Skyline von Frankfurt am Main ©Frank Rumpenhorst

Deutsche Kreditinstitute erzielen 2025 erneut hohe Gewinne

„Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute präsentierte sich im Jahr 2025 auf einem bemerkenswert hohen Niveau“, heißt es im Monatsbericht. Trotz eines nach wie vor anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfelds lagen die Gewinne das dritte Jahr in Folge weit über dem langfristigen Durchschnitt.

Welche Faktoren prägten im Berichtsjahr das Geschäftsumfeld im deutschen Bankensektor?

  • Deutsche Konjunktur blieb schwunglos

Fortbestehende und neu hinzugekommene wirtschafts- und geopolitische Unsicherheiten, beispielsweise aufgrund der US-Zollpolitik, dämpften 2025 das Wirtschaftswachstum.

  • Kreditvergabe verharrte unter Niveau vergangener Jahre

Zwar setze das Buchkreditgeschäft mit privaten Haushalten, insbesondere im Bereich der Wohnungsbaukredite, seine Erholung fort. Eine Belebung des Kreditgeschäfts mit nichtfinanziellen Unternehmen blieb in dem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld jedoch aus.

  • Steigende Kreditrisiken

Die gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigte sich auch in steigenden Kreditrisiken. Vorsorglich reagierten die deutschen Banken mit einer Straffung der Vergaberichtlinien für alle Kreditsegmente.

  • Konsolidierung im Bankensektor setzte sich fort

Wie bereits in den Vorjahren gingen 2025 sowohl die Anzahl der Kreditinstitute als auch die Anzahl der Zweigstellen zurück.

Jahresüberschüsse auf komfortablem Niveau, operative Erträge erzielen Rekordhoch

Der Jahresüberschuss vor Steuern erreichte 2025 aggregiert mit 52,3 Milliarden Euro im dritten Jahr in Folge ein hohes Niveau. Jedoch war die Steigerung keineswegs flächendeckend, sondern insbesondere auf eine Großbank zurückzuführen. „Dennoch bewegten sich die Jahresüberschüsse auch in der Bankgruppenbetrachtung weiterhin auf einem im langfristigen Vergleich komfortablen Niveau“, heißt es im Monatsbericht.

Die operativen Erträge erreichten mit 172,5 Milliarden Euro und 1,8 Prozent der Bilanzsumme 2025 ein neues Rekordhoch. Zwar war auch hier insbesondere eine Großbank für fast die Hälfte des Anstiegs verantwortlich, doch auch ohne diesen Effekt wäre in neues Rekordhoch erzielt worden, schreiben die Fachleute. Sowohl Zins- als auch Provisionsüberschuss trugen wesentlich zur Steigerung der operativen Erträge bei. Die Verwaltungsaufwendungen, insbesondere Personalaufwendungen, erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich, konnten aber durch die gestiegenen operativen Erträge mehr als kompensiert werden.

Umfeld bleibt 2026 herausfordernd

„Auch wenn die Banken seit drei Jahren Rekordgewinne erzielen, erfordern die Rahmenbedingungen volle Aufmerksamkeit“, schreiben die Fachleute. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibe auch 2026 mit zahlreichen Risiken behaftet. Neben handels- und geopolitischen Unsicherheiten sowie strukturellen Herausforderungen der deutschen Wirtschaft dürften auch Bedrohungen der IT-Sicherheit insbesondere durch Cyber-Angriffe an Bedeutung gewinnen. Diese Faktoren könnten die Ertragslage der Banken belasten und gleichzeitig dürfte der Wettbewerbsdruck durch Direktbanken und neue Marktakteure hoch bleiben.