Hoher Nettoabsatz am deutschen Rentenmarkt im Juli 2026

Rentenmarkt

Der Bruttoabsatz am deutschen Rentenmarkt lag im Juli 2026 mit 144,2 Mrd € über dem Wert des Vormonats (135,9 Mrd €). Nach Berücksichtigung der Tilgungen und der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten stieg der Umlauf inländischer Rentenpapiere um 43,9 Mrd € (Juni: 13,9 Mrd €). Am deutschen Markt gehandelte ausländische Titel wurden im Umfang von 3,5 Mrd € abgesetzt. Der Umlauf von in- und ausländischen Schuldverschreibungen in Deutschland nahm so im Ergebnis um 47,4 Mrd € zu. 

Die öffentliche Hand emittierte im Juli Rentenwerte in Höhe von netto 25,4 Mrd € (Vormonat: 8,8 Mrd €). Der Bund erhöhte seine Kapitalmarktverschuldung um 27,2 Mrd €. Im Ergebnis begab er vor allem fünfjährige Bundesobligationen (7,8 Mrd €), zehnjährige Bundesanleihen (5,6 Mrd €) und zweijährige Schatzanweisungen (4,9 Mrd €), daneben aber auch sieben- und 30-jährige Anleihen (2,9 Mrd € bzw. 3,5 Mrd €). Die Länder und Gemeinden tilgten Anleihen für per saldo 1,8 Mrd €.

Heimische Kreditinstitute erhöhten im Juli ihre Kapitalmarktverschuldung um 16,5 Mrd €, nach 3,1 Mrd € im Vormonat. Dies ist im Ergebnis vor allem auf flexibel gestaltbare Sonstige Bankschuldverschreibungen und Hypothekenpfandbriefe zurückzuführen (8,3 Mrd € bzw. 7,0 Mrd €).

Inländische Unternehmen begaben im Berichtsmonat Anleihen für netto 2,0 Mrd €, nach 2,1 Mrd € im Juni. Dies ist im Ergebnis allein auf nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften zurückzuführen (3,6 Mrd €), während Versicherungen und sonstige Finanzinstitute per saldo Schulden tilgten (- 1,3 Mrd € bzw - 0,4 Mrd €). 

Auf der Erwerberseite standen im Juli vor allem ausländische Investoren im Vordergrund. Sie nahmen hiesige Rentenwerte für netto 42,1 Mrd € in ihre Portfolios, vor allem der öffentlichen Hand. Inländische Nichtbanken erwarben Schuldverschreibungen für per saldo 24,2 Mrd €. Heimische Kreditinstitute trennten sich hingegen von Rentenwerten, und zwar für netto 16,4 Mrd €. Der Rentenbestand der Bundesbank sank um 2,5 Mrd €. Dies ist vor allem auf auslaufende Anleihen aus den Ankaufprogrammen zurückzuführen. 

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt begaben inländische Gesellschaften im Berichtsmonat neue Aktien für 2,5 Mrd €, nach 13,3 Mrd € im Juni. Der Umlauf ausländischer Aktien in Deutschland sank im gleichen Zeitraum um 4,8 Mrd €. Auf der Erwerberseite dominierten inländische Nichtbanken; sie nahmen Aktien für netto 6,1 Mrd € in ihre Portfolios. Ausländische Investoren erwarben hiesige Aktien für netto 0,3 Mrd €. Hingegen veräußerten heimische Kreditinstitute Dividendenwerte für per saldo 8,7 Mrd €.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Juli einen Mittelzufluss von netto 10,0 Mrd € (Juni: + 2,7 Mrd €). Im Ergebnis flossen diese Gelder weit überwiegend in Spezialfonds (8,4 Mrd €), die institutionellen Anlegern vorbehalten sind. Unter den Anlageklassen kamen die Mittel hauptsächlich Dachfonds zugute (4,7 Mrd €), in geringerem Umfang aber auch Rentenfonds, Gemischten Wertpapierfonds (je 1,9 Mrd €) und Aktienfonds (1,0 Mrd €). Ausländische Fondsgesellschaften platzierten Anteile für netto 14,8 Mrd € am deutschen Markt. Als Erwerber von Investmentfondsanteilen traten im Berichtsmonat im Ergebnis nahezu ausschließlich inländische Nichtbanken in Erscheinung (24,2 Mrd €). Heimische Kreditinstitute erhöhten ihr Fondsengagement um 0,7 Mrd €, während ausländische Investoren hiesige Anteilscheine für per saldo 0,1 Mrd € veräußerten.