Repräsentanz in New York Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank
Die Deutsche Bundesbank begann bereits mit ihrer Gründung im Jahr 1957, zeitgenössische Kunst zu sammeln. Eine Tradition, die bis heute lebendig ist. Mit diesem Engagement möchte sie sowohl einen Beitrag zur Förderung der Kultur leisten als auch Kunst in die Arbeitswelt integrieren. Dies erlaubt Mitarbeitern und Gästen, sich im täglichen Umgang mit den Werken der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart auseinanderzusetzen.
Die Sammlungstätigkeit konzentriert sich vor allem auf Gemälde, Skulpturen und Papierarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum. In der Zentrale in Frankfurt am Main, den zahlreichen Niederlassungen in vielen Städten Deutschlands und in den internationalen Repräsentanzen befinden sich Kunstwerke. Sie spiegeln unterschiedliche künstlerische Entwicklungen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart wider.
In der Repräsentanz der Deutschen Bundesbank in New York sind u.a. Gemälde von Horst Antes, Georg Baselitz, Marwan Kassab-Bachi, Gerhard Merz und A.R. Penck zu sehen sowie Skulpturen von Michael Croissant. Sie geben einen Einblick in die Vielfalt der Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank.
Horst Antes (*1936)
Tagebild, 23.04.1995-14.06.1995, 1995
Öl auf Leinwand
Tagebild 14.12.1993-20.04.1995, 1995
Öl auf Leinwand
Tagebild 3.5.1995-17.05.1995, 1995
Öl auf Leinwand
Horst Antes wurde durch das Motiv des „Kopffüßlers“ bekannt. Ende der 1980er Jahre entwickelte er den Zyklus seiner „Tagebilder“. Jedes Werk zeigt eine Folge von großformatigen, arabischen Ziffern in Form von Datumsangaben: Tag, Monat und Jahr. Teilweise überlagern sich die Zahlen mehrmals, insbesondere die Ziffern der Tage auf der linken Bildhälfte. Da Antes an jedem Tag, an dem er an dem Werk malte, das Datum auf der Leinwand wiedergab, dokumentieren die Arbeiten jeweils die Zeitspanne des künstlerischen Schaffens.
Signaturen mit dem Entstehungsdatum und dem Namenskürzel des Künstlers gehören seit dem 16. Jahrhundert zum festen Bestandteil des Kunstwerks, jedoch werden diese üblicherweise klein am Bildrand oder auf der Rückseite der Leinwand vermerkt. In Antes „Tagebildern“ wird die Datierung nun zum eigentlichen Bildmotiv: Das einzelne Werk repräsentiert durch persönlich festgelegte Tagesdaten einen bestimmten Zeitabschnitt und visualisiert diesen im Zeitraffer. Das Datum ist nicht nur ein Symbol, sondern das Bildthema.
Biografie
1936 geboren in Heppenheim • 1957-59 Studium der Malerei, Staatliche Akademie für bildende Künste, Karlsruhe bei HAP Grieshaber • 1960 Stipendium Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft • 1962 Stipendium Villa Romana Florenz • 1963 Stipendium Villa Massimo Rom • 1966 UNESCO-Preis • 1984 Professur, Akademie für Bildende Künste, Karlsruhe • 1991 Hessischer Kulturpreis • lebt und arbeitet in Berlin, Karlsruhe und Florenz
Georg Baselitz (*1938)
Untitled, 1977
Gouache auf Papier
Untitled, 1978
Gouache auf Papier
Georg Baselitz machte mit expressiven, gegenständlichen Bildern auf sich aufmerksam. In ihnen setzte er sich in oft provokativer Weise mit der deutschen Geschichte auseinander. Einen markanten Einschnitt in sein Werk setzt er im Jahr 1969, als er seine Motive auf den Kopf stellt. Mit diesem Kunstgriff belegt er eine spezifische Zwischenposition zwischen figurativer und abstrakter Malerei. Durch die Drehung wirken vertraute Motive fremd und irritierend und sind nicht auf den ersten Blick zu lesen. So lässt sich bei den beiden Gouachen von 1977 und 1978 zwar jeweils eine stehende und eine sitzende Figur erahnen. Der expressive Pinselduktus sowie Farbauftrag, Gestik und Komposition treten aber in den Vordergrund.
