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Farbserigrafien auf Papier
Max Ackermann zählt zu den prägenden deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts und gilt als früher Wegbereiter der Abstraktion. Sein Œuvre zeichnet sich durch große stilistische Bandbreite aus. Ausgehend von gegenständlichen Darstellungen fand Ackermann, insbesondere seit den 1940er Jahren, Schritt für Schritt zu immer stärker abstrahierten Bildlösungen und schließlich zu völlig gegenstandslosen Kompositionen.
Die Serigrafie-Serie „Ohne Titel“ (1–7) von 1968 gehört zu den späten Höhepunkten Ackermanns Druckgraphik. In sieben Blättern formuliert er, was seine Abstraktion so unverwechselbar macht: das Zusammenspiel von geometrischen Formen und organisch geschwungenen Elementen. Die Technik des Siebdrucks kommt ihm dabei entgegen. Sie erlaubt jene gleichmäßige, dichte, konzentrierte Farbigkeit, die weniger auf Nuancen als auf Präsenz zielt. Räumliche Wirkung entsteht dabei nicht durch Überlagerung, sondern durch Kontraste, Proportionen und eine klar gegliederte Flächenordnung.
Ackermann versteht seine abstrakten Kompositionen als visuelle Musik: Form und Farbe agieren wie Töne und Rhythmen, setzen Akzente, bauen Spannung auf oder erzeugen Harmonie. Gerade die serielle Arbeitsweise entspricht diesem Denken. In der systematischen Variation eines Themas über mehrere Blätter hinweg prüft er Anordnung und Farbklang immer neu. Nicht einfach ein Motiv wird wiederholt, sondern ein Bildgedanke durchgespielt, in Bewegung gehalten und vertieft.
Biografie
Max Ackermann wurde 1887 in Berlin geboren und studierte 1906 an der Kunstschule in Weimar bei Henry van de Velde, 1908 in Dresden und ab 1909 bei Franz von Stuck an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1912 ging er nach Stuttgart, wo er an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in den Schülerkreis von Adolf Hölzel eintrat. 1957 wurde ihm der Professorentitel durch das Land Baden-Württemberg ehrenhalber verliehen, 1964 war er Ehrengast der Villa Massimo in Rom. Er starb 1975 in Unterlengenhardt.
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Acrylfarbe auf Holz, Gitarren- und Harfensaiten
Nevin Aladağ, international bekannt für ihre Grenzgänge zwischen den Künsten, präsentiert mit „Vibrating Images“ eine Werkreihe, in der Malerei, Skulptur und Musikinstrumente zu eigenwilligen Wandobjekten verschmelzen.
Zwei dieser farbstarken Arbeiten greifen die Formensprache der geometrischen Moderne auf und integrieren Elemente wie Gitarren-, Geigen- oder Harfensaiten und deren Mechanik. In Schattenfugenrahmen präsentiert, erwecken die rechteckigen Wandobjekte zunächst den Eindruck statischer Gemälde. Erst die integrierten Instrumententeile und Schalllöcher machen die „vibrierenden Bilder“ zu Resonanzkörpern, die das Visuelle um eine akustische Dimension erweitern. Beide Werke waren kürzlich in der Mathildenhöhe Darmstadt ausgestellt.
Als Installations- und Performancekünstlerin verschiebt Aladağ bewusst die Grenzen zwischen den Kunstgattungen. Ihre Werke sind eine Einladung, über das Zusammenspiel von Bild, Klang und Raum nachzudenken. Die „Vibrating Images“ sprechen nicht nur das Auge an, sondern auch das innere Hören: ein Konzert, das hier leider nur im Kopf stattfinden kann.
Biografie
Nevin Aladağ wurde 1972 im türkischen Van geboren und lebt in Berlin. Sie studierte von 1993 bis 2000 Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste in München. Bekannt wurde Aladağ vor allem durch ihre Teilnahme an der documenta 14 in Athen und Kassel (2017) sowie an der 57. Biennale von Venedig (2017).
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Acrylfarbe auf Holz, Geigenmechanik, Saiten
Nevin Aladağ, international bekannt für ihre Grenzgänge zwischen den Künsten, präsentiert mit „Vibrating Images“ eine Werkreihe, in der Malerei, Skulptur und Musikinstrumente zu eigenwilligen Wandobjekten verschmelzen.
Zwei dieser farbstarken Arbeiten greifen die Formensprache der geometrischen Moderne auf und integrieren Elemente wie Gitarren-, Geigen- oder Harfensaiten und deren Mechanik. In Schattenfugenrahmen präsentiert, erwecken die rechteckigen Wandobjekte zunächst den Eindruck statischer Gemälde. Erst die integrierten Instrumententeile und Schalllöcher machen die „vibrierenden Bilder“ zu Resonanzkörpern, die das Visuelle um eine akustische Dimension erweitern. Beide Werke waren kürzlich in der Mathildenhöhe Darmstadt ausgestellt.
Als Installations- und Performancekünstlerin verschiebt Aladağ bewusst die Grenzen zwischen den Kunstgattungen. Ihre Werke sind eine Einladung, über das Zusammenspiel von Bild, Klang und Raum nachzudenken. Die „Vibrating Images“ sprechen nicht nur das Auge an, sondern auch das innere Hören: ein Konzert, das hier leider nur im Kopf stattfinden kann.
Biografie
Nevin Aladağ wurde 1972 im türkischen Van geboren und lebt in Berlin. Sie studierte von 1993 bis 2000 Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste in München. Bekannt wurde Aladağ vor allem durch ihre Teilnahme an der documenta 14 in Athen und Kassel (2017) sowie an der 57. Biennale von Venedig (2017).
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Holzschnitt und Sprühfarbe auf Büttenpapier, Unikat
Die Werkserie „Plattenbau“ gehört zu den frühen Arbeiten von Benjamin Badock und entstand im Jahr seines Abschlusses an der Kunsthochschule. Inspiriert von den standardisierten Wohnkomplexen der Nachkriegszeit, die aus Betonfertigteilen errichtet wurden, widmet sich Badock in dieser Serie verschiedenen Gebäudetypen. Das Prinzip des Baukastensystems überträgt er auch auf seine künstlerische Arbeitsweise: Für jeden seiner großformatigen Holzschnitte verwendet er vier Platten, die er wie ein Architekt zu immer neuen Gebäuden zusammensetzt. Ein verbindendes Motiv ist dabei das Bauen auf Stelzen, vermutlich eine Anspielung auf Le Corbusiers „Pilotis“, jene Stützen, die Gebäude vom Boden abheben und ihnen etwas Schwebendes verleihen.
Das Blatt „Karstadt/Abriss“ greift die ikonische Sprache der Warenhaus-Architektur auf. Die charakteristische Vorhangfassade verweist auf ein Stück Innenstadtkulisse und auf die Ästhetik eines Konsumversprechens, das zugleich Glanz und Rückbau in sich trägt.
Badocks Blick auf die Plattenbau-Architektur ist von ironischer Distanz geprägt. In seinen Werken thematisiert er bewusst die Unvollkommenheit und lässt das mögliche Scheitern der einstigen Ideale einfließen. Die leuchtende Farbigkeit der Serie verstärkt diese kritische Perspektive und macht „Plattenbau“ zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Architektur und den Visionen der Moderne.
Biografie
Benjamin Badock, geboren 1974 in Chemnitz, hat von 2001 bis 2008 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert und war anschließend Meisterschüler bei Olav Christopher Jenssen. 2017 präsentierte die Deutsche Bundesbank Frankfurt seine Werke in einer Einzelausstellung. Der Künstler lebt und arbeitet in Leipzig.
