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Die Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz

Grafik: Zahlungsbilanz der Bundesrepublik Deutschland
Zahlungsbilanz der Bundesrepublik Deutschland

Die Zahlungsbilanz eines Landes bzw. eines Währungsraums hält die wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inland und Ausland fest. Der Aufbau der Zahlungsbilanz soll im Folgenden am Beispiel Deutschlands verdeutlicht werden. Aufgrund der Harmonisierung in der Europäischen Union unterscheidet sich der Aufbau der nationalen Zahlungsbilanz nicht von der europäischen.

Die Zahlungsbilanz ist eine umfassende systematische Darstellung der wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern innerhalb einer Periode. Ihre Konzepte, Methoden und ihre Gliederung richten sich nach dem Zahlungsbilanzhandbuch des IWF.

Die Zahlungsbilanz setzt sich aus mehreren Teilbilanzen zusammen: der Leistungsbilanz (I.), der Vermögensänderungsbilanz (II.), der Kapitalbilanz (III.) und dem Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen (IV.).

Zur Leistungsbilanz (I.) zählen die Einfuhr und die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen, die Primäreinkommen mit Arbeitsentgelten und Vermögenseinkommen, sowie die Sekundäreinkommen. Die Vermögensänderungsbilanz (II.) enthält einmalige Transaktionen, denen keine erkennbaren Leistungen gegenüberstehen wie Erbschaften, Schenkungen oder ein Schuldenerlass für Entwicklungsländer. Werden Leistungs- und Vermögensänderungsbilanz zusammengenommen, so geht ein dortiger Überschuss mit einer Zunahme von Auslandsforderungen bzw. einer Abnahme von Auslandsverbindlichkeiten einher. Ein Defizit in der Leistungs- und Vermögensänderungsbilanz bedeutet umgekehrt eine Abnahme von Forderungen bzw. Zunahme an Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland.

In der Kapitalbilanz (III.) werden die finanziellen Transaktionen mit dem Ausland zusammengefasst wie zum Beispiel Wertpapieranlagen und Direktinvestitionen. Statistisch nicht aufgliederbare Transaktionen zeigt der sogenannte  Restposten (IV.). Er entsteht, da eine Zuordnung der Transaktionen nicht immer möglich ist. Zudem spiegelt er Meldefehler und -lücken. Damit gleicht er die Zahlungsbilanz insgesamt aus.  

Die Zahlungsbilanz ist im buchhalterischen Sinne als Ganzes immer ausgeglichen. Trotzdem ist häufig vom Zahlungsbilanzsaldo die Rede. Dies ist in vielen Fällen nur eine unpräzise Ausdrucksweise. Gemeint ist hierbei oft der Saldo einer Teilbilanz, z. B. der Leistungsbilanz. Der Begriff „Zahlungsbilanz“ ist ebenfalls missverständlich, denn es handelt sich eigentlich nicht um eine Bilanz (d. h. um eine Zeitpunktrechnung), sondern um eine Zeitraumbetrachtung.

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