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Vom VWL-Studium zur UN und zurück in die Zukunft des Zahlungsverkehrs Traineeprogramm – Master

Hallo, ich heiße Hanif und bin studierter Volkswirt. Mich begeistert, wie ökonomische Entscheidungen unser tägliches Zusammenleben beeinflussen. Mein ausgeprägtes Interesse an Politik hat mich fast zwangsläufig zur Bundesbank geführt, denn sie verbindet wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen mit aktuellen politischen Entwicklungen.

Vielfalt entdecken und Zusammenhänge verstehen

Die meisten kennen die Bundesbank vor allem für ihren zentralen Auftrag, die Sicherung der Preisstabilität und damit den Schutz unseres Geldes vor Inflation. Wie viel mehr noch dahintersteckt, wurde mir im Traineeprogramm schnell klar. Heute arbeite ich an zukunftsweisenden Themen wie dem digitalen Euro, die unser Geld von morgen prägen.

Trainee – ein Jahr, viele Perspektiven

Mit rund 10.000 Mitarbeitenden bietet die Bundesbank ein breites Spektrum an Themenfeldern, von Bankenaufsicht über Märkte bis hin zu Strategie, die ich im einjährigen Traineeprogramm kennenlernen durfte. Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich die Arbeit stark: Während einige Stationen stark wissenschaftlich geprägt sind und sich auf datengestützte Analysen, Modelle und Prognosen fokussieren, stehen in anderen strategischen Fragestellungen für die Bank und die Entwicklung innovativer Lösungen im Mittelpunkt. So konnte ich unter anderem zwei Monate im Bereich Strategie und Innovation sowie zwei Monate zu innovativen Themen der Bankenaufsicht arbeiten und dabei ganz unterschiedliche Arbeitsweisen und Teamkulturen kennenlernen.

Ein persönliches Highlight während meines Traineeships war meine zweimonatige Auslandsphase bei den Vereinten Nationen in New York. Während meiner Zeit bei UNDP hatte ich unter anderem die Gelegenheit, eine Sitzung des UN‑Sicherheitsrats zu verfolgen und Debatten über globale Konflikte hautnah mitzuerleben. Gleichzeitig arbeitete ich mit Kolleginnen und Kollegen aus Ländern wie Frankreich, Ägypten und Kolumbien an der Frage, wie Entwicklungsgelder schneller und wirksamer für bedürftige Regionen mobilisiert und bereitgestellt werden können. Auch abseits der Arbeit war die Zeit unvergesslich – ob bei Abenden am Broadway, beim Joggen im Central Park, bei nächtlichen Spaziergängen am Hudson River oder beim Knüpfen internationaler Freundschaften. Dabei ist mir vor Ort noch einmal mehr klar geworden, wie stark die Bundesbank auch durch ihre Repräsentanz vor Ort global vernetzt ist.

Vom Trainee zum digitalen Euro

Schon während einer meiner Praxisphasen im Traineeprogramm habe ich gemerkt, wie sehr mich das Thema des digitalen Euro begeistert. Deshalb bin ich nach dem Trainee-Jahr direkt fest ins Policy-Team gewechselt. Wir arbeiten an einer digitalen Ergänzung zum Bargeld, die von der Begleitung der Gesetzgebung bis hin zur Vorbereitung der eigentlichen Einführung reicht. Das Tolle daran ist, dass es keine festgefahrene Routine gibt, sondern ein dynamisches Projekt mit einem klaren Ziel. Der digitale Euro soll den Bürgerinnen und Bürgern im Euroraum ab 2029 zur Verfügung stehen.

Ich habe das Gefühl, an einem echten Zukunftsthema mitzuwirken und dabei etwas für Europa zu tun. Wir stellen uns zentralen Fragen, etwa dazu, wie Europa seine Souveränität und Resilienz im Zahlungsverkehr stärken kann. Genau jetzt werden dafür die entscheidenden Weichen gestellt. An einem Projekt zu arbeiten, das so aktuell ist und direkten Einfluss auf unser Zusammenleben hat, empfinde ich als sehr sinnstiftend.

Eine offene Kultur und sichtbare Ergebnisse

Auch die Arbeitskultur in meinem Bereich schätze ich. Ich erlebe die Zusammenarbeit als offen und persönlich, auch über Hierarchieebenen hinweg. Man kennt sich über die eigenen Teams und Abteilungen hinaus, tauscht sich aus und arbeitet gemeinsam an Lösungen.

Gleichzeitig ist die Arbeit anspruchsvoll und von einer hohen Dynamik geprägt. Für mich ist das ein Ansporn. Unsere Ergebnisse werden direkt sichtbar, etwa wenn sich das Europäische Parlament zum digitalen Euro positioniert oder wir bei der Vorbereitung der Pilotphase vorankommen. Zu wissen, dass man im Hintergrund an genau diesen Entwicklungen mitwirkt, verleiht der Arbeit einen besonderen Sinn.

Arbeiten an der Zukunft

Rückblickend hat mir das Traineeprogramm vor allem eines gezeigt: Es gibt bei der Bundesbank sehr viele Möglichkeiten, unterschiedliche Themen und Arbeitsweisen kennenzulernen. Für mich war das Jahr ideal, um herauszufinden, welche Aufgaben wirklich zu mir passen.

Heute arbeite ich an einem Projekt, das wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich relevant ist und dessen Entwicklung ich aktiv mitgestalten kann. Wir stellen die Weichen für den europäischen Zahlungsverkehr von morgen und diese Entwicklung im Team konkret mitzugehen, macht für mich den Reiz meiner täglichen Arbeit aus.