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Holzschnitt auf Büttenpapier, UnikatDie Werkserie „Plattenbau“ gehört zu den frühen Arbeiten von Benjamin Badock und entstand im Jahr seines Abschlusses an der Kunsthochschule. Inspiriert von den standardisierten Wohnkomplexen der Nachkriegszeit, die aus Betonfertigteilen errichtet wurden, widmet sich Badock in dieser Serie verschiedenen Gebäudetypen. Das Prinzip des Baukastensystems überträgt er auch auf seine künstlerische Arbeitsweise: Für jeden seiner großformatigen Holzschnitte verwendet er vier Platten, die er wie ein Architekt zu immer neuen Gebäuden zusammensetzt. Ein verbindendes Motiv ist dabei das Bauen auf Stelzen, vermutlich eine Anspielung auf Le Corbusiers „Pilotis“, jene Stützen, die Gebäude vom Boden abheben und ihnen etwas Schwebendes verleihen.
Im Werk „My Heart is in the Mountain“ verknüpft Badock das Motiv des Plattenbaus mit persönlichen Gefühlen wie Zugehörigkeit und Sehnsucht. Ein Bautyp, der sonst für Austauschbarkeit steht, wird hier emotional aufgeladen.
Badocks Blick auf die Plattenbau-Architektur ist von ironischer Distanz geprägt. In seinen Werken thematisiert er bewusst die Unvollkommenheit und lässt das mögliche Scheitern der einstigen Ideale einfließen. Die leuchtende Farbigkeit der Serie verstärkt diese kritische Perspektive und macht „Plattenbau“ zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Architektur und den Visionen der Moderne.
Biografie
Benjamin Badock, geboren 1974 in Chemnitz, hat von 2001 bis 2008 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert und war anschließend Meisterschüler bei Olav Christopher Jenssen. 2017 präsentierte die Deutsche Bundesbank Frankfurt seine Werke in einer Einzelausstellung. Der Künstler lebt und arbeitet in Leipzig.
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Holzschnitt auf Büttenpapier, Unikat
Die Werkserie „Plattenbau“ gehört zu den frühen Arbeiten von Benjamin Badock und entstand im Jahr seines Abschlusses an der Kunsthochschule. Inspiriert von den standardisierten Wohnkomplexen der Nachkriegszeit, die aus Betonfertigteilen errichtet wurden, widmet sich Badock in dieser Serie verschiedenen Gebäudetypen. Das Prinzip des Baukastensystems überträgt er auch auf seine künstlerische Arbeitsweise: Für jeden seiner großformatigen Holzschnitte verwendet er vier Platten, die er wie ein Architekt zu immer neuen Gebäuden zusammensetzt. Ein verbindendes Motiv ist dabei das Bauen auf Stelzen, vermutlich eine Anspielung auf Le Corbusiers „Pilotis“, jene Stützen, die Gebäude vom Boden abheben und ihnen etwas Schwebendes verleihen.
Mit dem „Plattenbau Rundhaus“ greift Badock die Idee alternativer Wohnformen auf und entwirft ein Gebäude mit halbkreisförmigem Tonnengewölbe, eine Form, die charakteristisch für romanische Kirchen ist und zugleich an die Silhouette eines Planwagens erinnert. Trotz dieser ungewöhnlichen Dachform wird das sonst für den Plattenbau typische Raster nicht aufgegeben.
Badocks Blick auf die Plattenbau-Architektur ist von ironischer Distanz geprägt. In seinen Werken thematisiert er bewusst die Unvollkommenheit und lässt das mögliche Scheitern der einstigen Ideale einfließen. Die leuchtende Farbigkeit der Serie verstärkt diese kritische Perspektive und macht „Plattenbau“ zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Architektur und den Visionen der Moderne.
Biografie
Benjamin Badock, geboren 1974 in Chemnitz, hat von 2001 bis 2008 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert und war anschließend Meisterschüler bei Olav Christopher Jenssen. 2017 präsentierte die Deutsche Bundesbank Frankfurt seine Werke in einer Einzelausstellung. Der Künstler lebt und arbeitet in Leipzig.
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Mit Öl überarbeiteter Linolschnitt
Noch bevor man erkennt, was genau auf dem Bild zu sehen ist, hat einen die Wucht der Farbe bereits in ihren Bann geschlagen. Durch die stellenweise schwarze Übermalung des Linolschnitts mit kräftig gesetzten, gestisch anmutenden Pinselstrichen erhält das schrille Gelb eine besondere Intensität. Im ersten Moment hält man das große Rund im linken oberen Bildteil womöglich für eine Sonne. Typisch für das malerische und zeichnerische Œuvre des Künstlers ist die Umkehrung des Motivs, das „Auf-dem-Kopf-Stehen“, das Baselitz seit 1969 praktiziert. Es findet sich auch im druckgrafischen Werk. Damit schuf der Künstler nicht nur sein Markenzeichen, sondern widersetzte sich den Konventionen der klassischen Bildordnung und nimmt eine markante Interimsposition zwischen figurativer und abstrakter Malerei ein. Er bricht mit den Erwartungen an die Darstellung und fordert so eine neue, unverstellte Wahrnehmung der Kunst. Der Bildtitel weist den scheinbar am Boden liegenden Mann als „Fahrradfahrer“ aus. Doch selbst auf den Kopf gestellt wird daraus kein Mann, der auf einem Fahrrad sitzt. Für Baselitz, so lässt sich vermuten, geriet das Motiv zum bloßen Vorwand, ein sanfter Widerstand gegen die Vorherrschaft des Gegenständlichen. Was ihn weit mehr umtrieb, war die Wucht der Farben, das kalkulierte Spiel der Komposition und der ungezähmte Duktus des Pinsels. Und nicht zuletzt die subversive Lust, die vertraute Lesart des Bildes ins Wanken zu bringen.
Biografie
Georg Baselitz, geboren 1938 als Hans-Georg Kern in Kamenz-Deutschbaselitz, begann 1956 sein Studium der Malerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Von 1957 bis 1964 setzte er seine Ausbildung an der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin fort. Von 1983 bis 2003 war er Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Bis 2026 lebte und arbeitete Georg Baselitz in Stegen am Ammersee.
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3 C-Prints
In Natalie Czechs Arbeiten geht es um die Beziehungen zwischen Bildern und Texten und um das Verhältnis zwischen bildender Kunst und Poesie.
Das Werk „A poem repetition by Bruce Andrews” (I–III) gehört zu einer größeren Serie. Als Ausgangspunkt wählte die Künstlerin bereits existierende Gedichte, die sich durch das Stilmittel der Wiederholung auszeichnen. Darauf spielt auch der Serientitel „Poems by Repetition“ (Gedichte durch Wiederholung) an. Diese kurzen Gedichte werden mit Fotografien von Gegenständen zusammengebracht. Das dreiteilige Werk „Ein Gedicht durch Wiederholung von Bruce Andrews“ thematisiert den Prozess des Suchens und Findens.
Das Motiv zeigt eine Uhr, die eigens für den Super Hero Supply Store in Brooklyn, New York, entworfen wurde. Dieser Laden verkauft ungewöhnliche Produkte, wie „Gravitation“ oder „Antimaterie“ in Dosen. Die Einnahmen des Geschäfts fließen in die Organisation „826NYC“, die 6- bis 18-jährige Schüler*innen dabei unterstützt, ihre Schreibfähigkeiten zu verbessern. Der Originaltext auf der Uhr ist eine Werbebotschaft für den Laden selbst. Natalie Czech färbt die meisten Buchstaben und Ziffern dieses Textes mit oranger Farbe. Die Buchstaben des Gedichts von Bruce Andrews bleiben hingegen weiß. Auf diese Weise wird das Gedicht „gefunden“ und sichtbar gemacht.
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2 Pigmentabzüge auf Archivpapier
In Natalie Czechs Arbeiten geht es um die Beziehungen zwischen Bildern und Texten und um das Verhältnis zwischen bildender Kunst und Poesie.
