Geldmacher – Wer bestimmt, was Geld ist?

Geldmacher – Wer bestimmt, was Geld ist? Sonderausstellung im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank

Geld zu machen, bedeutet Macht zu haben. Schon deshalb war die Ausgabe von Geld seit jeher vor allem eine Angelegenheit des Staates. Schließlich ist ein funktionierendes Geldwesen für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft von elementarer Bedeutung. Auf Banknoten und Münzen finden sich daher bevorzugt die Symbole staatlicher Macht. Scheiterte jedoch ein Staat daran, den Geldverkehr funktionsfähig oder den Geldwert stabil zu halten, nutzten Menschen Notgeld oder Ersatzwährungen, wie beispielsweise Zigaretten.

Aber nicht nur in Krisenzeiten traten private Personen, Unternehmen oder Kommunen als Geldmacher auf. Die Ausgabe von Papiergeld war in Europa lange Zeit eine Angelegenheit privater Banken. In anderen Teilen der Welt, etwa bei den Völkern der Südsee, war das Konzept eines staatlich kontrollierten Geldwesens völlig unbekannt.

Heute wird Geld als öffentliches Gut durch den Staat geschaffen und von ihm kontrolliert. Vollzogen wird diese staatliche Aufgabe meist durch die jeweilige Zentralbank.

Aktuell wird das Leben zunehmend digitaler. Eine Entwicklung, die vor dem Geldwesen nicht haltmacht. Neue digitale Formen des Geldes, die sogenannten Krypto-Token, sind bereits entstanden. Dieses Geld wird von Privatpersonen und Unternehmen zunehmend auch international geschaffen. Es stellt sich nicht nur die Frage: Wird Geld in der Zukunft noch physisch sein, sondern auch, wer wird dann bestimmen, was Geld ist?

Die Sonderausstellung „Geldmacher – Wer bestimmt, was Geld ist?“ wurde vom Geldmuseum zusammen mit  der Numismatischen Sammlung der Deutschen Bundesbank konzipiert. Die Sammlung mit einem erlesenen Bestand von über 90.000 Münzen und etwa 260.000 Banknoten aus aller Welt zählt zu den bedeutendsten ihrer Art.