Therese Baums ©Margit Rodewald

Vom BWL-Studium ins Aufsichtslabor: Wie Innovationen die Finanzaufsicht stärken Traineeprogramm – Master

Ein Perspektivwechsel mit Wirkung

Hallo, mein Name ist Therese. Ich habe einen klassischen 
BWL‑Hintergrund. Im Studium beschäftigt man sich vor allem mit Banken, Unternehmen oder einzelnen Vermögenswerten. Irgendwann hatte ich jedoch die Gelegenheit, das Finanzsystem aus einer übergeordneten, systemischen Perspektive zu betrachten – und genau das hat mich begeistert. Wenn man sich mit dem gesamten Finanzsystem beschäftigt, landet man schnell bei einer Zentralbank.

Zusätzlich hatte ich eine Gastvorlesung eines heutigen Bundesbank-Kollegen aus dem Bereich Nachhaltigkeit. Das hat mir gezeigt, dass die Bundesbank sich mit Themen beschäftigt, die gesellschaftlich relevant sind und die Zukunft des Finanzsystems mitgestalten – etwa Nachhaltigkeit im Bankensektor. Mich hat besonders angesprochen, dass die Arbeit der Bundesbank zum Gemeinwohl beiträgt und dazu, dass unser tägliches Leben und unser Finanzsystem zuverlässig funktionieren.

Das Traineeprogramm als ideale Orientierung

Als ich mich näher mit der Bundesbank beschäftigt habe, bin ich schnell auf das Traineeprogramm aufmerksam geworden. Die Möglichkeit, verschiedene Bereiche kennenzulernen, fand ich besonders attraktiv. Im Rahmen des Studiums absolviert man meist nur einzelne Praktika und hat oft noch keine klare Vorstellung davon, welche Aufgaben langfristig am besten zu einem passen. Im Traineeprogramm konnte ich ganz unterschiedliche Arbeitsfelder erleben und so herausfinden, wo meine Interessen und Stärken liegen.

Dabei habe ich nicht nur fachlich viel gelernt. Besonders wertvoll war für mich auch der gemeinsame Start mit einer Traineegruppe. Man lernt Menschen kennen, die sich in derselben Situation befinden, gemeinsam verschiedene Stationen durchlaufen und sich gegenseitig unterstützen. So entsteht von Anfang an ein starkes Netzwerk – mit Kontakten in ganz unterschiedliche Bereiche der Bundesbank. Das ist für mich eines der größten Pluspunkte des Traineeprogramms.

Der passende Einstieg ins Berufsleben

Seit vier Monaten arbeite ich auf meiner ersten Stelle nach dem Traineeprogramm im Aufsichtslabor der Finanzaufsicht. Der Übergang ist mir leichtgefallen, weil ich bereits während meiner ersten Praxisphase im Traineeprogramm in diesem Bereich eingesetzt war. Ich kannte das Team, die Arbeitsweise und wusste, dass die Aufgaben gut zu mir passen.

Die verschiedenen Stationen des Traineeprogramms haben mir außerdem geholfen, meinen eigenen beruflichen Weg besser einzuordnen. Besonders überrascht hat mich die politische Dimension der Arbeit bei der Bundesbank. Mit meinem Finance-Hintergrund hatte ich zunächst vor allem an Bankenaufsicht und Finanzmärkte gedacht. Erst im Traineeprogramm wurde mir bewusst, wie eng viele Themen mit politischen Entwicklungen und regulatorischen Fragestellungen verbunden sind. Diese Erfahrungen haben mir geholfen, meine Interessen weiter zu schärfen und die richtige Richtung für meinen Berufseinstieg zu finden.

Innovation in der Finanzaufsicht mitgestalten

Aufsichtslabor – ein Name, der oft neugierig macht. Tatsächlich beschäftigen wir uns dort mit Innovationen in der Finanzaufsicht. Wir greifen aktuelle Entwicklungen auf, die für die Aufsicht künftig relevant werden könnten, und unterstützen die Weiterentwicklung unserer Arbeitsweise.

Gerade diese Vielfalt macht meine Arbeit so spannend. Ein großer Teil besteht aus Projektarbeit, sodass sich die Aufgaben regelmäßig verändern. Ich organisiere Workshops, koordiniere bereichsübergreifende Projekte, bereite Inhalte auf und arbeite in verschiedenen Arbeitsgruppen mit. Kein Projekt gleicht dem anderen.

Finanzaufsicht wirkt auf den ersten Blick vielleicht wie ein eher abstraktes Thema. Tatsächlich profitieren wir aber alle jeden Tag von einem stabilen Finanzsystem. Wenn die Finanzaufsicht ihre Arbeit gut macht, bemerkt man das im Alltag kaum – und genau das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Im Aufsichtslabor überwachen wir Banken zwar nicht direkt, leisten aber einen wichtigen Beitrag dazu, die Finanzaufsicht insgesamt weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen. Gerade diese strategische Perspektive empfinde ich als besonders sinnstiftend.

Ein Arbeitsumfeld, das verbindet

Neben den spannenden Aufgaben schätze ich auch die vielen Angebote, die die Bundesbank ihren Beschäftigten bietet. Ich bin sehr sportlich und nutze beispielsweise Wellhub sowie die Sportkurse des Bundesbank-Sportclubs.

Wichtig ist mir außerdem ein offenes und wertschätzendes Arbeitsumfeld. Deshalb finde ich es schön, dass sich die Bundesbank beispielsweise auch beim Christopher Street Day engagiert. Solche gemeinsamen Aktionen zeigen für mich, dass Vielfalt und Kollegialität nicht nur Schlagworte sind, sondern tatsächlich gelebt werden.

Internationale Erfahrungen sammeln

Ein besonderes Highlight meiner Traineezeit war die achtwöchige Praxisphase im Ausland. Ich durfte bei der Zentralbank Neuseelands arbeiten und dort erleben, wie ähnliche Aufgaben in einem anderen Umfeld wahrgenommen werden.

Neuseeland ist ein vergleichsweise kleines Land mit ganz anderen wirtschaftlichen und geografischen Voraussetzungen als Deutschland. Entsprechend unterscheiden sich auch die Herausforderungen für die Zentralbank, die mit rund 600 Beschäftigten deutlich kleiner ist als die Bundesbank. Gerade dieser Vergleich war für mich unglaublich spannend.

Neben den fachlichen Erfahrungen habe ich vor allem neue Perspektiven gewonnen und internationale Kontakte geknüpft, die weit über die Praxisphase hinaus wertvoll bleiben. Diese Möglichkeit gehört für mich zu den größten Highlights des Traineeprogramms und zeigt, wie international die Arbeit der Bundesbank trotz ihres nationalen Auftrags ist.