Das Werk „A poem repetition by Vsevolod Nekrasov“ (I–II) gehört zu einer größeren Serie. Als Ausgangspunkt wählte die Künstlerin bereits existierende Gedichte, die sich durch das Stilmittel der Wiederholung auszeichnen. Diese kurzen Gedichte werden mit Fotografien von Gegenständen zusammengebracht. Abgebildet sind verschiedene Medien wie Magazine, Plattencover oder Bücher. In den dort vorgefundenen Texten markiert Natalie Czech die ausgewählten Gedichte. Das ist nicht immer einfach. Erst durch die Anordnung mehrerer Fotografien zu einer Gruppe werden die verwendeten Gedichte vollständig sichtbar und lesbar.
Die beiden Fotografien zeigen die Kopfhörer ZINKEN der Firma Urbanears und deren Verpackungen. Die Bilder inszenieren die Objekte in einer Ästhetik, die an eine Werbekampagne erinnert. Gleichzeitig konstruiert Natalie Czech ein feinsinniges visuelles Spiel. Mit einem blauen Stift lässt sie gezielt Teile des Textes auf der Verpackung verschwinden. Übrig bleiben nur die weißen Buchstaben, welche die englische Version eines kurzen Gedichtes von Vsevolod Nekrasov sichtbar machen: „All of it after all but most of all – air“. "Ich möchte Texte, die vorhanden sind, anders lesen, damit das poetische Potenzial in alltäglichen Texten auftauchen kann" so Natalie Czech zu ihren Arbeiten. Der visuelle „Fluss“ des Gedichts wird zusätzlich durch die Kabel der Kopfhörer betont, die scheinbar von einem Teil des Diptychons zum anderen verlaufen und so die beiden Fotografien miteinander verbinden.
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Dispersionsfarbe auf Nessel
Das Gemälde von Walter Dahn wirkt roh, wild und voller Energie. Es entstand 1981 in seiner Zeit mit der Künstlergruppe „Mühlheimer Freiheit“, benannt nach dem gemeinsamen Atelier, das zum kreativen Zentrum der Gruppe wurde. Nach den nüchternen Jahren von Minimal Art und Konzeptkunst entfaltete sich hier eine neue, unmittelbare Bildsprache – spontan, emotional und von einem anarchischen Lebensgefühl getragen. Dahn zählte als Maler, Fotograf und Musiker zu den prägenden Figuren der „Jungen Wilden“ in Deutschland. Diese suchten den Befreiungsschlag gegen den angepassten Kunstbetrieb ihrer Vorgänger, gegen den Akademismus und die formale Strenge der etablierten Museen. Kunst sollte wieder laut sein, frech, direkt – mit Lust an Übertreibung und Witz.
In diesem Geist entsteht auch Dahns verbogene Menschenfigur: locker und comicartig gezeichnet, zwischen Tanz und Akrobatik, tritt sie als gelbe Silhouette auf dunklem Grund hervor, gestützt von einer weißen Sockelzone. Die dunkle Farbe scheint zu leben – dick aufgetragen, rinnt sie teils über die Fläche hinweg, zieht Spuren, verwischt Konturen. Hintergrund und Figur treten in einen Dialog, in dem keine klare Ordnung bleibt. Unangepasstheit ist hier nicht nur Thema, sondern künstlerische Methode.
Auch der Titel „Contort Yourself“ („Verdreh dich“) schärft diese Lesart. Für Dahn war Sprache immer auch Material – er nahm Redewendungen wörtlich, drehte sie um, spielte mit ihren Bedeutungen. So zeigt sich das Bild als Aufforderung zum Widerspruch, zur Bewegung, zum eigenwilligen Blick auf die Welt. Dahns Malweise befreit sich dabei sichtbar von Kontrolle – jedes Bild wird zum Akt der Rebellion.
Biografie
Walter Dahn wurde 1954 in St. Tönis bei Krefeld geboren. Von 1971 bis 1977 studierte er bei Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1995 lehrte er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seine Werke wurden vielfach ausgestellt, unter anderem auf der documenta 7 im Jahr 1982. Walter Dahn lebte und arbeitete in Köln, wo er 2024 verstarb.
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Öl auf Spanplatte
Otto Dix porträtierte Heinrich Troeger, den Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank, 1963. Das Gemälde, das durch mehrere lebhafte Bleistiftskizzen vorbreitet wurde, befindet sich seit 1976 in der Sammlung der Bank.
Der Jurist Heinrich Troeger (geboren 1902) war nach verschiedenen beruflichen Stationen von 1956 bis 1957 Präsident der Landeszentralbank Hessen und von 1958 bis 1969 Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Als SPD-Mitglied wurde er 1933 vom Amt des Bürgermeisters in Neusalz an der Oder (heute Nowa Sól / Polen) suspendiert und war bis 1945 in Berlin als Verwaltungsrechtsrat tätig.
Heinrich Troeger besuchte den bedeutenden Künstler Otto Dix 1959 in seinem Atelier in Hemmenhofen am Bodensee. Dorthin war Otto Dix 1936 übergesiedelt, nachdem er bereits 1933 seine Professur an der Kunstakademie in Dresden verloren hatte und sein Werk als „entartet“ diffamiert wurde.
Bekannt geworden war Otto Dix als schonungsloser Chronist seiner Gegenwart. In seinen realistischen Gemälden und Zeichnungen zeigte er das pulsierende Großstadtleben in den 1920er Jahren, die oft prekären sozialen Verhältnisse und die gesellschaftlichen Erschütterungen, die aus dem Ersten Weltkrieg folgten. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“.
Nachdem Otto Dix sich nach Hemmenhofen zurückgezogen hatte, veränderte er seine Technik noch einmal radikal. Es entstanden expressive, gröber ausgeführte spontane Malereien in satter Farbigkeit und mit markanten Konturen. Zu diesem Spätwerk ist auch das Bildnis Heinrich Troegers zu zählen, das den Porträtierten in einer wachen, konzentrierten Haltung zeigt.
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2-teilig, Klebeband, Duct-Tape, Aufkleber, Spiegelfolie, bedrucktes Papier, Lack auf Aluminiumplatten
Isa Genzken zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen der deutschen Gegenwartskunst. Ihr vielseitiges Werk umfasst Skulpturen, Filme und Fotografien. Dabei bezieht sie sich auf unterschiedliche Quellen zwischen klassischer Kunstgeschichte, Poesie und Popkultur.
Seit den frühen 2000er Jahren setzt Genzken häufig verschiedenes Klebeband ein, etwa Paketband, Duct-Tape oder buntes Neonband. In ihren Collagen dient es zunächst dazu, Ge-genstände oder Bauteile zu fixieren und zu verbinden. Später steht das farbige Material für sich, wie hier in der Collage „Ohne Titel“. Inspiriert von den spiegelnden Fassaden moderner Hochhäuser wählt Genzken Aluminiumplatten als Bildträger. Darauf klebt sie, Pinselstrichen vergleichbar, grelle, einfarbige oder gemusterte Streifen, die quer oder schräg verlaufen, sich überlagern oder gegeneinanderstehen. Das vibrierende Geflecht der Tapes verwandelt die zuvor glänzende Fläche, und mit ihr die Strenge der Hochhausarchitektur in ein lebendiges Spiel der Formen. So wird der kühle Glanz der Fassaden durchbrochen und zugleich neu rhythmisiert.
Eingefügt in diese Struktur ist eine Auswahl alltäglicher Papierschnipsel wie Tickets, Fotos oder Quittungen. Gemeinsam mit den Klebestreifen entsteht ein Bild, das auf den ersten Blick einfach und dekorativ erscheint. Doch gerade diese Kombination aus Alltagsmaterialien und graphischer Strenge erzeugt bei näherem Hinsehen Spannungen und Brüche. Diese unerwartete Gegenüberstellung ist beispielhaft für Genzken: Sie unterläuft die Eindeutigkeit der Zeichen.
