Bundesbank Invited Speaker Series mit Darrell Duffie ©Ina Christ

Zahlungsverkehr beeinflusst die Nachfrage nach Zentralbankreserven – Podiumsdiskussion mit Darrell Duffie und Fritzi Köhler-Geib

Im Rahmen der „Bundesbank Invited Speakers Series“ hat Darrell Duffie, Professor an der Stanford Graduate School of Business, mit Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib über die Bedeutung von Zahlungsverkehrssystemen im Zusammenspiel mit Zentralbanken diskutiert.

In seinem Eröffnungsvortrag zum Thema „The Payment System and the Fed’s Balance Sheet“ erläuterte Duffie, wie sich die Nachfrage nach Zentralbankreserven seit der globalen Finanzkrise verändert hat. Banken benötigten heute deutlich höhere Reserven als vor der Krise. Neben regulatorischen Anforderungen spielten dabei auch die Anforderungen des Zahlungssystems eine wichtige Rolle. Würden die Reserven im System zu stark sinken, könne dies die reibungslose Abwicklung von Zahlungen erschweren und zu Spannungen an den Geldmärkten führen.

Zahlungsverkehr bestimmt den Bedarf an Reserven

Duffie betonte, dass große Banken ausreichende Bestände an Zentralbankreserven benötigten, um Zahlungen jederzeit zuverlässig abzuwickeln. Aus regulatorischen und aufsichtlichen Gründen würden sie nicht auf die temporäre Liquiditätsbereitstellung durch die Zentralbank zurückgreifen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Geldmarktzinsen empfindlich reagieren können, wenn die Reserven im Finanzsystem knapp werden.

Vor diesem Hintergrund diskutierte Duffie verschiedene Ansätze, mit denen Zentralbanken die Nachfrage nach Reserven reduzieren könnten. Dazu gehörten Anpassungen bei Zahlungssystemen ebenso wie Veränderungen regulatorischer Rahmenbedingungen und der Verzinsung von Reserven.

Austausch mit Fritzi Köhler-Geib zum Strukturwandel des Finanzsystems

Unter der Moderation von Falko Fecht, Leiter des Forschungszentrums der Bundesbank, diskutierte Duffie anschließend mit Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib, wie sich der Strukturwandel im Finanzsystem auf Zentralbanken auswirkt. Dabei ging Köhler-Geib auf die Veränderungen des Finanzsystems seit der globalen Finanzkrise ein. Ein wesentlicher Punkt der Diskussion war zudem, wie digitale Innovationen wie Stablecoins die Finanzmarktinfrastruktur künftig verändern und welche Auswirkungen dies auf Geldpolitik und Finanzstabilität haben wird.

Im Rahmen der Reihe „Bundesbank Invited Speaker Series“ diskutiert die Deutsche Bundesbank mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle Themen aus den Bereichen Forschung und Zentralbankwesen.