Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment: FDI) sind grenzüberschreitende Vermögensanlagen in Unternehmen mit dem Ziel, die Geschäftstätigkeit langfristig und maßgeblich zu beeinflussen. Als maßgeblicher Einfluss gilt, wenn der Kapitalgeber 10 % oder mehr Anteile oder Stimmrechte hält. Die langfristige strategische Ausrichtung unterscheidet Direktinvestitionen von Portfolioinvestitionen.
Die Angaben über Direktinvestitionen gehen in drei Statistiken ein: Die Kapitalbilanz – als Teilbilanz der Zahlungsbilanz – enthält monatlich die gemeldeten Transaktionen zu Marktwerten. Der Auslandsvermögensstatus (AVS) zeigt die Bestände jeweils zum Quartalsultimo. Die Bestandserhebung über Direktinvestitionen weist zum Jahresende auf Basis der Unternehmensabschlüsse die Bestände zu Buchwerten aus.
Direktinvestitionen können direkt zwischen zwei Unternehmen bestehen (Unternehmen A hält 30 % an Unternehmen C) oder indirekt, durch eine Kette von Beteiligungen. Wenn Unternehmen A über 50 % an Unternehmen B hält und Unternehmen B über 50 % an Unternehmen E, dann besteht auch eine Direktinvestitionsbeziehung zwischen Unternehmen A und E. Diese Unterscheidung ist nur bei der Betrachtung von Beständen möglich. Ziel ist es, die Tätigkeit der ersten operativen Einheit im Direktinvestitionsverbund auszuweisen. Zweck- und Holdinggesellschaften, deren Aufgabe es ist, Kapital zu beschaffen oder die Konzernsteuerung zu übernehmen, werden dadurch ausgeblendet.
Daneben lassen sich die Direktinvestitionen nach verschiedenen Konzepten der Kapitalverflechtung betrachten. Weitere Informationen dazu sind auf der jeweiligen Seite zu Transaktionen und Beständen beschrieben. Transaktionswerte beschreiben Informationen, die Zahlungen über einen gewissen Zeitraum (monatlich in der Zahlungsbilanz und jährlich im Bereich der Veröffentlichung zu Direktinvestitionen) erfassen. Bestandsangaben hingegen erfassen die Informationen zu einem bestimmten Zeitpunkt (Quartalsende im AVS oder zum Bilanzstichtag in der Bestandserhebung über Direktinvestitionen).
Die Statistik über die Struktur und Tätigkeit von Auslandsunternehmenseinheiten (Foreign Affiliates Statistics – FATS) gibt Auskunft über Kenngrößen grenzüberschreitend kontrollierter Unternehmen.
Ausländische Direktinvestitionen nach Bundesländern zum Jahresende 2024
Vergleicht man die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland in das direkte inländische Investitionsobjekt (IRSA) und in die erste operative Einheit (URSA) so ergibt sich ein Volumen von insgesamt 1 034 Mrd € gegenüber 739 Mrd €. Der Unterschied zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen ergibt sich unter anderem aus der Tatsache, dass unterschiedliche Bilanzen in die Berechnung des FDI‑Volumens einbezogen werden. Konkret werden entweder die Bilanzen des direkten Investitionsobjekts oder die Bilanzen der ersten operativen Unternehmen nach „Durchschau“ durch Holdinggesellschaften berücksichtigt. Erfasst werden nur erste operative Einheiten, an denen über abhängige Holdinggesellschaften eine Mehrheitsbeteiligung besteht. Somit gehen Unternehmen, in die indirekt mit weniger als 50 % in Summe investiert wird, nicht in die Berechnung mit ein.
Deutschlands Direktinvestitionsbestände zum Jahresende 2024
30.04.2026
Pressemitteilung
Deutsche Bundesbank EN
Bestandsangaben über Direktinvestitionen im Jahr 2024
Zum Jahresende 2024 erhöhten sich die deutschen Direktinvestitionsbestände in den direkten ausländischen Investitionsobjekten (Darstellung nach Immediate Host Economy, IHE) gegenüber Ende 2023 im Saldo nur geringfügig, von 1 727 Mrd € auf 1 750 Mrd €. Der größte Anteil entfiel – wie auch in den Vorjahren – auf das Beteiligungskapital mit 1 884 Mrd €. Die Kreditpositionen deutscher Investoren im Ausland reduzierten die Direktinvestitionsbestände im Saldo um 134 Mrd €, da Forderungen in Höhe von 428 Mrd € durch Verbindlichkeiten in Höhe von 562 Mrd € überkompensiert wurden.