Biografie
Isa Genzken wurde 1948 in Bad Oldesloe geboren und studierte Kunst in Hamburg, Berlin und Düsseldorf bei Gerhard Richter. Sie wurde 1980 mit dem Kunstpreis Berlin ausgezeichnet und nahm mehrfach an der documenta teil. 2007 gestaltete sie den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig. Bedeutende Einzelausstellungen folgten unter anderem im MoMA New York, Stedelijk Museum Amsterdam, Kunstmuseum Basel und der Neuen Nationalgalerie Berlin. Genzken lebt und arbeitet in Berlin.
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Öl auf Zellstoff
Farben können Stimmung erzeugen und einen Raum spürbar verändern. Genau diese Wirkung hat Gotthard Graubner über Jahrzehnte untersucht. Seit den 1970er Jahren entwickelte er die sogenannten „Farbraumkörper“, mit denen er auch international bekannt wurde. Den Begriff wählte er bewusst. Farbe sollte nicht an der zweidimensionalen Fläche enden, sondern als räumliche Erscheinung erfahrbar werden. Dafür spannte er Leinwand oder Perlon über Schaumstoff oder Synthetikwatte. Die Oberfläche wölbt sich dabei leicht nach vorn, das Bild tritt als Objekt in den Raum. Monochrom sind diese Arbeiten nur dem ersten Eindruck nach. Graubner arbeitet mit feinen Abstufungen innerhalb des Farbtons und legt sie in vielen Schichten an, teils übereinander, teils nebeneinander. So nimmt der Bildträger die Farbe auf, verdichtet sich und gewinnt eine besondere Tiefe.
Parallel zu den Farbraumkörpern entstanden auch Arbeiten mit Ölfarbe auf Zellstoff wie das großformatige Blatt „Venedig“. Der Titel scheint als Anspielung auf die Lagunenstadt gesetzt, Spuren von bräunlichem venezianischem Rot lassen sich erkennen. Auch das Format ist außergewöhnlich groß und zeigt, dass Graubner es als freie, parallele und ebenbürtige Erkundung zu seinen Farbraumkörpern verstand. Zellstoff ist sehr saugfähig. Die Farbe dringt nicht nur ein, sie verbindet sich mit dem Grund. Sie versickert, sammelt sich in den Falten und lagert Pigmente ab. Der Zellstoff lenkt die Bewegung der Farbe, zugleich verändert die Farbe den Zellstoff. So verwandelt sich das zunächst flache Blatt in ein farbdurchtränktes, narbig zerfurchtes Relief.
Biografie
Gotthard Graubner wurde 1930 in Erlbach geboren und studierte Kunst in Berlin und Dresden. Ab 1969 war er Professor in Hamburg, ab 1976 an der Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 1987 mit dem August-Macke-Preis und 1988 mit dem Norddeutschen Kunstpreis. Graubner lebte und arbeitete in Düsseldorf, wo er 2013 starb.
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Acryl auf Leinwand
Form und Farbe bezeichnen nichts anderes als das, was sie selbst sind. Diese grundlegende Erkenntnis des frühen 20. Jahrhunderts eröffnete Künstlerinnen und Künstlern ein ganz neues Feld der freien Gestaltung und des visuellen Experimentierens. In dieser Tradition steht auch die Malerei von Franziska Holstein. Sie arbeitet mit einem sehr konzentrierten bildnerischen Vokabular, das auf klaren geometrischen Grundformen sowie einer begrenzten, je Bildserie festgelegten Farbskala basiert.
Die Komposition des Gemäldes „M1“ geht von einem rautenförmigen Raster aus, das immer wieder neu unterteilt und variiert wird, sodass sich schwarze und farbige Flächen in unterschiedlichen Konstellationen begegnen.
Franziska Holsteins Werk unterscheidet sich jedoch von den strengen Kompositionen der Konstruktiven Kunst, bei denen die Formen klar begrenzt und keinerlei Pinselspuren zu sehen sind. Für Holstein hingegen ist das Sichtbarmachen des Arbeitsprozesses zentral. Farbschicht auf Farbschicht trägt sie auf, klebt immer wieder Flächen ab und erzeugt dadurch eine plastische Oberfläche. Falten, Klebspuren und Farbspritzer werden dabei nicht als Störung empfunden. So zeigt sich: Aus strenger Geometrie wird ein lebendiges Mosaik, das mit jedem Blick neue Facetten offenbart.Biografie
Franziska Holstein, geboren 1978 in Leipzig, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Sie studierte von 2000 bis 2008 an der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Arno Rink und Neo Rauch. 2011 erhielt sie das Else-Heiliger-Fonds Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin und 2012 den Kunstpreis der Sachsen Bank. 2014 widmete die Deutsche Bundesbank Frankfurt ihr eine Einzelausstellung.
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Pigmentdruck auf Archivpapier
Annette Kelm beschäftigt sich in ihren fotografischen Arbeiten wiederholt mit Themen wie Geld, Konsum und Ökonomie.
Kelms Stillleben zeichnen sich durch eine präzise Komposition, brillante Farben und hohe Detailgenauigkeit aus, die sie mit Mittel- oder Großformatkameras erzielt. Die Motive – etwa geschredderte Geldscheine, industrielle Konsumgüter oder Alltagsgegenstände – werden in ungewöhnlichen Arrangements präsentiert. Daraus entsteht eine Spannung zwischen ästhetischer Inszenierung und dem gewöhnlichen Status der Dinge. Die Objekte erscheinen zugleich als autonome Gebilde und als Träger vielfältiger Assoziationen.
In einigen Werken verwendet Kelm gefälschte Banknoten als Bildmotiv, die sie nach Recherchen im Nationalen Analysezentrum für Falschgeld der Deutschen Bundesbank auswählte. Die Inszenierung dieser Scheine verweist auf Fragen der Authentizität und Wertzuschreibung, während die Kompositionen an kunsthistorische Traditionen wie Stillleben oder Effekte des Trompe-l’Œil erinnern. 2019 waren die Werke in der Ausstellung „Annette Kelm – Geld“ im Geldmuseum zu sehen.
Kelms konzeptuelle Fotografie bezieht sich auf verschiedene Referenzsysteme – von der Geschichte der Fotografie über ökonomische Zusammenhänge bis hin zu Sprache und Zeichen. Ihre Arbeiten thematisieren Konsum und ökonomische Strukturen, bleiben jedoch in ihrer ästhetischen Gestaltung und Materialität eigenständig und offen für unterschiedliche Interpretationen.
Biografie
Annette Kelm wurde 1975 in Stuttgart geboren. Von 1998 bis 2003 studierte sie Fotografie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Bereits während ihres Studiums wurde sie 1999 mit dem Kodak Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet. Es folgten weitere Stipendien und Auszeichnungen, darunter ein Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg im Jahr 2004 sowie der „Art Cologne-Award for young art“ und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Hamburg im Jahr 2005. 2009 erhielt sie den renommierten Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Annette Kelm lebt und arbeitet heute in Berlin.
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Pigmentdruck auf Archivpapier
Annette Kelm beschäftigt sich in ihren fotografischen Arbeiten wiederholt mit Themen wie Geld, Konsum und Ökonomie.
Kelms Stillleben zeichnen sich durch eine präzise Komposition, brillante Farben und hohe Detailgenauigkeit aus, die sie mit Mittel- oder Großformatkameras erzielt. Die Motive – etwa geschredderte Geldscheine, industrielle Konsumgüter oder Alltagsgegenstände – werden in ungewöhnlichen Arrangements präsentiert. Daraus entsteht eine Spannung zwischen ästhetischer Inszenierung und dem gewöhnlichen Status der Dinge. Die Objekte erscheinen zugleich als autonome Gebilde und als Träger vielfältiger Assoziationen.
In einigen Werken verwendet Kelm gefälschte Banknoten als Bildmotiv, die sie nach Recherchen im Nationalen Analysezentrum für Falschgeld der Deutschen Bundesbank auswählte. Die Inszenierung dieser Scheine verweist auf Fragen der Authentizität und Wertzuschreibung, während die Kompositionen an kunsthistorische Traditionen wie Stillleben oder Effekte des Trompe-l’Œil erinnern. 2019 waren die Werke in der Ausstellung „Annette Kelm – Geld“ im Geldmuseum zu sehen.
