Fritzi Köhler-Geib ©Gaby Gerster

Fritzi Köhler-Geib „Mit der Verbreitung von privatem digitalem Geld wird digitales Zentralbankgeld immer wichtiger“ Kamingespräch in der Villa Vigoni

Im digitalen Zahlungsumfeld der Zukunft werden privates und öffentliches digitales Geld wahrscheinlich nebeneinander existieren“, sagte Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib während eines Kamingesprächs mit Chiara Scotti, der Vizepräsidentin der Banca d’Italia, in der Villa Vigoni im italienischen Menaggio. Das Gespräch fand im Rahmen eines Forschungsworkshops zu Zahlungsverkehr und digitalen Vermögenswerten statt, der gemeinsam von der Banca d’Italia und der Deutschen Bundesbank organisiert wurde.

Zukunft des Geldes, digitaler Euro, digitales Zentralbankgeld für Großbetragszahlungen

Köhler-Geib und Scotti diskutierten unter anderem über die Zukunft des Geldes und digitaler Zahlungsökosysteme. Mit Blick auf die Wechselwirkungen von öffentlichem und privatem Geld sagte Köhler-Geib, dass digitales Zentralbankgeld mit der Verbreitung von privatem digitalem Geld immer wichtiger werde. Wenn Dollar-Stablecoins oder in den Vereinigten Staaten errichtete Zahlungsinfrastrukturen systemische Bedeutung außerhalb der USA erlangen, sind Währungsräume, die selbst nicht mit öffentlichem digitalen Geld aufwarten können, bestimmten Risiken ausgesetzt, so Köhler-Geib. Sie nannte die Schwächung der geldpolitischen Transmission, die Abhängigkeit von in der eigenen Rechtsordnung nicht demokratisch legitimierten Plattformen und die schwindende Kontrolle über eine zentrale öffentliche Aufgabe. 

Zudem tauschten sich Köhler-Geib und Scotti darüber aus, wie sich die Beziehung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor durch Innovationen bei digitalen Vermögenswerten grundlegend verändern würde. Dabei ging es auch um mögliche Risiken, die große private digitale Währungen für die Währungshoheit und die Finanzstabilität bergen. Die mit Stablecoins einhergehenden Risiken sind zwar bekannt, sie werden jedoch durch die höhere Geschwindigkeit der Transaktionen verstärkt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, benötigen wir klare Regelungen, transparente Reserveanforderungen und eine wirksame Überwachung. In Europa sind Rahmenregelungen wie die MiCAR-Verordnung unerlässlich, und wir müssen diese Regelungen kontinuierlich verfeinern und verbessern, betonte Köhler-Geib.

Zusammenarbeit zwischen Banca d’Italia und Bundesbank

Köhler-Geib und Scotti sprachen auch über die Zusammenarbeit ihrer Institutionen. Beide Zentralbanken betreiben gemeinsam europäische Infrastrukturen wie TARGET und haben bereits in mehreren ESZB-weiten Projekten zusammengearbeitet.

Veranstaltungen wie diese sind von entscheidender Bedeutung, um bilaterale Beziehungen aufzubauen und unsere Zusammenarbeit zu vertiefen ,so Köhler-Geib.