Die Intention seiner um 180 Grad gedrehten Bildmotive erläuterte der Künstler 1997 wie folgt: „Ich bilde mir ein, dass meine umgekehrten wie alle Bilder funktionieren. Wenn Sie einen Baum in der Landschaft sehen, der ganz normal auf der Erde steht, so kann der von mir, aber auch von van Gogh oder Mondrian sein. [...] Ich weiß nicht, wieso niemand auf die Idee kam, wo doch die Bildumkehr so naheliegend ist. Klar, dass sie sich nicht wie eine neue Schulmethode verbreiten lässt. Die Umkehrung ist wie der Kubismus oder der klassische Realismus ein Einfall. Von mir ausgeführt, ist er erledigt.“
Biografie
1938 geboren als Hans-Georg Kern in Kamenz-Deutschbaselitz • 1956 Studium der Malerei, Hochschule für bildende und angewandte Kunst, Berlin-Weißensee • 1957-64 Studium der Malerei, Hochschule für die bildenden Künste, Berlin bei Hann Trier • 1965 Stipendium Villa Romana, Florenz • 1983-03 Professur, Hochschule der Künste, Berlin • lebt und arbeitet in Stegen am Ammersee
Michael Croissant (1928-2002)
Figur, um 1984
Eisen geschweißt
Figur, 1994
Bronzeguss
Michael Croissant konzentriert sich in seinem Werk auf einen zentralen Gegenstand der Bildhauerei: die Figur. Über Jahrhunderte hinweg stand sie im Mittelpunkt und fand in Personifikationen und allegorischen Szenen, Portraitdarstellungen und Idealbildern bis hin zu Haltungs- und Bewegungsstudien ihren Ausdruck.
Croissants Figuren von Menschen und Tieren nehmen hier eine ganz eigene Position ein. Er legt seinen Focus auf Körper und Köpfe, die er stilisiert und auf ihre elementare Form reduziert. Das Material, das er seit den 1970er Jahren verwendet erfordert diese Konzentration. Aus massiven Eisen-, Blei- oder Bronzeplatten schneidet er Segmente und verschweißt sie zu einer Hohlform. Die im Winkel zueinander gesetzten glatten Flächen bieten dem Betrachter ständig wechselnde Perspektiven: Der scheinbar flache Bildraum gewinnt oft erst beim Wechsel des Standpunkts seine Dreidimensionalität. Horizontal liegend oder, wie die beiden Skulpturen in der Repräsentanz in New York, vertikal aufragend nehmen die Figuren ihren Raum ein.
Biografie
1928 geboren in Landau/Pfalz • 1942 Lehre als Steinmetz • 1953-58 Studium, Akademie der Bildenden Künste München bei Toni Stadler • 1955 Stipendium Kulturkreis im Bundesverband der Deutschen Industrie, Köln • 1966 Hans-Purrmann-Preis • 1966-88 Professur, Städelschule, Frankfurt am Main • 1978 Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz • lebte bis 2002 in München
Hermann Goepfert (1926-1982)
Ohne Titel, 1960
Aquarell
Ohne Titel (Reflektor), 1980
Aquarell
Hermann Goepfert suchte in seiner Kunst nach neuen Ausdrucksformen jenseits der traditionellen Malerei. Goepfert wandte sich früh der ungegenständlichen Kunst zu und wurde ein wichtiger Protagonist der internationalen ZERO-Bewegung. Ab den 1960er-Jahren entstanden seine charakteristischen Lichtobjekte. Dabei setzte er Metallflächen ein, die Licht als gestalterisches Material erfahrbar machen. Er war eng mit Künstlern wie Lucio Fontana und Piero Manzoni verbunden und arbeitete auch mit Architekten wie Johannes Peter Hölzinger zusammen. Sein Beitrag zur Verbindung von Kunst, Raum und Licht ist bis heute von großer Bedeutung.