Kelms konzeptuelle Fotografie bezieht sich auf verschiedene Referenzsysteme – von der Geschichte der Fotografie über ökonomische Zusammenhänge bis hin zu Sprache und Zeichen. Ihre Arbeiten thematisieren Konsum und ökonomische Strukturen, bleiben jedoch in ihrer ästhetischen Gestaltung und Materialität eigenständig und offen für unterschiedliche Interpretationen.
Biografie
Annette Kelm wurde 1975 in Stuttgart geboren. Von 1998 bis 2003 studierte sie Fotografie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Bereits während ihres Studiums wurde sie 1999 mit dem Kodak Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet. Es folgten weitere Stipendien und Auszeichnungen, darunter ein Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg im Jahr 2004 sowie der „Art Cologne-Award for young art“ und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Hamburg im Jahr 2005. 2009 erhielt sie den renommierten Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Annette Kelm lebt und arbeitet heute in Berlin.
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Mischtechnik auf Papier
Ida Kerkovius, geboren 1879, gehörte zur ersten Generation von Künstlerinnen, die unter schwierigen Bedingungen und gegen viele Widerstände eine professionelle Ausbildung erhielten und kontinuierlich künstlerisch arbeiten konnten. Als Meisterschülerin von Adolf Hölzel in Dachau und Stuttgart lernte sie bei einer der interessantesten Lehrerpersönlichkeiten ihrer Zeit. Zwischen 1920 und 1923 setzte Ida Kerkovius ihre Studien am neu gegründeten Bauhaus in Weimar fort.
Hölzels Unterricht basierte auf der Vermittlung kompositorischer Grundlagen sowie auf der detaillierten Untersuchung der elementaren gestalterischen Mittel: Linie, Form und Farbe. Hölzel gehörte zu den Pionieren der Abstrakten Kunst und ermutigte seine Studierenden, sich vom Gegenstand zu lösen, um neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten zu erproben.
Davon ausgehend entwickelte Ida Kerkovius eine eigene Bildsprache, deren leuchtende und kontrastreiche Farbigkeit auffällt. Oft sind die Kompositionen gegenstandslos; oft spielt sie mit figurativen oder gegenständlichen Andeutungen. So auch in der „Komposition“ von 1955: Bei näherer Betrachtung sind sitzende Figuren in einer zweigeteilten Raumsituation zu erkennen. Die Komposition, die durch einen starken Hell-Dunkel-Kontrast unterteilt ist, lässt an die freie Interpretation einer Bühnenaufführung denken, etwa eines Konzerts.
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Acryl auf Leinwand
Die international hoch angesehene Künstlerin Jutta Koether macht Rot zum Leitmotiv ihres Werks. Immer wieder taucht es auf, mal als leuchtender Akzent, mal als vibrierende Fläche und gibt so den Takt für Koethers vielschichtige Kompositionen vor. Malerisch knüpft sie an große Namen der Moderne wie Renoir, Monet, van Gogh oder O’Keeffe an, entwickelt jedoch eine ganz eigene Bildsprache, die von einer feministischen Perspektive geprägt ist.
Biografie
Jutta Koether wurde 1958 in Köln geboren. Nach einem Kunstpädagogik-Studium in Köln arbeitete sie als Autorin und Redakteurin, unter anderem für „Spex“. 1990 zog sie nach New York und entwickelte dort ihre künstlerische Praxis weiter. Von 2010 bis 2024 war sie Professorin für Malerei und Zeichnen an der Hochschule für bildende Künste in Berlin.
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Acryl und Öl auf Leinwand
Die international hoch angesehene Künstlerin Jutta Koether macht Rot zum Leitmotiv ihres Werks. Immer wieder taucht es auf, mal als leuchtender Akzent, mal als vibrierende Fläche und gibt so den Takt für Koethers vielschichtige Kompositionen vor. Malerisch knüpft sie an große Namen der Moderne wie Renoir, Monet, van Gogh oder O’Keeffe an, entwickelt jedoch eine ganz eigene Bildsprache, die von einer feministischen Perspektive geprägt ist.
Ein signifikantes Beispiel ist das Gemälde „Grenade (Mädchen auf Beute-KSTA“. Die Szene erinnert zunächst an impressionistische Parkbilder, doch die Farben sind intensiver, die Wirkung unmittelbarer. Inmitten leuchtender Rottöne sitzt eine junge Frau auf einer Bank, während sich oben rechts eine große, runde Form entfaltet. Ihre rosettenartige Struktur im Zentrum und die dunkel konturierten Einschlüsse erinnern an einen aufgeschnittenen Granatapfel. Von dieser Form geht eine Explosion aus, die sich über das gesamte Bild ausbreitet.
Der Titel „Grenade“ spielt raffiniert mit Bedeutungen: Im Französischen steht das Wort für Granatapfel, im Englischen für Granate. Koether nutzt diese Doppeldeutigkeit, um Spannung zu erzeugen: Das uralte Symbol für Fruchtbarkeit und Leben mit seiner rosettenartigen Mitte als Anspielung auf Blüte und Weiblichkeit, wird durch die dynamische, fast explosive Verteilung der Kerne mit der Sprengkraft einer Granate aufgeladen. Der weitere Titel „Mädchen auf Beute“ gibt dem Bild eine klare Richtung: Die Frau ist nicht Objekt der Verführung, sondern selbst aktiv und auf Fang aus.
Das Kürzel „KSTA“ verweist auf den Kölner Stadt-Anzeiger, aus dem Koether das Motiv entnommen hat. Sie verwendet häufig Zeitungsbilder als Ausgangspunkt, die sie malerisch verfremdet und in einen neuen, oft gesellschaftskritischen Zusammenhang stellt. So verbindet Koether mediale Bildvorlagen mit ihrer eigenen künstlerischen Handschrift und eröffnet damit neue Perspektiven auf gesellschaftliche Rollenbilder.
Biografie
Jutta Koether wurde 1958 in Köln geboren. Nach einem Kunstpädagogik-Studium in Köln arbeitete sie als Autorin und Redakteurin, unter anderem für „Spex“. 1990 zog sie nach New York und entwickelte dort ihre künstlerische Praxis weiter. Von 2010 bis 2024 war sie Professorin für Malerei und Zeichnen an der Hochschule für bildende Künste in Berlin.
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Öl auf Leinwand
Heinz Kreutz, gelernter Fotograf und als Maler Autodidakt, faszinierten vor allem Farben. Er beschäftigte sich praktisch und theoretisch mit ihren Funktionen im Bild. Im Entstehungsjahr des Gemäldes „Gelb irdisch eruptiv“ entwarf Kreutz eine elfteilige Farbenlehre, aus der er grundsätzliche Bedingungen der Malerei ableitete. Darin formulierte er Gedanken über „Farbgemeinschaften“ und die gegenseitige Abhängigkeit von Formen und Farben.
Kreutz war bewusst, dass sich das Medium Farbe den Versuchen der Fixierung entzieht. Dies spiegelt sich malerisch in seinem kleinteiligen Bildaufbau und dem impulsiven, bewegten Duktus. Dabei unterläuft er die gewohnten Kompositionsweisen, die es den Betrachtenden erlauben, sich im Bild durch erste Raster – wie etwa Vorder- und Hintergrund – schnell zu orientieren. Die Beziehungen der Farben untereinander bleiben dynamisch: „Da das Wesen der Farbe Bewegung ist, kann sie sinnvoll nur in einer beweglichen Ordnung faktisch erfasst werden,“ sagt der Künstler.
Heinz Kreutz gehört zusammen mit K.O. Götz, Otto Greis und Bernard Schultze zu den Begründern der informellen Malerei in Deutschland. Unter dem Titel „Neuexpressionisten“ stellten die vier Künstler 1952 in der Zimmergalerie Franck in Frankfurt aus.
