich auf Euro lauten, lauten Münzen auch auf Cent. Die Euro-Münzen gibt es in acht Stückelungen zu 1, 2, 5, 10, 20  und 50 Cent sowie zu 1 und 2 Euro.

Im Gegensatz zu den Banknoten ist das Aussehen der Münzen nicht in allen Ländern des Euro-Währungsgebiets gleich. Während eine Münzseite länderübergreifend einheitlich gestaltet ist, wird die andere Seite in jedem Land mit individuellen Motiven versehen. 

Die gemeinsame europäische Münzseite symbolisiert die Einheit der Europäischen Union. Sie zeigt den Münzwert neben unterschiedlich stilisierten europäischen Landkarten bzw. der Weltkugel („Europa in der Welt“) und zwölf Sternen (in Anlehnung an die Flagge der Europäischen Union). Aufgrund der Erweiterung der Europäischen Union wurde das Motiv der europäischen Seite von fünf Münzen (2, 1 Euro und 50, 20, 10 Cent) 2007 angepasst. Statt der bis dahin 15 EU-Länder zeigen die neuen Münzen ab 2007 Europa ohne Ländergrenzen.

Grafik: Die nationalen Seiten der 1-Euro-Münze der Euro-Länder
Die nationalen Seiten der 1-Euro-Münze der Euro-Länder

Die einheitliche Münzseite ging 1997 aus einem Gestaltungswettbewerb unter Federführung der EU-Kommission hervor. Der Sieger, Luc Luycx aus Belgien, ist auf den Münzen durch seine Initialen „LL“ gewürdigt.

Die nationale Münzseite hingegen wird von jedem Land individuell gestaltet. Sie zeigt unterschiedliche nationale Symbole und Persönlichkeiten. Neben den 19 Euro-Ländern können auch Monaco, San Marino, der Vatikan und Andorra aufgrund einer Vereinbarung mit der Europäischen Union Euro-Münzen mit nationaler Seite ausgeben.

Trotz der vielfältigen Motive der nationalen Münzseiten gelten die Münzen aller Euro-Länder  im gesamten Euroraum als gesetzliches Zahlungsmittel. Die umlaufenden Münzen spiegeln so die Einheit der Währungsunion in ihrer Vielfalt wider.

Grafik: Die deutsche Münzseite
Die deutsche Münzseite

Die  deutschen  Euro-Münzen tragen auf der nationalen Seite der 1-, 2- und 5-Cent-Münzen – in Anlehnung an die früheren Pfennige – den Eichenzweig. Auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen ist das Brandenburger Tor abgebildet. Die 1- und 2-Euro-Münzen zeigen – wie die früheren D-Mark-Münzen – den Bundesadler.

Sicherheitsmerkmale

Die acht Euro-Münzen unterscheiden sich in Größe, Gewicht, Material, Farbe und Dicke. Die 1- und 2-Euro-Münzen sind aus einem Münzkern und einem Münzring zusammengesetzt, die jeweils aus verschiedenen Metall-Legierungen bestehen. Daher sind diese Münzen zweifarbig. Einige Merkmale wurden ein­geführt, um insbesondere Blinden und Sehbehinderten das Erkennen der verschiedenen Stückelungen zu erleichtern. So ist der Rand der ein­zelnen Münzen unterschiedlich gestaltet.

Grafik: Die Ränder der Euromünzen
Die Ränder der Euromünzen

Bei echten Münzen hebt sich das Münzbild klar abgegrenzt und fühlbar von der übrigen Münzoberfläche ab. Alle Konturen sind deutlich und scharf ausgeprägt und klar zu erkennen. Das gilt auch für den Münzrand. Bei der Münze zu 2 Euro erschwert die eingeprägte Schrift auf dem Münzrand das Fälschen zusätzlich. Auch die Zweifarbigkeit der 1- und 2-Euro-Münzen erhöht den Fälschungsschutz.

Aufgrund eines speziellen Sicherheitsmaterials ist der Mittelteil der 1- und 2-Euro-Münzen leicht magnetisch, d. h., die Münzen werden von einem Magneten leicht angezogen und fallen bei leichtem Schütteln wieder vom Magneten ab. Der äußere Münzring der echten 1- und 2-Euro-Münzen sowie die echten 10-, 20- und 50-Cent-Münzen sind nicht magnetisch. Echte 1-, 2- und 5-Cent-Münzen aus kupferbeschichtetem Stahl sind stark magnetisch.

Fälschungen unterscheiden sich oft farblich von echten Münzen. Überzogene oder beschichtete Falschmünzen werden nach kurzer Zeit fleckig, weil sich die Beschichtung abnutzt und das andersfarbige Grundmaterial hervortritt. Erkennbar ist dies vor allem an der fühlbaren Prägung.

Herstellung

Grafik: Zeichen der Münzprägeanstalten in Deutschland
Zeichen der Münzprägeanstalten in Deutschland

Die Wahl des Münzmetalls war eine Frage der Zweckmäßigkeit und der Kosten. Die Münzlegierungen dürfen insbesondere nicht rostempfindlich sein und sollen sich im Gebrauch wenig abnutzen. Hautkontakt soll zudem keine Allergien auslösen. Wichtig ist auch, dass der Metallwert unter dem Nennwert der Münze bleibt. Sonst bestünde die Gefahr, dass die Münzen einge­schmolzen und als Ware gehandelt werden. 

