Skyline von Frankfurt am Main mit Bäumen im Vordergrund ©Janosch Jansen – stock.adobe.com

Klimabericht 2026: Bundesbank erweitert klima- und naturbezogene Aktivitäten

Die Bundesbank hat ihre klima- und naturbezogenen Aktivitäten im Jahr 2025 weiter ausgebaut, heißt es im aktuellen Klimabericht der Bundesbank. Dazu gehört etwa eine Analyse des Finanzsystems hinsichtlich Verwundbarkeiten aus Klimarisiken. Mit ihrem Klimabericht will die Bundesbank zur Transparenz über Klimarisiken und -auswirkungen im Finanzsektor beitragen. Daher legt sie auch die Klimabilanz ihrer eigenen Finanzanlagen offen. Erstmals werden die finanzierten Treibhausgasemissionen (Teil von Scope 3) von Geschäftsbanken betrachtet, deren Anleihen sie in ihrem in Euro geführten Eigenportfolio (Euro-Portfolio) hält. Bei diesen Scope 3-Emissionen handelt es sich um Treibhausgasemissionen, die Banken durch ihre Kreditvergabe und Investitionstätigkeit indirekt verursachen. 

Klimarisiken und Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems als Analyseschwerpunkt

Mit einem eigens entwickelten Analyserahmen untersucht die Bundesbank laut Bericht transitorische Klimarisiken im gesamten deutschen Finanzsystem. Transitionsrisiken sind finanzielle Risiken, die aus dem Übergang zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft entstehen, wie zum Beispiel steigende CO2-Preise. Die bisherigen Analysen zeigen, dass das deutsche Finanzsystem gegenüber Transitionsrisiken insgesamt widerstandsfähig ist, jedoch können einzelne Finanzinstitute stärker betroffen sein, schreiben die Autorinnen und Autoren. Physische Klimarisiken gelten langfristigen Analysen folgend für Deutschland eher als moderat, könnten aber in Zukunft zunehmen. Deshalb arbeitet die Bundesbank daran, diese Risiken noch genauer zu erfassen. Zu den physischen Risiken gehören etwa Dürren und Fluten infolge des Klimawandels.

Nachhaltige Anlagekonzepte für nicht-geldpolitische Finanzanlagen

Zu den nicht-geldpolitischen Finanzanlagen zählen das Euro-Portfolio und die Währungsreserven. Innerhalb dieser verfolgt die Bundesbank für Covered Bonds sowie Anleihen von Förder- und Entwicklungsbanken und Gliedstaaten nachhaltige Anlagekonzepte. Bei Covered Bonds handelt es sich um von Geschäftsbanken emittierte Anleihen, die hauptsächlich mit Immobilienhypotheken besichert sind. Die Anlagekonzepte beinhalten Ausschlüsse und Gewichtungen der Portfolio-Anteile anhand von Nachhaltigkeitsscores mit Klimafokus. Diese Strategien berücksichtigen Klimarisiken und fördern die Transformation zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft im Rahmen des gesetzlichen Mandats der Bundesbank, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Euro-Portfolio: Bundesbank legt erstmals finanzierte Emissionen offen

Das Euro-Portfolio enthält vorrangig Covered Bonds. Nahezu die gesamten Treibhausgasemissionen des Portfolios sind im Berichtsjahr 2025 auf die von Banken finanzierten Emissionen zurückzuführen. Sie gehören zu den Scope 3-Emissionen und machen üblicherweise den Großteil der Treibhausgasemissionen von Banken aus. In diesem Jahr berichtet die Bundesbank erstmals über diese Kennzahl zu ihrem Euro-Portfolio. Grund dafür ist eine verbesserte Datenlage: Infolge der neuen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) haben europäische Geschäftsbanken die Berichterstattung ihrer Scope 3-Emissionen ausgeweitet. 

Dem Bericht zufolge sind die durch das Euro-Portfolio verursachten betriebsbedingten Treibhausgasemissionen (Scope 1 & 2) der Geschäftsbanken seit 2021 langfristig rückläufig. Lediglich zwischen 2023 und 2024 verzeichnen die Autorinnen und Autoren einen leichten Anstieg. Dieser sei vor allem darauf zurückzuführen, dass einige Banken im Zuge der neuen ESRS-Anforderungen einen neuen Erfassungsansatz für ihre betriebsbedingten Emissionen wählten. Somit berichteten sie ab 2024 meist höhere Emissionswerte als für die vorherigen Jahre. 

Währungsreserven: Klimabilanz der Anlagen in Staaten verbessert

Bis zum Jahresende 2025 ist die Treibhausgasintensität der Anlagen in Staaten stetig gesunken, schreiben die Fachleute. Inflationsbereinigt sei der Rückgang der Treibhausgasintensität seit 2015 allerdings nur knapp halb so hoch. Diese Kennzahlen werden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparität abgebildet. 

Zum ersten Mal betrachtet der Bericht neben klimabezogenen Kennzahlen auch naturbezogene Aspekte der Staaten. Diese zeigen, dass international noch größere Lücken zu den Zielen des UN-Biodiversitätsabkommens bestehen, 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen.

Nachhaltige Anlagekonzepte und Analysen werden weiter ausgebaut

Die Bundesbank wird auch in Zukunft ihre Verantwortung im Bereich Klima- und Naturrisiken wahrnehmen und ihre Analysen und nachhaltigen Anlagestrategien kontinuierlich weiterentwickeln. Mit ihrer jährlichen klimabezogenen Berichterstattung schafft die Bundesbank Transparenz über ihren Fortschritt.