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Öl auf Leinwand
Rudolf Levy, geboren 1875 in Stettin, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. Danach zog er nach Paris, wo er sich in die Avantgarde-Szene integrierte und Schüler im Atelier des international renommierten Malers Henri Matisse wurde. Die 1920er Jahre verbrachte er als erfolgreicher Künstler in Berlin; seine Werke waren in zahlreichen Museen vertreten. Von den Nazis wurde er als Jude verfolgt und lebte nach zahlreichen Wohnungswechseln in Florenz. Dort wurde er 1943 von der Gestapo verhaftet. Er starb 1944 vermutlich auf dem Transport nach Auschwitz.
Rudolf Levys Gemälde zeichnen sich durch lebendige Farben und einen kraftvollen Pinselstrich aus. Ihre Expressivität und Farbigkeit ist von der französischen Moderne geprägt, wie sie im Pariser Atelier von Henri Matisse vermittelt wurde. Levys Werk umfasst vor allem Porträts und Stillleben sowie Landschaften.
Das Blumenstillleben „Gloxinien“ basiert auf einer klaren Komposition: eine blühende Topfpflanze, ein einfacher Tisch und ein neutraler Hintergrund. Diese Reduktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die Malerei selbst. Sie ist von intensiver Farbigkeit bestimmt, in der sich Blau und Orange, Rot und Grün in starken Kontrasten gegenüberstehen.
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Acryl, Sprayfarbe und Schellack auf Leinen
Das Gemälde von Sebastian Ludwig zeigt ein fragiles Bauwerk. Aus ineinander verschachtelten Konstruktionselementen zusammengesetzt, wächst es, umringt von einer spiralförmigen Rampe, in die Höhe. Der Turmbau zu Babel scheint gegenwärtig, nicht zuletzt durch die Anklänge an das gleichnamige bekannte Gemälde von Pieter Brueghel. Der Titel „Slumdog“ weist dagegen in eine andere Richtung: auf prekäre Stadtrandviertel der Metropolen, auf Behausungen, die aus Resten und Fundstücken zusammengebaut sind. Die spielenden Hunde auf der Rampe greifen den Titel wörtlich auf und eröffnen eine erzählerische Ebene.
Doch Ludwigs Werk erschöpft sich nicht in Anspielungen. Es fasziniert vor allem durch seine Darstellungsweise: Das Motiv bleibt in der Schwebe und changiert zwischen Unbestimmtheit und fast greifbarer Plastizität. Dies ist kein Zufall, denn die abgebildeten Elemente haben reale Vorbilder. Ludwig baut Modelle, arrangiert und beleuchtet sie immer wieder neu. Die Leinwand wird so zur Bühne eines fortlaufenden Experiments, in dem dreidimensionale Formen mit den Mitteln der Malerei in Szene gesetzt werden. Dabei entsteht ein Bildraum, der erzählerische Vielschichtigkeit mit formaler Strenge verbindet und dazu einlädt, sich immer wieder neu darin zu orientieren.
Biografie
Sebastian Ludwig wurde 1977 in Groß-Strehlitz geboren. Von 1998 bis 2002 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Er lebt und arbeitet in Lückenburg.
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10-teilige Serie
Pigmentdruck auf Barytpapier (Fotopapier)
Carsten Nicolai bewegt sich als Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft. Als bildender Künstler möchte Nicolai die Trennung der Wahrnehmung durch die menschlichen Sinne überwinden, indem er wissenschaftliche Phänomene wie Klang- und Lichtfrequenzen sowohl für die Augen als auch für die Ohren wahrnehmbar macht. Seine Installationen haben eine minimalistische Ästhetik und beziehen die Arbeit mit Zufalls- und selbstorganisierenden Prozessen mit ein. Gezeigt werden drei Werke der insgesamt zehnteiligen Serie „Milch“.
Carsten Nicolai fotografierte die Oberfläche von Milch, die einem akustischen Signal im Frequenzbereich zwischen 10 und 110 Hertz ausgesetzt war. Der akustische Einfluss versetzte die Oberfläche der Flüssigkeit in eine permanente Vibration. Je nach Stärke der Klangfrequenz änderte sich die Bewegungsstruktur und führte zu immer neuen dreidimensionalen Mustern, in denen regelmäßige und unregelmäßige Strukturen, Schärfen und Unschärfen interagierten.
Biografie
Carsten Nicolai wurde 1965 geboren. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem 1997 auf der documenta X und der Biennale in Venedig (2001/2003). Seit 2015 ist er Professor für Kunst mit dem Schwerpunkt auf digitalen und zeitbasierten Medien an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
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Gouache auf Papier
Licht, Luft, Feuer – das sind die drei Elemente, die in Otto Pienes Werk vorrangig den Ton angeben. Als Mitbegründer der Gruppe ZERO (1958), die symbolisch für einen Nullpunkt der Kunst steht, strebten die Künstler danach, die expressive Malerei der Nachkriegszeit von ihrem emotionalen Ballast zu befreien und einen radikalen Neuanfang zu wagen.
In seinen Lichtballetten experimentierte Piene mit bewegtem Licht und Schatten. Mithilfe von rotierenden Lochscheiben, Projektoren und farbigen Filtern ließ er Lichtpunkte und Muster über Wände und Decken tanzen. Damit wurde das Kunstwerk immateriell und interaktiv und hob die Grenzen zwischen Kunst, Raum und Publikum auf.
Später verlagerte Piene diese Idee nach draußen. Seine Sky-Ballette, die wesentlich zu seiner internationalen Bekanntheit beigetragen haben, arbeiten mit Luft: Polyethylenschläuche wer-den damit befüllt. Formen entstehen, lösen sich, verändern sich im Wind und im Wechsel der Kräfte.
Seit 1959 experimentierte er zudem mit Ruß von Kerzen und Petroleumlampen. Es ist naheliegend, dass aus dieser Nähe zum Rauch der Schritt zum Feuer folgte. Mit der Feuergouache „Orange Pilz“ setzte Piene diese Experimente fort. Das Blatt lebt von unterschiedlich dickem Farbauftrag, und das Feuer wird zum Mitspieler im Entstehungsprozess. Hitze bildet Brandblasen, Verkrustungen und Rauchspuren aus, Strukturen, die nicht vorauszusehen sind. Gerade dieses Moment des Ungeplanten schätzte Piene besonders. Und doch ist es kein bloßes Ausgeliefertsein: Indem er das Papier bewegte und das Feuer im richtigen Moment löschte, lenkte er den Prozess, ohne ihn ganz beherrschen zu wollen. Wie so oft bei Piene verweist auch der Titel auf die Natur. Viele seiner Arbeiten tragen Namen, die an Pflanzen, Himmelskörper oder Naturphänomene erinnern. So gibt es tatsächlich den Gemeinen Orangebecherling, einen leuchtend orangefarbenen Pilz aus der Familie der Feuerkissenverwandten. Bei Piene wird daraus kein botanisches Abbild, sondern ein Hinweis auf jene Schnittstelle, an der Naturerscheinung, künstlerische Technik und Experiment ineinandergreifen.Biografie
Otto Piene, geboren 1928 in Bad Laasphe, hat an der Düsseldorfer Akademie Kunst und in Köln Philosophie studiert und 1957 mit Heinz Mack die Gruppe ZERO gegründet, der sich 1961 auch Günther Uecker anschloss. Auf der documenta III in Kassel war 1964 ein ZERO-Lichtraum zu sehen. Ebenfalls 1964 übernahm Piene in den USA eine Gastprofessur an der University of Pennsylvania. Später wechselt er an das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, wo er von 1974 bis 1994 als Direktor des Center for Advanced Studies amtierte und neue Bereiche wie Telekommunikation, Holografie, Laser, Video und Environmental Art etablierte. Arbeiten von Piene befinden sich in zahlreichen Museen weltweit. Er starb 2014 in Berlin.
