Bundesbank-Zentrale zieht an neuen Standort

Der Vorstand der Deutschen Bundesbank hat eine Grundsatzentscheidung über den künftigen Standort der Notenbank getroffen: Die Bundesbank plant eine Immobilie in Frankfurt zu kaufen, die als Sitz der Zentrale dienen soll. Vorausgegangen ist eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die die Bundesbank mit externer Unterstützung durchgeführt hat. 

Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat klar ergeben, dass der Kauf einer Immobilie deutlich kostengünstiger ist als eine Unterbringung der Bundesbankzentrale am bisherigen Standort in der Wilhelm-Epstein-Straße, erklärte Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Für den Kauf einer Immobilie wird ein Vergabeverfahren gestartet. Wichtige Kriterien im Vergabeverfahren werden die zentrale Lage, Preis, Qualität und Zeitplan sein, so Nagel.

Eine Markterkundung hat gezeigt, dass geeignete Immobilien als Neubau oder kernsanierte Bestandsimmobilie für eine Standortverlegung in Frankfurt verfügbar sind. Die Erkenntnisse aus der Markterkundung wurden ergebnisoffen in der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung mit dem bisherigen Standort verglichen. 

Die gesamten Investitionskosten am Standort Wilhelm-Epstein-Straße hätten rund 1,6 Milliarden Euro betragen. Darin wären nicht nur die Sanierung des ehemaligen Hauptgebäudes, sondern alle nötigen Anpassungen der Liegenschaft für die Unterbringung der Zentrale enthalten gewesen. 

Die so ermittelten Werte waren Grundlage der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Diese hat den Barwert der Investitionskosten sowie der bis zum Jahr 2067 hochgerechneten Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung verglichen. Auch bei diesem Vergleich schnitt die Unterbringung am alten Standort mit 2,9 Milliarden Euro am schlechtesten ab. Dabei hatte die Bundesbank die Planungen für den Standort Wilhelm-Epstein-Straße gegenüber denen für das ursprüngliche Projekt Campus schon sehr verschlankt. 

Der Vorstand unter Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte das Projekt nach der Pandemie auf den Prüfstand gestellt und eine Wende zu einer wirtschaftlicheren Standortlösung eingeleitet. Kostengünstiger wird das aktuelle Vorhaben auch dadurch, dass die Bundesbank 2023 Regelungen zum Homeoffice ausgeweitet hat. Daher werden für die Beschäftigten der Zentrale nur noch gut 3.300 Büroarbeitsplätze benötigt. Ursprünglich waren rund 5.000 Plätze geplant. 

Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr ist ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit unserer Beschäftigten, sagte Nagel. In Citylage befindet sich bereits die Bundesbank-Hauptverwaltung in Hessen. Hier könnten sich Synergien mit der neuen Immobilie ergeben. Eine Umfrage vor der Auswahl des aktuellen Übergangsquartiers hatte ergeben, dass für die meisten Beschäftigten eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln das wichtigste Kriterium war.

Die Stadt Frankfurt hat signalisiert, dass sie Teile des Standorts Wilhelm-Epstein-Straße, ein Grundstück für den Gemeinbedarf, per Direktveräußerung kaufen möchte. Dies wäre aufgrund der besonderen Gegebenheiten der Liegenschaft rechtlich zulässig.