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Die Kapitalbilanz

Die Kapitalbilanz

Die Kapitalbilanz

Grafik: Kapitalbilanz der Bundesrepublik Deutschland
Kapitalbilanz der Bundesrepublik Deutschland

In der Kapitalbilanz werden die finanziellen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern erfasst, die sich auch in veränderten Finanzpositionen niederschlagen (z. B. Einlagen, Wertpapiere oder Unternehmensbeteiligungen). Somit werden hier auch die transaktionsbedingten Veränderungen der Währungsreserven der Bundesbank verbucht. Ein positiver Kapitalbilanzsaldo zeigt eine transaktionsbedingte Zunahme, ein negativer Saldo eine entsprechende Abnahme des Nettoauslandsvermögens.  Letzteres kann beispielsweise aus einer ausländischen Direktinvestition in Deutschland oder aus ausländischen Anlagen in inländischen Wertpapieren resultieren. Deutsche Direktinvestitionen im Ausland oder Anlagen von Inländern in ausländischen Wertpapieren vergrößern spiegelbildlich das deutsche Auslandsvermögen.

Direktinvestitionen

Als Direktinvestitionen gelten Finanzbeziehungen zwischen in- und ausländischen Unternehmen, an denen der Direktinvestor 10 % oder mehr hält. Neben Beteiligungen an fremden Firmen zählen auch gruppeninterne Finanz- und Handelskredite zu den Direktinvestitionen. So erwerben deutsche Firmen Anteile an ausländischen Unternehmen oder gründen Zweigniederlassungen im Ausland, um beispielsweise ihre Bezugs- und Absatzmärkte zu sichern oder sich mit Produktionsstätten im Ausland gegen Wechselkursschwankungen abzusichern. Umgekehrt erwerben ausländische Direktinvestoren Beteiligungen an deutschen Unternehmen.

Wertpapiere

Kapitalanleger legen ihr Geld zum Teil an den internationalen Kapitalmärkten, also grenzüberschreitend an. Dies kann zu starken jährlichen Schwankungen des Saldos der Wertpapieranlagen führen: Während dieser 2011 noch mit -34,3 Milliarden Euro negativ war (Ausländer erwarben mehr Wertpapiere inländischer Emittenten als umgekehrt), drehte er seit 2012 ins Positive, im Jahr 2016 betrug der Saldo 207,9 Milliarden Euro. Dies ist auf die spürbar gestiegene Nachfrage deutscher Anleger nach ausländischen zinsbringenden Papieren und Aktien zurückzuführen. Sie war höher als der weithin gestiegene Erwerb deutscher Anleihen durch ausländische Investoren, da diese Papiere weiterhin als sichere Anlageformen gelten. Unter Wertpapieren sind Aktien, festverzinsliche Papiere, Investmentfondsanteile oder Zertifikate zu verstehen.

Übrige Posten

Zu den Finanzderivaten gehören Options- und Termingeschäfte. Sie dienen der Absicherung bestimmter Risiken oder der Spekulation. Mitarbeiteraktienoptionen berechtigen die Arbeitnehmer dazu, eine bestimmte Anzahl von Aktien des Arbeitgebers zu einem festgelegten Preis entweder zu einem festgelegten Zeitpunkt oder binnen eines bestimmten Zeitraums zu erwerben.

Der übrige statistisch erfasste Kapitalverkehr umfasst sowohl Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen) als auch Bankguthaben und sonstige Anlagen. Hierunter fallen auch Kredite, die der Staat im Ausland aufnimmt bzw. anderen Ländern gewährt. Daneben räumen inländische Firmen ihren ausländischen Abnehmern Handelskredite ein. Anderseits verschulden sie sich auch im Ausland. Veränderungen der bei der Bundesbank verwalteten Währungsreserven (z. B. Devisen und Gold) werden unter dem Posten „Veränderungen der Währungsreserven“ erfasst.

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