Das Aquarell "Ohne Titel" von 1960 markiert einen wichtigen Übergang in Goepferts künstlerischem Schaffen. Es zeigt eine klare Abwendung von gegenständlichen Formen hin zur ungegenständlichen Malerei mit einer reduzierten Bildsprache. Farbe wird nicht illustrativ eingesetzt, sondern in ihrer reinen, materiellen Qualität untersucht. Dies zeigt bereits einen ersten Schritt hin zu Goepferts späterem Umgang mit Licht als Gestaltungsmittel.
Im Aquarell "Ohne Titel (Reflektor)"von 1980 wird diese Entwicklung weitergeführt. Die Komposition erinnert an Göpferts Aluminium- und Lichtobjekte, die den Bildraum, Oberflächen und Reflexionen in den Mittelpunkt stellen. Auch im Medium des Aquarells gelingt es Goepfert, die Idee des reflektierenden Lichts auf der Fläche subtil, aber präzise umzusetzen.
Biografie
1926 geboren in Bad Nauheim • 1947-1958 Studium an der Städelschule, Frankfurt am Main • 1964 documenta III • 1965 Planungsgemeinschaft für neue Formen der Umwelt mit Johannes Peter Hölzinger • 1967 Einzelausstellung im Palais des Beaux Arts, Brüssel • 1967 Weltausstellung in Montreal • 1971 Umzug nach Antwerpen • verstorben 1982 in Antwerpen
Marwan Kassab-Bachi (1934-2016)
Kopf – Werkverzeichnis 418, 1985
Aquarell, Pigment, Acryl und Bleistift auf Papier
Seit den 1980er-Jahren dominieren in den Werken des deutsch-syrischen Künstlers Marwan Kassab-Bachi Gesichter. Die expressiven Köpfe erscheinen als Figuren vor einem abstrakten Hintergrund. Durch die malerische Formensprache versinnbildlichen sie innere Geisteszustände und Gemütsverfassungen und werden so zu Abbildern des Lebens, das sich aus Geschichten, Erfahrungen und vielfältigen Einflüssen speist.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist das Werk „Kopf“ aus dem Jahr 1985. Die wellenförmigen Strukturen, die das Gesicht umgeben, erzeugen den Eindruck von Bewegung und Emotion. Marwan Kassab-Bachi gelingt es, durch die Kombination verschiedener malerischer Techniken, eine tiefgreifende visuelle Erfahrung zu schaffen. Der Betrachtende wird eingeladen, die komplexen inneren Welten der Figur zu erkunden.
Biografie
1934 geboren in Damaskus, Syrien • 1955-57 Studium der Arabischen Literatur in Damaskus • 1957-63 Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Hann Trier • 1966 Verleihung des Karl-Hofer-Preises, Berlin • 1973 Stipendium Cité des Arts, Paris • seit 1980 ordentlicher Professor für Malerei an der Hochschule der Künste, Berlin • 1999 Begründer der Sommer-Akademie der Abdul Hameed Shoman Foundation, Darat al Funun in Amman • 2005 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen • verstorben 2016 in Berlin
Gerhard Merz (*1947)
Mountain Crystal, 1985
Siebdruck, Kasein und Pigment auf Leinwand
Gerhard Merz zählt zu den zentralen Vertretern der konzeptuellen Malerei in Deutschland. Seit den 1970er Jahren entwickelt er großformatige Werke, die sich durch handwerkliche Präzision, klassische Farbigkeit und strenge Ordnung auszeichnen. Merz versteht seine Kunst als einen konzentrierten Raum, in dem Maß, Farbe und Licht im Mittelpunkt stehen. Der Künstler folgt festen Proportionslehren und Farbtheorien, die seit der Antike existieren und nach wie vor zutreffen. So sind seine Ausstellungen Gesamtinszenierungen bei denen er - über die einzelnen Werke hinaus - auch Wandfarbe und Architektur einbezieht. Merz war mehrfach auf der documenta in Kassel vertreten und gestaltete 1997 den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig.
