Autotransport mit dem Güterzug ©EKH-Pictures / stock.adobe.com

Erholung der deutschen Wirtschaft vorübergehend unterbrochen

Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal 2026 stagniert haben, schreibt die Bundesbank im aktuellen Monatsbericht. Nach dem merklichen Anstieg im ersten Halbjahr legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal saisonbereinigt wohl nicht weiter zu. Die Fachleute führen diese Unterbrechung des Aufwärtstrends jedoch auf temporäre Belastungsfaktoren, wie die niedrigen Pegelstände des Rheins, ausgelaufene Wettbewerbsvorteile gegenüber ausländischen Konkurrenten im Kontext des Iran-Krieges und Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Tankrabatt zurück. Zudem wirkten die hohen Energiepreise dämpfend auf die Kaufkraft der privaten Haushalte. Dagegen konnte die Bauproduktion im August erneut zulegen. Wieder anziehende Bauzinsen dürften jedoch perspektivisch dämpfen, heißt es in dem Bericht weiter.

Industrie erhält Dämpfer im dritten Quartal

Maßgeblich für die im August weiterhin schwache Industrieproduktion war die Automobilindustrie, schreiben die Fachleute. Neben der allgemein schwachen Entwicklung dürfte auch die Lage der Werksferien eine Rolle gespielt haben, die in diesem Jahr zu einem ungewöhnlich großen Teil im August lagen. In den energieintensiven Branchen wie der Mineralölverarbeitung oder der chemischen Industrie erschwerten die niedrigen Pegelstände wichtiger Wasserstraßen, wie dem Rhein, den Transport und führten durch Umleitungen zu höheren Transportkosten. Die Beschränkungen in der Binnenschifffahrt dürften neben auslaufenden Wettbewerbsvorteilen im Zuge des Iran-Kriegs auch ein Grund für den spürbar schwächeren Außenhandel gewesen sein. 

Arbeitsmarkt mit leicht positiven Aussichten

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sank im August im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 29.000 auf 45,62 Millionen. Dies dürfte häufig Personen in ausschließlich geringfügig entlohnter Beschäftigung betroffen haben. Die Aussichten für die kommenden drei Monate, wie sie in Frühindikatoren wie dem ifo-Beschäftigungsbarometer abgebildet werden, waren zuletzt leicht positiv. Die Zahl der neu eingehenden Stellenangebote scheint die Talsohle durchschritten zu haben […], heißt es im Monatsbericht. Die registrierte Arbeitslosigkeit lag im September kaum verändert bei saisonbereinigt 3 Millionen Personen, das entspricht einer Quote von 6,4 Prozent.

Inflationsrate steigt deutlich

Aufgrund stark gestiegener Energiepreise durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, legte die Inflationsrate im September deutlich zu. So lag die Veränderungsrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Vergleich zum Vorjahr bei 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im August. Dies ist die höchste Rate seit Ende 2023, schreiben die Fachleute. Sie rechnen auch in den kommenden Monaten mit einer erhöhten Teuerungsrate. Die Energiepreise dürften auf hohem Niveau bleiben und zunehmend indirekte Effekte auf Industriegüter, Nahrungsmittel und Dienstleistungen nach sich ziehen. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die zu Beginn des Jahres 2027 in Kraft tretende Gesundheitsreform, die die Zuzahlungen für Medikamente und Krankenhausdienstleistungen erhöht, und der dann auslaufende Tankrabatt die Inflationsrate merklich anziehen lässt.