Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP)

Bei dem Pandemie-Notfallankaufprogramm (nachfolgend: „PEPP“) handelt es sich um ein zeitlich befristetes Ankaufprogramm für Anleihen öffentlicher und privater Schuldner, wie sie bereits im Rahmen des Asset Purchase Programmes (APP) angekauft werden. Zusätzlich zum APP sind bei dem PEPP Commercial Paper nichtfinanzieller Schuldner bereits ab einer Restlaufzeit von 28 Tagen zugelassen (APP: 6 Monate), sowie öffentliche Schuldtitel mit einer Restlaufzeit von mindestens 70 Tagen (APP: 1 Jahr).  

Ursprünglich war ein Umfang von 750 Mrd EUR vorgesehen. Am 4. Juni 2020 erhöhte der EZB-Rat das Volumen um 600 Mrd EUR, am 10. Dezember 2020 erneut um 500 Mrd EUR auf insgesamt 1.850 Mrd EUR. Die Ankäufe im Rahmen des PEPP erfolgen zusätzlich zu den Ankäufen des APP, das am 12. März 2020 um 120 Mrd EUR bis zum Jahresende 2020 aufgestockt wurde und weiterhin mit einem monatlichen Nettoankaufvolumen von 20 Mrd EUR fortgesetzt wird.

PEPP-Ankäufe starteten am 26. März 2020. Sie werden durchgeführt, soweit sie für notwendig und verhältnismäßig gehalten werden, um der Gefahr zu begegnen, dass die Fähigkeit des Eurosystems zur Erfüllung seines Mandats aufgrund der außergewöhnlichen Wirtschafts- und Marktverhältnisse beeinträchtigt wird. Bei den Ankäufen von Wertpapieren des öffentlichen Sektors richtet sich die Verteilung auf die einzelnen Länder nach dem jeweiligen Kapitalschlüssel der nationalen Zentralbanken. Gleichzeitig werden die Käufe im Rahmen des PEPP flexibel durchgeführt. Dadurch sind Schwankungen bei der Verteilung der Ankäufe im Zeitverlauf hinsichtlich der Anlageklassen und der Länder möglich. Gemeinsam mit anderen Maßnahmen dient das PEPP dazu, die günstigen Finanzierungsbedingungen während der Pandemie aufrechtzuerhalten. Der Umfang von 1.850 Mrd EUR stellt dabei ein Maximum dar, das nicht zwingend ausgeschöpft werden muss. Vorgesehen ist die temporäre Maßnahme solange, bis der EZB Rat die kritische COVID-19 Phase als abgeschlossen einschätzt, allerdings mindestens bis Ende März 2022. Reinvestitionen der fälligen Tilgungsbeträge aus PEPP-Beständen werden mindestens bis Ende 2023 erfolgen.

Wie bereits im APP, führen auch im PEPP nationale Zentralbanken des Eurosystems den Großteil der Ankäufe durch, ein kleiner Teil wird durch die EZB selbst angekauft. Auch die Risikoteilung erfolgt in gleichem Maße wie im APP.