Dienstleistungen nach Art der Erbringung (MoS)

Verteilung der Arten der Erbringung 2024

Bedeutung von Dienstleistungen im grenzüberschreitenden Handel 

Dienstleistungen sind schwieriger grenzüberschreitend zu handeln als Waren oder Wertpapiere, da häufig Produzent und Konsument räumlich zusammenkommen müssen. Das erklärt, warum Dienstleistungen zwar fast 80 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) ausmachen, im grenzüberschreitenden Handel aber nur rund 25 % erreichen. Freihandelsabkommen wie das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) zielen darauf ab, solche Handelshemmnisse abzubauen.

Datenlage und Zeitbezug 

Für die indirekte Erbringung von Dienstleistungen über Tochterunternehmen liegen derzeit Daten bis 2023 vor. Für die direkten Erbringungsarten (grenzüberschreitende Erbringung, Konsum im Ausland, Präsenz natürlicher Personen) stehen bereits Daten für 2024 zur Verfügung.

Indirekte Erbringung über Tochterunternehmen (kommerzielle Präsenz) 

Dienstleistungen werden in großem Umfang indirekt durch Tochterunternehmen im Partnerland erbracht („kommerzielle Präsenz“). Im Jahr 2023 entfielen rund 59 % der gesamten Dienstleistungsumsätze auf der Einnahmenseite und 46 % auf der Ausgabenseite auf diese Erbringungsart. Nominal entspricht dies Einnahmen von 646 Mrd € und Ausgaben von 417 Mrd €. Damit wird ein Großteil der internationalen Dienstleistungserbringung über im Ausland ansässige Tochtergesellschaften abgewickelt. Daten für 2024 liegen aus methodischen Gründen noch nicht vor.

Direkte Erbringungsarten im Jahr 2024 

Bei den direkten Erbringungsarten wurden 2024 die meisten Dienstleistungen grenzüberschreitend erbracht, das heißt Produzent und Konsument sind in ihren jeweiligen Ländern geblieben. Diese Erbringungsart spiegelt sich in Einnahmen von 365 Mrd € und Ausgaben von 338 Mrd € wider. 

Der „Konsum im Ausland“ (z. B. Tourismus, Auslandsstudium) war mit Einnahmen von 73 Mrd € und Ausgaben von 133 Mrd € deutlich geringer. Die „Präsenz natürlicher Personen“ (zeitweilige Entsendung von Dienstleistungserbringern ins Ausland, z. B. Berater, Monteure) spielte mit Einnahmen von 36 Mrd € und Ausgaben von 43 Mrd € eine noch geringere Rolle.

Unterschiede nach Partnerländern 

Die Bedeutung der verschiedenen Erbringungsarten variiert stark zwischen den Partnerländern und hängt von der Struktur der gehandelten Dienstleistungen ab. Traditionelle Reiseländer weisen einen besonders hohen Anteil der Erbringungsart „Konsum im Ausland“ auf, da Touristen ins Ausland reisen, um dort Dienstleistungen wie Beherbergung, Gastronomie oder Freizeitangebote in Anspruch zu nehmen. In anderen Ländern wiederum spielt die kommerzielle Präsenz von Dienstleistungsunternehmen eine besonders große Rolle, etwa in Finanzzentren oder Standorten mit starker Ausprägung im Handel und bei unternehmensnahen Dienstleistungen (z. B. Bankenfilialen, Niederlassungen von Beratungsunternehmen).