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Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung in Deutschland im vierten Quartal 2018

Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung in Deutschland im vierten Quartal 2018 Sektorale Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung

16.04.2019 | Deutsche Bundesbank EN

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des vierten Quartals 2018 bei 6 016 Mrd , womit es gegenüber dem dritten Quartal um gut 28 Mrd € gesunken ist. Dies ist der erste Vermögensrückgang seit drei Jahren. Grund hierfür waren deutliche Bewertungsverluste im Umfang von rund 88 Mrd €, die den auf Transaktionen basierenden Geldvermögensaufbau in Höhe von knapp 60 Mrd € überstiegen. Die privaten Haushalte bauten vor allem Bargeld und Einlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen auf. Damit hielt die Präferenz der privaten Haushalte für liquide und/oder als risikoarm empfundene Anlagen an. Da die Verbindlichkeiten im gleichen Zeitraum um rund 16 Mrd € zunahmen, sank das Nettogeldvermögen insgesamt um 44 Mrd €.

Die Außenfinanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften – die in den letzten fünf Jahren durchgängig positiv gewesen war – sank im vierten Quartal auf minus 7 Mrd . Dahinter stand vor allem der Abbau ihrer sonstigen Verbindlichkeiten, darunter Handelskredite und Anzahlungen, um gut 21 Mrd €. Die Finanzierung über Kredite war hingegen im selben Zeitraum per saldo positiv. Das Nettogeldvermögen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften stieg deutlich auf minus 1 531 Mrd €.

Private Haushalte: deutliche Bewertungsverluste beim Geldvermögen

Im vierten Quartal 2018 betrug die Geldvermögens­bildung der privaten Haushalte per saldo 60 Mrd , womit sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegte. Dabei wurden Bargeld und Sichteinlagen um 56 Mrd € sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen um 18 Mrd € aufgebaut. Dahinter stand eine anhaltend ausgeprägte Präferenz für liquide und/oder als risikoarm wahrgenommene Anlageformen. Forderungen aus Spareinlagen und Sparbriefen wurden dagegen abermals verringert.

Das seit dem Jahr 2014 erhöhte Kapitalmarktengagement fiel zum Jahresende spürbar schwächer aus. Die Zuflüsse in Aktien und sonstige Anteilsrechte im vierten Quartal 2018 in Höhe von knapp 2 Mrd  waren deutlich geringer als noch im Vorquartal. Ein Großteil dieser Zuflüsse entfiel dabei mit 1 Mrd € auf ausländische börsennotierte Aktien. Das Engagement in Investmentfondsanteilen wurde mit 0,1 Mrd € im Vergleich zu den Vorquartalen nur sehr geringfügig ausgeweitet. Schuldverschreibungen wurden hingegen im Umfang von 0,6 Mrd € und somit das dritte Quartal in Folge gekauft, nachdem sich Haushalte zuvor von diesen fast sieben Jahre lang per saldo getrennt hatten. Das im Schlussquartal insgesamt zurückhaltende Engagement der privaten Haushalte auf den Kapitalmärkten dürfte nicht zuletzt durch die negativen Kursentwicklungen an den Börsen und die damit einhergegangene erhöhte Unsicherheit getrieben worden sein.

Dem transaktionsbedingten Anstieg des Geldvermögens der privaten Haushalte standen deutliche Bewertungsverluste gegenüber, die vor allem im Zusammenhang mit Kursrückgängen bei Investmentfondsanteilen und börsennotierten Aktien aus dem Inland auftraten. Zusammengenommen sank das Geldvermögen der privaten Haushalte im Berichtsquartal um gut 28 Mrd  auf 6 016 Mrd €.

Die Außenfinanzierung der privaten Haushalte in Deutschland war im vierten Quartal mit knapp 17 Mrd  erneut sehr kräftig. Der seit Mitte 2013 anhaltende Aufwärtstrend setzte sich damit weiter fort. Die privaten Haushalte nahmen insbesondere Wohnungsbaukredite bei inländischen Monetären Finanzinstituten auf. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten um knapp 16 Mrd € oder 0,9 % und erreichten zum Ende des vierten Quartals 1 792 Mrd €. Da die Verschuldung und das nominale Bruttoinlandsprodukt im Berichtsquartal annähernd gleich stark wuchsen, blieb die Verschuldungsquote, definiert als Summe der Verbindlichkeiten in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (gleitende Vierquartalssumme), zum Ende des Quartals nahezu unverändert bei 52,9 %. Die Entwicklung von Geldvermögen und Verbindlichkeiten ließ das Nettogeldvermögen insgesamt um gut 44 Mrd € auf 4 224 Mrd € zum Ende des Berichtsquartals fallen.

Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften: Geldvermögens­bildung verliert an Dynamik, Außenfinanzierung negativ

Die Geldvermögensbildung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften fiel mit 34 Mrd  im vierten Quartal 2018 geringer aus als im Vorquartal. Dabei wurden Kreditforderungen – vor allem gegenüber ausländischen Kreditnehmern – per saldo um 11 Mrd € zurückgeführt. Auch Investmentfondsanteile sowie die sonstigen Forderungen, die unter anderem Handelskredite und Anzahlungen umfassen, wurden abgebaut. Demgegenüber stockten die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften die Bestände an Bargeld und Einlagen um 29 Mrd € auf und erwarben nichtbörsennotierte Aktien und sonstige Anteilsrechte im Umfang von gut 9 Mrd €.

Die Außenfinanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften – die in den letzten fünf Jahren durchgängig positiv gewesen war – sank auf minus 7 Mrd . Hierbei verringerten die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften vor allem ihre sonstigen Verbindlichkeiten, darunter Handelskredite und Anzahlungen, um gut 21 Mrd €. Zuflüsse kamen hingegen mit knapp 15 Mrd € über die Kreditfinanzierung. Bereitgestellt wurden die so aufgenommenen Mittel hauptsächlich von inländischen Nichtbanken sowie vom Ausland. Einen leicht positiven Beitrag leisteten zudem Schuldverschreibungen sowie die Finanzierung über die Ausgabe von Aktien und sonstigen Anteilsrechten.

Unter Berücksichtigung von Bewertungseffekten stieg das Nettogeldvermögen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften zum Jahresende deutlich um 141 Mrd  und erreichte minus 1 531 Mrd €. Die Verschuldungsquote, definiert als Summe von Schuldverschreibungen, Krediten und Pensionsrückstellungen in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (gleitende Vierquartalssumme), blieb im Verlauf des Berichtsquartals nahezu unverändert bei 64,9 %, da die Verschuldung ähnlich stark wuchs wie das nominale Bruttoinlandsprodukt.

Aufgrund zwischenzeitlich durchgeführter Revisionen der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung sowie der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sind die Angaben dieser Pressenotiz nicht mit denen früherer Pressenotizen vergleichbar.

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