Nurcihan ©Roman Iotov

Gemeinsam an der Zukunft des europäischen Meldewesens arbeiten Direkteinstieg – Data Science

Meine wichtigste Motivation, mich auf die ausgeschriebene Stelle zu bewerben, war die Aussicht auf eine größere Herausforderung. Besonders angesprochen hat mich die Möglichkeit, mit motivierten Kolleginnen und Kollegen an konkreten Zielen zu arbeiten. Dazu kam ein Projekt mit großer Reichweite: Als ich gehört habe, dass wir mit der EZB zusammenarbeiten und das Projekt international ausgerichtet ist, wusste ich, dass es um ein relevantes Thema geht.

Schon das Bewerbungsgespräch hat diesen positiven Eindruck bestätigt. Das Gespräch war sehr angenehm und spannend, und auch meine neue Vorgesetzte war mir sofort sympathisch. Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich das Thema Vielfalt. Da ich selbst einen Migrationshintergrund habe, war mir ein offenes und diverses Arbeitsumfeld wichtig. Das habe ich bereits im Bewerbungsgespräch erlebt. Danach hatte ich eigentlich direkt das Gefühl: Hier kann ich starten.

Der Fokus auf die UI/UX‑Entwicklung

Meine fachliche Basis bringe ich aus meinem Informatik-Masterstudium mit. Bereits im Bachelor habe ich interdisziplinär studiert und hatte zusätzlich einen mediengestalterischen Hintergrund. Beruflich war ich lange als Fullstack-Entwicklerin tätig. Besonders interessiert hat mich jedoch immer die Verbindung von Gestaltung und Technik – also die Frage, wie Anwendungen nicht nur funktionieren, sondern auch verständlich und intuitiv nutzbar sind. Genau diese Kombination kann ich bei der Bundesbank einbringen.

Ein Projekt mit europäischer Dimension

Heute arbeite ich in einem langfristig angelegten ESZB‑Projekt gemeinsam mit der EZB und weiteren Zentralbanken. Im Mittelpunkt steht das statistische Meldewesen der Banken. Banken übermitteln beispielsweise Informationen darüber, welche Kredite vergeben oder welche Wertpapiere gehandelt wurden. Diese Daten bilden eine wichtige Grundlage für statistische Auswertungen und die Beobachtung des europäischen Finanzsystems. Bisher unterscheiden sich die Anforderungen und Datenstrukturen von Datenerhebung zu Datenerhebung und von Land zu Land. Ziel des Projekts ist es deshalb, das Meldewesen stärker zu standardisieren. Mein Team und ich arbeiten an der Erstellung des entsprechenden zentralen Systems. So sollen Daten europaweit einheitlicher verarbeitet und eine hohe Verfügbarkeit gewährleistet werden. Das Projekt läuft bereits seit mehreren Jahren in der konzeptionellen Phase. Seit rund einem halben Jahr bin ich dabei und erlebe nun den Übergang in die konkrete Umsetzung. Der Umfang des Projekts ist für mich etwas, das ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt habe. Gleichzeitig finde ich es spannend, international zu arbeiten und dabei auch unterschiedliche kulturelle Perspektiven kennenzulernen.

Von der Idee zur intuitiven Anwendung

Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf der Benutzeroberfläche. Auf Grundlage der bisherigen Konzeption gestalte ich ein Prototyp und arbeite gemeinsam mit Product Ownern und meinem Team daran, das System weiterzuentwickeln und zu testen. Dabei steht eine Frage für mich immer im Mittelpunkt: Wie lässt sich die Anwendung so gestalten, dass sie möglichst verständlich und intuitiv funktioniert? Die Software soll für eine breite Nutzergruppe geeignet sein. Im besten Fall braucht man kein umfangreiches Handbuch, sondern kann direkt damit arbeiten. Deshalb spielen Usability-Tests und Nutzerfreundlichkeit eine wichtige Rolle. Die gemeinsam erarbeiteten Lösungen werden immer wieder überprüft und verfeinert. Aktuell befinden wir uns noch in dieser intensiven Abstimmungs- und Entwicklungsphase. Im weiteren Projektverlauf soll anschließend die technische Umsetzung beginnen und der erste Code entstehen.

Offenheit und Vertrauen

Neben der fachlichen Herausforderung schätze ich besonders die Arbeitskultur. In meinem Arbeitsbereich erlebe ich die Zusammenarbeit als herzlich, offen und hilfsbereit. Ich habe das Gefühl, dass alle in einem Boot sitzen und gemeinsam an dem Projekt arbeiten. Auch neue Perspektiven sind ausdrücklich willkommen. Als jemand, der neu ins Team gekommen ist, konnte ich eigene Beobachtungen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Das vermittelt mir das Gefühl, dass meine Stimme zählt und meine Arbeit einen Beitrag zum gemeinsamen Ergebnis leistet.

Dabei bietet mir die Arbeit viel Eigenverantwortung. Die konkreten Ziele und eine klare Planung sind für mich wichtig, gleichzeitig gibt es großen Freiraum bei der Umsetzung. Ich kann selbst entscheiden, in welche Richtung ich arbeite. Für mich ist es wichtig, immer wieder zu wissen, wofür ich etwas mache und wie relevant es für das Gesamtprojekt ist.

Verantwortung übernehmen und gemeinsam gestalten

Für mich ist genau diese Mischung aus Verantwortung, fachlicher Herausforderung und Zusammenarbeit ein wichtiger Teil meiner Arbeit bei der Bundesbank. Ich kann meine technischen und gestalterischen Erfahrungen verbinden, an einem Projekt mit europäischer Bedeutung arbeiten und gleichzeitig eigene Ideen einbringen. Es ist ein spannendes Umfeld und ein spannendes Projekt. Und eines, bei dem ich nicht nur Software entwickle, sondern daran mitwirke, wie zukünftige Anwendungen im europäischen Meldewesen genutzt werden können.