Metallwerke liefern den Münzstätten die Münzrohlinge im Auftrag der Regie­rungen prägefertig. Diese Rohlinge (Ronden) werden in Prägemaschinen zwischen zwei Stahlstempeln zu Münzen geprägt.

In Deutschland stellen fünf staatliche Münzstätten die Euro-Münzen her. Dabei weist das eingeprägte Münzzeichen in Form eines Buchstabens auf die Herkunft jeder Münze hin. Die scheinbar willkürlich gewählte Buchstabenfolge geht auf die kaiserliche Regierung zurück, die unmittelbar nach Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 alle damals existierenden Münzstätten alphabetisch „durchnummerierte“.

Dabei standen die Buchstaben A bis J für die Prägeanstalten. Die Prägeanstalten mit den Buchstaben A, D, F, G und J bestehen noch heute.

Gedenk- und Sammlermünzen

Grafik: Deutsche 2-Euro-Gedenkmünzen
Deutsche 2-Euro-Gedenkmünzen

Neben Umlaufmünzen geben Staaten zu besonderen Anlässen oder zur Würdigung herausragender Persönlichkeiten auch Gedenk- und Sammlermünzen aus. So können die Länder des Euroraums 2-Euro-Münzen mit besonders gestalteten nationalen Seiten prägen lassen. Diese 2-Euro-Gedenkmünzen gelten wie die regulären 2-Euro-Münzen in allen Euro-Ländern als gesetzliches Zahlungsmittel.

In Deutschland beispielsweise erscheint seit 2006 jährlich eine besondere 2-Euro-Münze, deren Motiv jeweils einem Bundesland gewidmet ist. Die Reihenfolge der Ausgabe entspricht dem jeweiligen Vorsitz der Länder im Bundesrat. Anfang 2015 erschien auch zum Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung eine 2-Euro-Münze.

Grafik: 2-Euro-Münzen aller Euroländer
2-Euro-Münzen aller Euroländer

Andere Regierungen geben ebenfalls 2-Euro-Gedenkmünzen aus. Zum Beispiel erschienen in Belgien, Italien, Finnland und Portugal 2008 besondere 2-Euro-Münzen zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. 2007 prägten alle Euro-Länder eine 2-Euro-Münze zum 50-jährigen Bestehen der Europäischen Union (EU) mit einheitlichem Motiv, ebenso 2009 zum 10. Jahrestag der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) und 2012 zum 10. Jahrestag der Euro-Bargeld-Einführung. 2016 erschien die gemeinsame Münze „30 Jahre EU-Flagge“. 2013 gaben Frankreich und Deutschland als Zeichen ihrer Freundschaft eine gemeinsame 2-Euro-Münze aus.

Grafik: Deutsche Ausgabe
Deutsche Ausgabe

Darüber hinaus gibt es höherwertige Euro-Sammlermünzen, die nur im Ausgabeland Gültigkeit als Zahlungsmittel besitzen. Seit der Euro-Bargeld-Einführung gibt die Bundesregierung neben Sammlermünzen zu 10 Euro auch höherwertige Sammlermünzen zu 100 Euro in Gold heraus, einmalig brachte sie 2002 auch eine 200-Euro-Münze in Gold in Umlauf. 

Deutsche Euro-Goldmünzen 2017
Deutsche Euro-Goldmünzen 2017

Teil dieses höherwertigen Münzprogramms sind Sammlermünzen zu 100 Euro in Gold, die im Rahmen einer mehrjährigen Serie mit Motiven von Orten des UNESCO-Welterbes in Deutschland ausgegeben werden, sowie eine 100-Euro-Goldmünze anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006.

Seit 2010 erscheint jährlich eine Sammlermünze zu 20 Euro in Gold, die bis 2015 dem deutschen Wald, ab 2016 heimischen Vögeln gewidmet ist. 2016 wurde die Ausgabe von 10-Euro-Münzen eingestellt. Stattdessen erscheinen Silbermünzen zu 20-Euro.

Deutsche Münzserien für Sammler

Grafik:Deutsche Märchenmünzen zu 10 und 20 Euro
Deutsche Märchenmünzen zu 10 und 20 Euro

2016 ist die erste 20-Euro-Münze in Silber erschienen ­– mit einer Darstellung von Rotkäppchen aus der Serie „Grimms Märchen“. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm feierten 2012 ihren 200. Jahrestag. Seitdem hat Deutschland sechs Märchen-Münzen ausgegeben. 2018 erscheint die Silbermünze „Der Froschkönig“.

Deutsche 5-Euro-Münzen mit Polymerring
Deutsche 5-Euro-Münzen mit Polymerring

Eine weitere Münzserie ging 2016 an den Start: 5-Euro-Münzen mit innovativem farbigen und lichtdurchlässigen Polymerring. Dieser Ring macht die Münzen nicht nur schöner, sondern auch fälschungssicherer. Den Auftakt zu dieser neuen Münzgeneration bildete 2016 die Weltneuheit „Planet Erde“ mit blauem Polymerring. Ab 2017 gibt es zunächst jährlich eine Münze dieser Art zum Thema „Klimazonen der Erde“, beginnend mit der 5-Euro-Münze „Tropische Zone“. Die nächsten vier Jahre erscheinen Münzen – mit jeweils andersfarbigem Polymerring – zu folgenden Klimazonen: Subtropen (2018), gemäßigte Zone (2019), subpolare (2020) und polare Zone (2021).

Weiterführende Informationen

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