2026_11_03_hauptstadtempfang

Joachim Nagel: „Wir müssen in Europa geeint auftreten“

Es liegt in unserer Hand, Europa so stark und souverän zu machen, dass wir der neuen Weltlage gewachsen sind, sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel in seiner Rede beim Hauptstadtempfang der Bundesbank. Seit zehn Jahren lädt die Bundesbank einmal im Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nach Berlin ein. Thema des Abends war Mut zu mehr Europa und Europas Zukunft in einer sich wandelnden Welt.

Als Gastredner begrüßte er Daniel Hager, Präsident des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie und Mitglied im Präsidium der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer Paris. Hager betonte dabei in seiner Rede: Europäische Souveränität bedeutet für mich nicht Abschottung. Sie bedeutet, dass wir unsere Zukunft selbst gestalten können. Dass wir technologisch, wirtschaftlich und politisch handlungsfähig bleiben.

Nagel hob hervor: Europa stehe durch das rauere geopolitische Klima, den zunehmenden internationalen Wettbewerbsruck sowie durch die Auswirkungen von KI vor einer Reihe großer Herausforderungen. 

Die Energiekrise und steigende Lebenshaltungskosten bereiteten vielen Menschen Sorgen. Aufgabe der Geldpolitik sei es, zu verhindern, dass daraus ein Preisauftrieb entstehe. Daher habe der EZB‑Rat in diesem Jahr bereits zweimal die Leitzinsen erhöht. Eine weitere Zinserhöhung sei nicht auszuschließen, so Nagel.  

Ein starkes Europa brauche zudem einen starken europäischen Binnenmarkt. Es gelte, verbleibende Hürden abzubauen etwa auf den Kapital-, Energie- und Dienstleistungsmärkten. 

Gemeinsam europäisch handeln

In der Verteidigungs- und Außenpolitik sei den nationalen Interessen dann am besten gedient, wenn die Politik gemeinsam handele. 

Von Deutschland und Frankreich forderte Nagel eine Schlüsselrolle ein: Als deutsch-französische Achse sollten wir mutige Impulse setzen, die Initiativen unserer Partner aufgreifen und so miteinander tragfähige Lösungen finden. Er betonte: Ich bin davon überzeugt: Der Mut zu mehr Europa lohnt sich.