Trainingsprogramm mit afrikanischen und europäischen Partnern ©Thomas Langer

Bargeld bleibt unverzichtbar ZiZ-Newsletter – Mai 2026

Das von der EU finanzierte ESZB-Programm zur Unterstützung der makroökonomischen und finanziellen Stabilität in Afrika wurde um zwei weitere Jahre verlängert. Das zusätzliche Budget von 2 Millionen Euro ist eine sinnvolle Investition, da das Programm bereits einen bedeutenden und positiven Einfluss auf laufende Reformen auf dem drittgrößten Kontinent der Welt hatte. Zudem wurde die Vernetzung und Koordination zwischen den afrikanischen Zentralbanken und mit dem ESZB gestärkt.

Als erste Aktivität im Rahmen des verlängerten Programms lud das Zentrum für internationalen Zentralbankdialog (ZiZ) der Bundesbank Führungskräfte von Zentralbanken und Bargeldmanagement-Experten von 12 afrikanischen Institutionen zu einem Trainingskurs nach Frankfurt am Main ein, der vom 17. bis 19. Februar 2026 stattfand.

Der erste Tag konzentrierte sich auf die Rolle der Zentralbank im Bargeldkreislauf und die Herausforderungen der Bargeldversorgung. Am zweiten Tag standen Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Bargeldmanagement im Mittelpunkt. Am dritten Tag diskutierten die Teilnehmer die Zukunft des Bargelds.

Thomas B. Langer, Fachdozent für Bargeldmanagement beim ZiZ, konzipierte das dreitägige Trainingsprogramm, während Peter Spicka, Programmkoordinator, die Abstimmung mit afrikanischen und europäischen Partnern sicherstellte. In seinen Vorträgen behandelte Thomas Langer ein breites Spektrum an Themen rund um das Bargeldmanagement und betonte, dass Bargeld nach wie vor das Rückgrat des täglichen Lebens und der Wirtschaft ist. In intensiven Diskussionen wurde die Bedeutung einer widerstandsfähigen Bargeldversorgung hervorgehoben, und die Teilnehmer tauschten Erfahrungen im Bereich Notfallplanung aus. Der Fokus lag auf der praktischen Integration dieser Aspekte in die tägliche Arbeit der Zentralbanker, um den Erwartungen der Öffentlichkeit und anderer Akteure im Bargeldkreislauf gerecht zu werden.

Carlos González Constán, Abteilungsleiter im Bargeldbereich der Banco de España, unterstützte das Programm nachdrücklich und brachte wertvolle Einblicke in den gesamten Lebenszyklus von Banknoten ein – von der Produktion bis zur Entsorgung. Anhand der jüngsten Erfahrungen Spaniens mit extremen Wetterlagen, Überschwemmungen und Stromausfällen berichtete er über die Herausforderungen, denen das Land und seine Zentralbank gegenüberstanden.

Stefano Marucci von der Banca d’Italia gab einen Überblick über die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Projekt des digitalen Euro und regte damit eine lebhafte Diskussion über die Zukunft des Bargelds und der Zahlungsoptionen an.

Ein besonderes Highlight waren die Beiträge der afrikanischen Partnerinstitutionen, die beeindruckende Einblicke in ihre neuen, mit modernster Technologie ausgestatteten Bargeldzentren gaben. Djanira Silva von der Banco Nacional de Angola stellte in einem Vortrag mit Videomaterial das neue Bargeldzentrum Angolas vor.

Mohamed Elfiky und Seif Amin von der Zentralbank Ägyptens stellten ihr neues Bargeldzentrum in der neuen Verwaltungshauptstadt Ägyptens vor und erläuterten, wie das Land seine Bargeldinfrastruktur modernisiert hat und damit die nächste Generation des Bargeldmanagements gestaltet.

Die Teilnehmer empfanden das Training sowohl fachlich bereichernd als auch strategisch wertvoll. Sie hoben die ausgezeichneten Möglichkeiten zum Networking zwischen afrikanischen und europäischen Zentralbankern sowie unter den afrikanischen Kollegen hervor.

Die Veranstaltung unterstrich das starke Engagement für den internationalen Zentralbankdialog und ermöglichte einen hochrangigen Austausch von Erfahrungen und Best Practices im Bargeldmanagement. Initiativen wie diese zeigen, dass Bargeld auch in einer sich wandelnden Zahlungslandschaft ein Grundpfeiler des täglichen Lebens und der wirtschaftlichen Stabilität bleibt und dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Zentralbanken unerlässlich ist, um diese Rolle sicherzustellen.