Hohe Nettoemissionen am deutschen Rentenmarkt im November 2019

10.01.2020 | Deutsche Bundesbank

Rentenmarkt

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt belief sich im November 2019 auf brutto 116,7 Mrd  (Vormonat: 109,6 Mrd ). Nach Abzug der im Vergleich zum Vormonat deutlich geringeren Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten stieg der Umlauf heimischer Rentenwerte um 38,4 Mrd €. Ausländische Schuldverschreibungen wurden für per saldo 4,7 Mrd € in Deutschland abgesetzt. Das Mittelaufkommen aus dem Verkauf in- und ausländischer Schuldverschreibungen am deutschen Markt betrug somit 43,0 Mrd €.

Die öffentliche Hand begab im Berichtsmonat Anleihen für netto 18,4 Mrd . Dies war im Ergebnis vorrangig auf den Bund zurückzuführen (16,5 Mrd ). Er begab vor allem Bundesobligationen (5,7 Mrd €) und zweijährige Schatzanweisungen (4,3 Mrd €), daneben aber auch unverzinsliche Bubills (3,4 Mrd €) sowie zehnjährige Anleihen (2,3 Mrd €). Die Länder und Gemeinden emittierten Anleihen für netto 2,0 Mrd €.

Der Umlauf von Schuldverschreibungen heimischer Kreditinstitute stieg im November um 13,5 Mrd , nach Nettotilgungen in Höhe von 17,2 Mrd  im Monat zuvor. Es wurden im Ergebnis vor allem Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute begeben (9,9 Mrd €), in geringerem Umfang aber auch Hypothekenpfandbriefe (3,7 Mrd €).

Inländische Unternehmen erhöhten im Berichtsmonat ihre Kapitalmarktverschuldung um netto 6,5 Mrd . Im Ergebnis begaben überwiegend nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften neue Anleihen, aber auch Sonstige Finanzinstitute waren am Markt aktiv. Der Großteil der Anleihemissionen wies Laufzeiten von über einem Jahr auf.

Unter den Anlegergruppen traten auf der Erwerberseite im November im Ergebnis unter anderem ausländische Investoren in Erscheinung; sie nahmen für netto 15,7 Mrd  deutsche Rentenwerte in ihre Portfolios auf. Heimische Nichtbanken vergrößerten ihre Bestände an Rentenpapieren um 14,2 Mrd ; dabei investierten sie eher in inländische Titel. Die Bundesbank erwarb – ab dem November auch wieder im Rahmen der Ankaufprogramme des Eurosystems – Schuldverschreibungen für netto 7,5 Mrd €. Inländische Kreditinstitute nahmen Schuldverschreibungen für netto 5,6 Mrd € in ihre Bestände; bei ihnen hielt sich der Erwerb von in- und ausländischen Werten nahezu die Waage.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt begaben inländische Gesellschaften im Berichtsmonat neue Aktien für 0,2 Mrd  (Oktober: 0,4 Mrd ). Der Umlauf ausländischer Aktien am deutschen Markt stieg im gleichen Zeitraum um 3,6 Mrd €. Erworben wurden Dividendentitel im Ergebnis überwiegend von inländischen Nichtbanken (2,1 Mrd €) und heimischen Kreditinstituten (1,9 Mrd €), während ausländische Investoren ihre deutschen Aktienbestände geringfügig verringerten (0,1 Mrd €).

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds setzten im November Anteilscheine für netto 12,3 Mrd  am Markt ab (Vormonat: 11,6 Mrd ). Neue Mittel flossen im Ergebnis überwiegend den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds zu (9,7 Mrd €). Unter den Anlageklassen verzeichneten vor allem Gemischte Wertpapierfonds Mittelzuflüsse (3,6 Mrd €), aber auch Rentenfonds (2,9 Mrd €), Offene Immobilienfonds (2,3 Mrd €) und Dachfonds (2,0 Mrd €) konnten neue Mittel akquirieren. Ausländische Fondsgesellschaften brachten am deutschen Markt im Berichtsmonat Anteile für 6,4 Mrd € unter. Auf der Erwerberseite traten im Ergebnis nahezu ausschließlich inländische Nichtbanken in Erscheinung, sie nahmen Fondsanteile für netto 18,5 Mrd € in den Bestand. Heimische Kreditinstitute und ausländische Investoren erwarben im Ergebnis nur marginal zusätzliche Fondsanteile (jeweils 0,1 Mrd €).