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Aquarell und Kreide auf Leinwand
Ein leichter Schleier scheint über dem großformatigen Aquarell von Norbert Prangenberg zu liegen. Im Zentrum eine rechteckige, dunkle Fläche, eingefasst von einem doppelten Rahmen aus helleren Tönen. Die Umrahmung entsteht durch lebendige, gestische Pinselspuren, die in wechselnden Intensitäten und Transparenzen aufgetragen sind. Zahlreiche kreisförmige, helle Punkte, von Lasuren in wechselnder Farbe und Dichte durchzogen, setzen Akzente. Prangenbergs fein austarierter Farbauftrag verleiht dem Aquarell, zusammen mit den bewusst gesetzten weißen Kreidelinien und Punkten, eine beinahe körperhafte Präsenz.
Die Komposition erzeugt einen Tiefensog: Der dunkle Kern zieht den Blick nach innen, der hellere Umraum setzt ihn wieder frei. Die vielen Kreise wirken dabei wie optische Markierungen, die Bewegung in den Bildraum bringen und ihn rhythmisch gliedern. So entsteht der Eindruck einer Zirkulation, als liefen Licht, Farbe und Energie in einem stillen Kreislauf, der dem Blatt einen Anklang ans Kosmische verleiht.
Bei Prangenberg ist die Verbindung von Geometrie und organischer Bewegung kein bloßes Formspiel, sondern eine künstlerische Haltung, die sich in seinem umfangreichen bildhauerischen Werk ebenso wiederfindet. Gerade daraus erklärt sich die Wirkung der Bilder. Die scheinbar klaren Farbfelder entziehen sich der bloßen Flächigkeit und gewinnen durch Nuancen, Lasuren und Transparenzen eine spürbare Plastizität und fast skulpturale Präsenz.
Biografie
Norbert Prangenberg wurde 1949 in Nettesheim bei Köln geboren. Von 1963 bis 1967 absolvierte er eine Goldschmiedelehre. 1981 erhielt er den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit 1993 hatte er eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste in München inne. Er lebte und arbeitete in München und Köln.
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Graphit auf Papier
Emy Roeder war eine bedeutende Bildhauerin und Zeichnerin, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannt wurde. Geboren in Würzburg, studierte sie u.a. bei dem renommierten Bildhauer Bernhard Hoetger in Darmstadt. In den 1920er Jahren wurde sie Mitglied der Berliner Secession, einer Gruppe progressiver Künstler, und ihre Arbeiten wurden zunehmend von der Avantgarde beeinflusst. In der NS-Zeit wurde ihre Kunst als „entartet“ diffamiert. 1955 nahm sie an der ersten Documenta in Kassel teil.
Emy Roeder ist bekannt für ihre profilierten Figuren, seien es Akte, Bildnisse oder Tierdarstellungen. Ausgehend vom Naturvorbild entwickelte sie ein unverkennbares künstlerisches Vokabular, das sich durch eine konsequente Stilisierung ihrer Motive auszeichnet.
In den vielfältigen Tierdarstellungen zeigt sich Roeders Fähigkeit, die Charakteristik eines Tieres mit wenigen, aber präzisen Linien und Formen einzufangen. Die Werke zeichnen sich durch eine stilisierte, manchmal fast abstrakte Formgebung aus, die dennoch die wesentlichen Merkmale und die Lebendigkeit der dargestellten Tiere einfängt. In der Zeichnung „Zwei Pferde“ sind die Momente des Vorwärtsdrängens und des Zurückweichens in eine spannungsvolle Dynamik gebracht. Insgesamt spiegeln ihre Arbeiten eine tiefe Achtung vor der Natur und dem Lebendigen wieder.
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Graphit, Rötelstift auf Papier
Emy Roeder war eine bedeutende Bildhauerin und Zeichnerin, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannt wurde. Geboren in Würzburg, studierte sie u.a. bei dem renommierten Bildhauer Bernhard Hoetger in Darmstadt. In den 1920er Jahren wurde sie Mitglied der Berliner Secession, einer Gruppe progressiver Künstler, und ihre Arbeiten wurden zunehmend von der Avantgarde beeinflusst. In der NS-Zeit wurde ihre Kunst als „entartet“ diffamiert. 1955 nahm sie an der ersten Documenta in Kassel teil.
Emy Roeder ist bekannt für ihre profilierten Figuren, seien es Akte, Bildnisse oder Tierdarstellungen. Ausgehend vom Naturvorbild entwickelte sie ein unverkennbares künstlerisches Vokabular, das sich durch eine konsequente Stilisierung ihrer Motive auszeichnet.
In den vielfältigen Tierdarstellungen zeigt sich Roeders Fähigkeit, die Charakteristik eines Tieres mit wenigen, aber präzisen Linien und Formen einzufangen. Die Werke zeichnen sich durch eine stilisierte, manchmal fast abstrakte Formgebung aus, die dennoch die wesentlichen Merkmale und die Lebendigkeit der dargestellten Tiere einfängt. In der Zeichnung „Zwei Pferde“ sind die Momente des Vorwärtsdrängens und des Zurückweichens in eine spannungsvolle Dynamik gebracht. Insgesamt spiegeln ihre Arbeiten eine tiefe Achtung vor der Natur und dem Lebendigen wieder.
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Aquarell und Kreide auf Papier
Als Christian Rohlfs die Lotusblüte und die Schilfgräser malte, war er bereits 84 Jahre alt. Im Unterschied zu seiner expressionistischen Werkphase, die etwa um 1919 ihren Höhepunkt erreicht hatte, erscheinen seine künstlerischen Ausdrucksmittel nun stark vereinfacht und von großer Klarheit: eine sparsame, fast asketische Malerei, die den Gegenstand aus einer zarten und dennoch entschiedenen Kontur entwickelt. Ein subtiles Spiel mit den Mitteln der Stilisierung und die weitgehende Auflösung des Dinglichen in einem ätherischen Weiß kennzeichnen das wohl in Ascona am Lago Maggiore entstandene Blatt. Seit 1929 hatte sich der Künstler dorthin mit seiner Frau Helene Vogt zurückgezogen. Der enge Kontakt mit der Natur, die er von seiner Terrasse am See überblicken konnte, und vor allem die Erfahrung aus nahezu sieben Jahrzehnten künstlerischer Arbeit führten Rohlfs zu einer lichten, fast transparenten Malerei. Er verstand das Bild seitdem vor allem als offenen, lebendigen Raum und leisen Klang.
Biografie
Christian Rohlfs, geboren 1849, studierte ab 1870 an der Kunstakademie Weimar und prägte das deutsche Kunstleben maßgeblich. Von 1924 bis 1937 war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. 1929 wurde in Hagen das Christian-Rohlfs-Museum gegründet, das seinem Werk gewidmet ist. Er starb im Jahr 1939 in Hagen.
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Tuschpinsel und Aquarell
Karl Schmidt-Rottluff, deutscher Expressionist und Mitbegründer der Künstlervereinigung „Brücke“, gehört zu jenen Künstlern, die sich bewusst von den akademischen Traditionen ihrer Zeit absetzten. Während die Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert bereits vielfältige Wege zwischen naturgetreuer Darstellung, atmosphärischer Stimmung und subjektiver Empfindung beschritt, suchten Schmidt-Rottluff und seine Künstlerkollegen nach einer noch radikaleren, unmittelbaren und expressiven Bildsprache. Ab 1909 wurde die Kurische Nehrung an der Ostseeküste mit ihrer Weite und Kargheit zu einer wichtigen Inspirationsquelle für sein Schaffen, so auch in diesem Aquarell. Lockere schwarze Pinselstriche umreißen die einzelnen Motive und fassen sie in klare Silhouetten. Die bewusst vereinfachte Formensprache öffnet den Blick für das Wesentliche und lässt Raum für Empfindung. Der lichte Farbauftrag erzeugt eine Atmosphäre von Stille und Leuchtkraft. Zartes Gelb verweist auf das warme Sonnenlicht und den Sand der Dünen, während am Horizont ein schwebendes Blau zwischen Meer und Himmel liegt. Schmidt-Rottluff hält das Blatt durch gezielte Linienführung und nuancierten Farbauftrag in einer poetischen Schwebe und macht so sein inneres Erleben und die Beziehung zur Landschaft erfahrbar.
