Joachim Nagel und François Villeroy de Galhau erhalten Großen Deutsch-Französischen Medienpreis
Bundesbankpräsident Joachim Nagel wurde mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis in Paris ausgezeichnet. Diesen erhielt er gemeinsam mit François Villeroy de Galhau, dem ehemaligen Gouverneur der Banque de France. Gewürdigt wurde damit ihr großes Engagement im Dienst der europäischen Integration. Zum ersten Mal in der Geschichte des Preises erhielten zwei Notenbanker die Auszeichnung gemeinsam.
Über die Zusammenarbeit mit Villeroy de Galhau sagte Nagel: Manchmal brauchte es zwischen François und mir nicht viele Worte, um zu erkennen, dass wir in dieselbe Richtung denken – auch wenn es bedeutete, schwierige Entscheidungen zu treffen.
Die Mitglieder des Deutsch-Französischen Journalistenpreises würdigen mit der Auszeichnung die langjährige und enge deutsch-französische Zusammenarbeit der Notenbanker. Zum einen das enge und konstruktive Engagement von Nagel und Villeroy de Galhau im Rat der Europäischen Zentralbank, gerade auch während der Phase der hohen Inflation in Europa. Zum anderen ihr gemeinsames öffentliches Eintreten für europäische Antworten auf wirtschaftliche und geopolitische Herausforderungen.
Nagel würdigt europäisches Friedensprojekt
Gefragt nach dem Stimmengewinn populistischer Parteien betonte Nagel, dass ihn die Entwicklung sorge: Am Ende geht es [hier] auch um unser demokratisches Grundverständnis und die gemeinsamen Werte, die wir teilen.
Diese Entwicklung laufe auch dem zuwider, was Europa im Kern als Friedensprojekt ausmache.
Auszeichnung für besonderes Engagement
Jedes Jahr zeichnen die Mitglieder des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP) Personen oder Organisationen aus, die sich besonders für die deutsch-französischen Beziehungen und die europäische Integration eingesetzt haben. Der Große Deutsch-Französische Medienpreis ist ein übergeordneter Ehrenpreis, den die Mitgliederversammlung im Rahmen der Verleihung vergibt.
Der Deutsch-Französische Journalistenpreis geht auf die Initiative des ehemaligen Intendanten des Saarländischen Rundfunks, Hubert Rohde, anlässlich des 20. Jahrestags des Élysée-Vertrags zurück. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem die ehemaligen Staatschefs Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing, der Philosoph Jürgen Habermas sowie die Astronauten Matthias Maurer und Thomas Pesquet.