Das Werk „Mountain Crystal“ ist ein eindrucksvolles Beispiel für das Zusammenspiel von Form und Farbe in der zeitgenössischen Kunst. Der Titel verweist auf die Klarheit und Reinheit eines Bergkristalls, die sich in der klaren Linienführung und der subtilen Farbgebung widerspiegeln. Die geometrischen Formen und die harmonische Anordnung erinnern an die natürliche Struktur von Kristallen, während die reduzierte Farbpalette die Essenz des Materials betont.
Biografie
1947 geboren in Witten • 1967-72 Studium der Malerei, Hochschule für bildende Kunst, Hamburg • 1971 erste öffentliche Ausstellung, Münchner Kunstverein • 1977-1997 viermalige Teilnahme an der documenta, Kassel • 1997 Gestaltung des Deutschen Pavillons, 47. Biennale von Venedig • zahlreiche Ausstellungen in internationalen Museen und Galerien • lebt und arbeitet in Witten und Berlin
A. R. Penck (1939-2017)
Ereignis-System, 1981
Acryl auf Leinwand
Strike, 1985
Aquatinta und Kaltnadelradierung auf Magnani Bütten
Nach zahlreichen künstlerischen Experimenten fand A. R. Penck im Jahr 1963 zu der Formensprache, die man seither mit seiner Arbeit verbindet. Als Dresdner Künstler beschäftigte er sich mit den verschiedenen Systemen in Ost- und Westdeutschland und wählte einen Weg jenseits des sozialistischen Realismus und der Abstraktion. So entwickelte er ein spezifisches Vokabular, das an prähistorische Höhlenmalerei denken lässt. Die Zeichen werden immer wieder neu variiert und eröffnen ein Kommunikationsfeld zwischen Sprache und Schrift.
In seinem Werk „Ereignis-System“ entwickelt Penck aus kraftvollen Pinselstrichen Silhouetten menschlicher Köpfe und einzelne Buchstaben. Piktogramme und vereinfacht gemalte Symbole springen dem Betrachter ins Auge und regen zu eigenen Interpretationen an.
„Signale steuern Verhalten. Information steuert Verhalten. Signale setzen Antriebe in Bewegung oder hemmen sie. Signale bewirken Erregung [...] Die pragmatische und magische Kunst der Eiszeitmenschen lässt mich vermuten, dass im Ursprung der Kunst anfängliche Ergebnisse der Signalforschung da sind, die später wieder verschüttet wurden.“ So beschrieb der Künstler seinen Werkansatz und machte zugleich deutlich, weshalb er anstatt seines eigentlichen Namens Ralf Winkler den des Eis-zeitforschers Albert Penck (1858-1945) annahm.
Biografie
1939 geboren als Ralf Winkler in Dresden • 1956-58 Lehre als Werbezeichner • 1976 Will-Grohmann-Preis • 1980 Kunstpreis Goethe-Stiftung, Basel • lebt und arbeitet in Dublin, London, Düsseldorf und Köln
Karl Georg Pfahler (1926-2002)
o. T., 1968
Farbserigrafie auf Karton
o. T., 1968
Farbserigrafie auf Karton
Karl Georg Pfahler prägte die gegenstandslose Malerei der Nachkriegszeit mit klaren Formen, intensiven Farben und einer präzisen Bildsprache. Nach seinem Studium bei Willi Baumeister an der Kunstakademie Stuttgart entwickelte er ab den frühen 1960er-Jahren einen unverwechselbaren Stil. Er vereint Elemente der Farbfeldmalerei mit der Formensprache der geometrischen Abstraktion. Pfahlers Werke wirken oft wie visuelle Zeichen: dynamisch, kontrastreich und farbintensiv.