Biografie
Karl Schmidt-Rottluff wurde 1884 in Chemnitz-Rottluff geboren. Nach einem begonnenen Architekturstudium in Dresden widmete er sich der Malerei. Er erhielt 1930 ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom und war Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte er an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, wo er im Jahr 1976 starb.
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Tuschpinsel und Aquarell
Karl Schmidt-Rottluff, deutscher Expressionist und Mitbegründer der Künstlervereinigung „Brücke“, gehört zu jenen Künstlern, die sich bewusst von den akademischen Traditionen ihrer Zeit absetzten. Während die Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert bereits vielfältige Wege zwischen naturgetreuer Darstellung, atmosphärischer Stimmung und subjektiver Empfindung beschritt, suchten Schmidt-Rottluff und seine Künstlerkollegen nach einer noch radikaleren, unmittelbaren und expressiven Bildsprache. Ab 1909 wurde die Kurische Nehrung an der Ostseeküste mit ihrer Weite und Kargheit zu einer wichtigen Inspirationsquelle für sein Schaffen, so auch in diesem Aquarell. Lockere schwarze Pinselstriche umreißen die einzelnen Motive und fassen sie in klare Silhouetten. Die bewusst vereinfachte Formensprache öffnet den Blick für das Wesentliche und lässt Raum für Empfindung. Der lichte Farbauftrag erzeugt eine Atmosphäre von Stille und Leuchtkraft. Zartes Gelb verweist auf das warme Sonnenlicht und den Sand der Dünen, während am Horizont ein schwebendes Blau zwischen Meer und Himmel liegt. Schmidt-Rottluff hält das Blatt durch gezielte Linienführung und nuancierten Farbauftrag in einer poetischen Schwebe und macht so sein inneres Erleben und die Beziehung zur Landschaft erfahrbar.
Biografie
Karl Schmidt-Rottluff wurde 1884 in Chemnitz-Rottluff geboren. Nach einem begonnenen Architekturstudium in Dresden widmete er sich der Malerei. Er erhielt 1930 ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom und war Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte er an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, wo er im Jahr 1976 starb.
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Tuschpinsel und Aquarell auf Papier
Karl Schmidt-Rottluff, deutscher Expressionist und Mitbegründer der Künstlervereinigung „Brücke“, gehört zu jenen Künstlern, die sich bewusst von den akademischen Traditionen ihrer Zeit absetzten. Während die Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert bereits vielfältige Wege zwischen naturgetreuer Darstellung, atmosphärischer Stimmung und subjektiver Empfindung beschritt, suchten Schmidt-Rottluff und seine Künstlerkollegen nach einer noch radikaleren, unmittelbaren und expressiven Bildsprache. Ab 1909 wurde die Kurische Nehrung an der Ostseeküste mit ihrer Weite und Kargheit zu einer wichtigen Inspirationsquelle für sein Schaffen, so auch in diesem Aquarell. Lockere schwarze Pinselstriche umreißen die einzelnen Motive und fassen sie in klare Silhouetten. Die bewusst vereinfachte Formensprache öffnet den Blick für das Wesentliche und lässt Raum für Empfindung. Der lichte Farbauftrag erzeugt eine Atmosphäre von Stille und Leuchtkraft. Zartes Gelb verweist auf das warme Sonnenlicht und den Sand der Dünen, während am Horizont ein schwebendes Blau zwischen Meer und Himmel liegt. Schmidt-Rottluff hält das Blatt durch gezielte Linienführung und nuancierten Farbauftrag in einer poetischen Schwebe und macht so sein inneres Erleben und die Beziehung zur Landschaft erfahrbar.
Biografie
Karl Schmidt-Rottluff wurde 1884 in Chemnitz-Rottluff geboren. Nach einem begonnenen Architekturstudium in Dresden widmete er sich der Malerei. Er erhielt 1930 ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom und war Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte er an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, wo er im Jahr 1976 starb.
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Öl auf Leinwand
Mit vielen Künstlern im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts teilte Bernard Schultze das Interesse am Unbewussten als Weg der Erkenntnis und schuf Werke, die am Surrealismus orientiert waren. Die meisten Bilder und Zeichnungen aus den Jahren vor 1945 verbrannten jedoch im Bombenhagel. In einem künstlerischen Neuanfang begann Bernard Schultze mit einfachsten Mitteln in jenen „grausig-prächtigen Märchen zu schwärmen“, die seinen weiteren künstlerischen Weg bestimmen sollten. 1951, beeindruckt von Wols und den französischen Tachisten, entwickelte er seine spezifische Formensprache und wurde zum Initiator der informellen Kunst in Deutschland.
Für sein intuitives Malen ließ sich Bernard Schultze viel Zeit. Er improvisierte mit plastischer Farbmaterie und Hölzern und ließ dabei filigrane Dickichte und Labyrinthe entstehen. Im Gemälde „Auf Gelb“ zeigt sich Schultzes Fähigkeit, sich im Malprozess inneren Impulsen anzuvertrauen. Doch trotz der Vielfalt an Formen und Farben entsteht kein willkürliches Chaos, sondern ein lebendiges Bildgefüge. Diese Ordnung findet Bernard Schultze in einem sicheren Gefühl für Farben und Strukturen, das an barocken Deckenbildern geschult ist.
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Farbserigrafien auf Papier
Victor Vasarely ist einer der prominentesten Vertreter der Op-Art, jener Kunst, in der geometrische Formen durch Variationen von Größe sowie Helligkeits- und Farbwerten so wiederholt und angelegt werden, dass das Bild vor dem Auge des Betrachters zu flirren beginnt. Mit über 80 Jahren nimmt er in „Les années cinquante“ von 1989, einem Portfolio aus zehn Siebdrucken, noch einmal seine Werkphase der 1950er Jahre in den Blick. Damals war seine Kunst der optischen Täuschung noch nicht so ausformuliert, doch er begann bereits, Eindrücke aus der Realität in Farbe und Fläche zu übersetzen.
In den Siebdrucken scheinen Formen im Raum zu schweben: Mal wirken sie streng zweidimensional, mal kippen sie ins Dreidimensionale. Sie treten neben- und übereinander, staffeln sich scheinbar in die Tiefe, als gäbe es Vorder- und Hintergrund. Was nahe beieinanderliegt, erscheint als zusammengehörig; was sich ähnelt, wird als Einheit gelesen. Erkennt das Auge eine Form vor einer Fläche, rückt sie scheinbar nach vorn. Zugleich wirken Bewusstsein, Erfahrung und Erwartung mit und stellen Bedeutungen her. Vasarely nutzte diese Mechanismen des Sehens, wie sie auch die Gestalttheorie beschreibt. Diese psychologische Theorie erklärt, wie das Gehirn Muster, Gruppen und Zusammenhänge erkennt. Genau das machte sich Vasarely zunutze, um Wahrnehmung zu schärfen und Sehgewohnheiten zu irritieren. Von hier aus ist konsequent, dass Vasarely Kunst als visuelles System verstand, das sich auf Architektur, Städtebau, Grafik und Alltagsgestaltung übertragen lässt.
Biografie
Victor Vasarely wurde 1906 in Pécs, Ungarn, geboren. Er studierte an der Podolini-Volkmann Akademie und am Mühely in Budapest. 1970 eröffnete er sein Musée didactique im französischen Gordes, 1976 die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence. Seine Werke sind regelmäßig in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Victor Vasarely starb 1997 in Paris.