Digitaler Euro ©Europäische Zentralbank

Auf einen Blick Digitaler Euro

Vor etwa 25 Jahren wurde der Euro als Gemeinschaftswährung im Euroraum eingeführt. Der Euro ist eine europäische Erfolgsgeschichte. Seitdem ist viel Zeit vergangen und die Welt hat sich weiterentwickelt; auch im Zahlungsverkehr. Zahlen mit der Uhr oder dem Handy war damals undenkbar, gehört heute aber ebenso zum Alltag der Menschen wie Online-Shopping. Bargeld wird mit zunehmender Digitalisierung weniger genutzt und funktioniert online nicht. Deshalb brauchen wir eine Ergänzung zu Münzen und Scheinen: den digitalen Euro.

Der digitale Euro auf einen Blick

  • Überall im Euroraum einsetzbar, so wie Bargeld heute: Der digitale Euro würde sicherstellen, dass das, was viele Menschen am Bargeld schätzen, auch künftig in der digitalen Welt erhalten bleibt. Dazu gehört vor allem die allgemeine Akzeptanz. Viele der heutigen Bezahlverfahren sind nur national einsetzbar. Das in Spanien beliebte „Bizum“ oder das Online-Bezahlsystem „iDEAL“ in den Niederlanden sind in Deutschland nahezu unbekannt. Die deutsche girocard wiederum funktioniert im Ausland nur dank eines Co-Badging mit Mastercard oder Visa. 

  • Funktioniert „All-in-one“, in jeder Bezahlsituation: Der digitale Euro könnte nicht nur räumlich überall verwendet werden, sondern auch bei alle Bezahlvorgängen: in Geschäften, beim Online-Shopping oder um Geld an Freunde und Familie zu senden – ganz einfach: kontaktlos, mit QR-Codes oder durch Angabe eines sogenannten „Alias“, also z. B. einer E-Mail-Adresse.

  • Sogar „offline“: Wie bei Bargeldabhebungen könnten digitale Euro bis zu einer festgelegten Obergrenze auf einem Endgerät, beispielsweise ein Smartphone, gespeichert werden. Bei Netzstörungen, -ausfällen oder sogar einem Stromausfall, könnten Bürgerinnen und Bürger weiter bezahlen – solange ihr Smartphone Strom hat. Das stärkt die Widerstandsfähigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs.

  • Höchstmaß an Privatsphäre: Die Zentralbanken des Euroraums können Online-Zahlungen mit dem digitalen Euro nicht den zahlenden Personen zuordnen. Offline-Zahlungen würden eine ähnliche Anonymität wie Bargeld bieten und könnten nicht einmal durch Banken und Zahlungsdienstleister nachvollzogen werden. Personenbezogene Transaktionsdaten wären nur dem Auftraggeber und dem Empfänger einer Zahlung bekannt.

  • Gebührenfreie Nutzung: Genau wie unser Bargeld wäre ein digitaler Euro ein öffentliches Gut. Alle Bürgerinnen und Bürger im Euroraum könnten gebührenfrei mit dem digitalen Euro bezahlen.

  • Plattform für neue Angebote: Der digitale Euro hat das Potenzial, den europäischen Zahlungsverkehrsmarkt zu vereinheitlichen, durch harmonisierte Standards den Weg für neue Geschäftsmodelle zu ebnen und künftige technologische Entwicklungen zu unterstützen. Der Aktionsradius von Zahlungsdienstleistern würde unmittelbar auf den gesamten Euroraum ausgeweitet. Der digitale Euro könnte ihnen als als Plattform dienen, um im Rahmen ihres Angebots Mehrwertdienste wie bedingte Zahlungen oder Treueprogramme zu entwickeln.

Digitaler Euro – Mehr europäische Souveränität

Kein anderes digitales Zahlungsmittel bietet heute all die oben beschriebenen Möglichkeiten. Der digitale Euro schließt aber noch eine andere Lücke. Das Fehlen einer echten europäischen Lösung im Zahlungsverkehr.

Im europäischen Zahlungsverkehr werden heute nämlich fast zwei Drittel aller digitalen Transaktionen in Europa von außereuropäischen Zahlungsdienstanbietern abgewickelt: US-Konzerne wie Visa, Mastercard oder PayPal. Auch die chinesischen Zahlungsgiganten wie AliPay oder WeChat Pay gewinnen Marktanteile.

Der digitale Euro würde eine europäische Infrastruktur bieten, die in der gesamten Eurozone genutzt werden kann. Er würde von den Zentralbanken des Euroraums betrieben und ausgegeben – genau wie die Euro-Banknoten. Europäische Zahlungsdienstanbieter würden diese Infrastruktur nutzen und ihren Kunden den digitalen Euro bereitstellen. Wie heute bei der Bargeldversorgung durch Geldautomaten, würden z. B. Banken den digitalen Euro im Online-Banking oder den Bank-Apps ihren Kunden zur Verfügung stellen.

Damit leistet der digitale Euro einen wichtigen Beitrag für die europäische Souveränität: Er wäre das erste und einzige elektronische Zahlungsmittel, das auf einer europäischen Infrastruktur aufbaut und reibungslos im gesamten Euroraum genutzt werden könnte. Das macht uns als Europa in Zeiten geopolitischer Spannungsfelder von außereuropäischen Zahlungsdienstleistern unabhängiger und stärkt die Resilienz sowie internationale Rolle des Euro.