Seval ©Margit Rodewad

Mit Daten Verantwortung übernehmen Direkteinstieg – Data Science

Zwischen Mathematik, Beratung und Zentralbank

Hallo, ich heiße Seval. Studiert habe ich Mathematik in Freiburg und Köln mit den Schwerpunkten Zahlentheorie, Numerik und Optimierung. Nach meinem Abschluss war ich zunächst in einer Unternehmensberatung in Frankfurt tätig.

Zur Bundesbank bin ich gekommen, weil mich die besondere Verantwortung einer Zentralbank angesprochen hat. Die Preisstabilität hat eine hohe gesellschaftliche Relevanz – und verlässliche, datengetriebene Analysen leisten einen wichtigen Beitrag zu geldpolitischen Entscheidungen. Genau diese Verbindung aus analytischer Arbeit, moderner Technologie und gesellschaftlichem Mehrwert hat mich überzeugt.

Seit einem halben Jahr arbeite ich nun bei der Bundesbank im Zentralbereich Daten und Statistik, genauer gesagt in der Versicherungs- und Pensionseinrichtungsstatistik.

Data Science für valide und verlässliche Daten

Ich arbeite dort als Data Scientistin. Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist die Qualitätssicherung finanzwirtschaftlicher Daten sowie die Automatisierung von Datenlieferungsprozessen – insbesondere an die Europäische Zentralbank (EZB). Gleichzeitig stellen wir diese Daten auch internen Bereichen zur Verfügung, beispielsweise für volkswirtschaftliche Analysen.

Gemeinsam mit den Fachbereichen entwickeln wir Datenprozesse und setzen diese technisch um. Dabei arbeite ich viel mit Python und R, um Datenpipelines zu automatisieren und zu optimieren. Ein großer Teil meiner täglichen Arbeit besteht darin, fachliche und regulatorische Anforderungen in technische Prozesse zu übersetzen.

Besonders spannend finde ich die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachbereichen. Unsere Arbeit basiert stark auf regulatorischen Vorgaben, etwa den Richtlinien der EZB zu statistischen Meldepflichten und aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Diese Anforderungen müssen präzise in unsere Prozesse integriert werden. Aktuell darf ich außerdem aktiv an einem Non-Compliance-Prozess mitarbeiten, was mir zusätzliche Einblicke in die regulatorische Arbeit gibt.

Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg

Der Austausch mit anderen Bereichen und Institutionen gehört für mich ganz selbstverständlich dazu. Wir stehen nicht nur intern im engen Kontakt mit unseren Fachabteilungen, sondern auch mit der EZB und dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB).

Dabei geht es beispielsweise um Validierungs- und Prüfregeln oder um die Abstimmung regulatorischer Anforderungen. Ich finde es besonders bereichernd, dass diese Zusammenarbeit oft sehr direkt und konstruktiv stattfindet. Gerade die Verbindung aus technischem Arbeiten und fachlichem Austausch macht meinen Arbeitsalltag abwechslungsreich.

Unsere internen Stakeholder sind unter anderem die Kolleginnen und Kollegen, die mit den Meldeprozessen arbeiten. Für sie entwickeln wir Lösungen, die Datenlieferungen vereinfachen, automatisieren und gleichzeitig die Datenqualität sichern. Deshalb beginnt unsere Arbeit immer mit einer engen Abstimmung mit den Fachbereichen.

Sinnstiftende Arbeit mit gesellschaftlichem Mehrwert

Was mich an meiner Tätigkeit besonders motiviert, ist der Sinn dahinter. Wir stellen valide und qualitativ hochwertige Daten bereit, die eine wichtige Grundlage für finanz- und geldpolitische Entscheidungen bilden. Zu wissen, dass die eigene Arbeit einen direkten gesellschaftlichen Mehrwert schafft, finde ich sehr motivierend.

Außerdem gefällt mir die interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr. Die Verbindung von ökonomischer Fachexpertise mit modernen Technologien und datengetriebenen Methoden macht die Arbeit für mich besonders spannend.

Offene Arbeitskultur und Austausch im Data-Science-Netzwerk

Die Arbeitskultur bei der Bundesbank empfinde ich als sehr offen und wertschätzend. Besonders positiv fand ich, dass ich mich von Beginn an eigenverantwortlich einbringen konnte.

Sehr spannend finde ich auch den wissenschaftlichen Austausch innerhalb der Bundesbank. Über das interne Data-Science-Netzwerk stehen wir regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen im Austausch. Dort sprechen wir über innovative statistische Methoden, technologische Entwicklungen und darüber, wie sich diese in der Praxis einsetzen lassen.

Dieser unkomplizierte Austausch – manchmal auch einfach beim gemeinsamen Mittagessen – eröffnet neue Perspektiven und hilft dabei, Synergien zwischen verschiedenen Teams zu entdecken.

Weiterbildung und persönliche Entwicklung

Ein Benefit, den ich besonders gerne nutze, sind die internen Schulungs- und Weiterbildungsangebote. Vor allem im Bereich Cloud-Technologien konnte ich dadurch bereits viele neue Einblicke gewinnen und mein Wissen gezielt erweitern.

Für mich bietet die Bundesbank die Möglichkeit, moderne Data-Science-Methoden in einem gesellschaftlich relevanten Umfeld einzusetzen – und dabei sowohl fachlich als auch persönlich weiterzuwachsen.