Das erste Werk präsentiert eine signifikant quadratische Form. Sie vermittelt den Eindruck von Kraft und Plastizität, als würde sie sich in den Raum des Betrachters hineinwölben. Das zweite Werk zeichnet sich durch eine horizontale Struktur aus, die von lebendigen Farben und feinen Linien bestimmt ist. Durch den Kontrast zwischen intensivem Rot und Blau entsteht der Eindruck einer Bewegung, während die Komposition gleichzeitig fest und stabil ist. Pfahler gelingt in diesen beiden Arbeiten eine ausgewogene Verbindung zwischen Ruhe und Energie.
Biografie
1926 geboren in Nürnberg • 1948-49 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg • 1950-54 Studium an der Kunstakademie, Stuttgart bei Willi Baumeister • 1965 internationale Durchbrüche mit Ausstellungen wie "Signale" in Basel • 1970 deutscher Beitrag auf der Biennale in Venedig • 1981 Vertreter deutscher Kunst auf der Biennale in São Paulo • 1984-92 Lehrtätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg • verstorben im Januar 2002 in Emetzheim
Walter Dexel (1890–1973)
Komposition aus P-Formen, 1971
Farbserigrafie
Segelschiff, 1971
Farbserigrafie
Walter Dexel ist als Künstler Autodidakt. Nach Vollendung seines Kunstgeschichtsstudiums erhält Dexel 1916 die Ausstellungsleitung des Jenaer Kunstvereins. Dort taucht er in die moderne, abstrakte Kunst- und Designwelt ein. Durch Ausstellungen über Konstruktivismus, die Neue Deutsche Baukunst und die neuen Wege der Fotographie, lernt Dexel einige Schlüsselpersonen dieser Kunst kennen: z.B. Walter Gropius, Mies van der Rohe, Oskar Schlemmer, Paul Klee oder Wassily Kandinsky. Vor allem aber die Freundschaft zu Theo van Doesburg beeinflusst seinen malerischen Stil enorm. Die zunächst noch stark expressionistisch geprägte Farb- und Formensprache wird von abstrakter Kunst abgelöst, die unter anderem von der niederländischen Künstlergruppe De Stijl inspiriert ist. Charakteristisch für Dexels Werke sind monochrome Farbflächen, die in ihrer Farbigkeit und Anordnung ein komplexes Spiel erzeugen. Stilistisch markieren seine Werke einen innovativen Übergang vom Kubismus zum Konstruktivismus. Mit der Machtergreifung der NSDAP stellt Dexel sein freies künstlerisches Schaffen ein und nimmt es erst in den 1960er Jahren wieder auf.
Die Werke „Segelschiff“ und „Komposition aus P-Formen“ aus dem Jahr 1971 reihen sich in diese zweite Schaffensphase ein. Hier greift Dexel Bildmotive und -themen auf, die bereits in seinem Frühwerk auftauchen, wie z.B. das Schiff als Sinnbild für industrielle und maschinelle Produktion.
Das Spannungsverhältnis von Form und Farbe ist auch in dem weniger figürlichen Werk „Komposition aus P-Formen“ zu beobachten. Die Form des „P“ ordnet sich einer vertikalen Gliederung der Farbblöcke auf der Serigrafie unter und wird auf dem Bild in verschiedenen Anordnungen, Himmelsrichtungen, Größen und Farbspielen erprobt.
Biografie
1890 in München geboren • 1910-1914 Studium der Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München unter Heinrich Wölfflin und Fritz Burger • 1916-1928 Ausstellungsleitung des Jenaer Kunstvereins • 1928-1935 doziert Gebrauchsgrafik und Kulturgeschichte an der Kunstgewerbe- und Handwerksschule Magdeburg • 1937 wird sein Schaffen als entartet eingestuft und seine Werke werden konfisziert • 1936-1942 Professur für Theoretischen Kunst- und Formenunterricht an der Staatlichen Hochschule für Kunsterziehung in Berlin • 1946 Wiedereinstellung als Professor nach Entnazifizierungsverfahren • stirbt 1973 in Braunschweig • Seit 1997 vergibt die Stadt Jena das Walter-Dexel-Stipendium zu seinen Ehren.