Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main ©Robert Metsch / ECB

EZB-Rat hebt Leitzinsen um 25 Basispunkte an

Der EZB-Rat hat heute beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben. Der heutige Beschluss unterstreicht die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert.

Im Basisszenario der neuen Projektionen gehen die Fachleute der EZB davon aus, dass die durchschnittliche Gesamtinflation 2026 bei 3,0 Prozent, 2027 bei 2,5 Prozent und 2028 bei 2,1 Prozent liegen wird. Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel wird im Basisszenario von 2,5 Prozent für 2026, 2,6 Prozent für 2027 und 2,3 Prozent für 2028 ausgegangen. Gegenüber Juni ist die Basisprojektion für die Inflation für 2026 unverändert, während sie für 2027 und 2028 nach oben revidiert wurde. Die Basisprojektion für das Wirtschaftswachstum beläuft sich auf 0,9 Prozent für 2026, 1,4 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028. Dies stellt eine Aufwärtsrevision für die Jahre 2027 und 2028 dar. Darin spiegelt sich hauptsächlich wider, dass die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft des Euroraums stärker ist als erwartet.

Der Ausblick ist nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet, wobei die Risiken für die Inflation aufwärtsgerichtet und für das Wirtschaftswachstum abwärtsgerichtet sind. In Bezug auf den Energieschock illustrieren die von den Fachleuten zusammengestellten aktualisierten Szenarien das breite Spektrum von Resultaten für die mögliche Entwicklung von Wachstum und Inflation unter verschiedenen Annahmen zu Intensität und Dauer des Schocks sowie zu dessen indirekten Effekten und Zweitrundeneffekten.

Mit dem heutigen Beschluss ist der EZB-Rat weiterhin gut positioniert, um die durch den Konflikt verursachte Unsicherheit zu bewältigen. Die Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses wird von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung erfolgen. 

EZB-Leitzinsen

Der EZB-Rat hat beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Dementsprechend werden sich der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität mit Wirkung vom 16. September 2026 auf 2,50 Prozent, 2,65 Prozent bzw. 2,90 Prozent belaufen.

Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) und Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP)

Die APP- und die PEPP-Bestände verringern sich in einem maßvollen und vorhersehbaren Tempo, da das Eurosystem die Tilgungsbeträge von Wertpapieren bei Fälligkeit nicht wieder anlegt.

Der EZB-Rat ist bereit, alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert, und um die reibungslose Funktionsfähigkeit der geldpolitischen Transmission aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus steht das Instrument zur Absicherung der Transmission (Transmission Protection Instrument) zur Verfügung, um ungerechtfertigten, ungeordneten Marktdynamiken entgegenzuwirken, die eine ernsthafte Bedrohung für die Transmission der Geldpolitik im Euroraum darstellen. Dies ermöglicht dem EZB-Rat eine effektivere Erfüllung seines Preisstabilitätsmandats.