Die deutsche Zahlungsbilanz im November 2025
Leistungsbilanzüberschuss etwas gestiegen
Die deutsche Leistungsbilanz verzeichnete im November 2025 einen Überschuss von 15,1 Mrd €. Das Ergebnis lag um 0,3 Mrd € über dem Niveau des Vormonats. Zwar ging der Aktivsaldo im Warenhandel zurück. Etwas kräftiger war jedoch der Umschwung ins Plus im Bereich der „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen, die neben Dienstleistungen auch Primär- und Sekundäreinkommen umfassen.
Im Warenhandel verminderte sich der positive Saldo im Berichtsmonat um 3,5 Mrd € auf 12,7 Mrd €, da die Einkünfte stärker nachgaben als die Aufwendungen. Bei den „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen kehrte sich das Defizit von 1,4 Mrd € im Oktober in einen Überschuss von 2,4 Mrd €. Ausschlaggebend war der Rückgang des Passivsaldos bei den Dienstleistungen um 3,8 Mrd € auf 4,7 Mrd €. Die maßgebliche Rolle spielten dabei die – wie für diese Jahreszeit üblich – gesunkenen Reiseverkehrsausgaben. Zudem weiteten sich bei den Primäreinkommen die Nettoeinnahmen um 1,4 Mrd € auf 14,8 Mrd € aus. Dahinter standen vor allem höhere Gesamteinkünfte, insbesondere wegen gestiegener Erträge Gebietsansässiger aus Dividendenzahlungen und Investmentfondsanteilen für ihre Wertpapierengagements im Ausland. Demgegenüber vergrößerte sich das Defizit bei den Sekundäreinkommen um 1,4 Mrd € auf 7,7 Mrd €. Ursächlich waren vor allem höhere staatliche Ausgaben; dazu trugen gestiegene Zahlungen an den EU-Haushalt bei, die in Verbindung mit auf das Bruttonationaleinkommen bezogenen Finanzierungsleistungen stehen.
Netto-Kapitalexporte
Im November kam es zu deutschen Netto-Kapitalexporten in Höhe von 36,7 Mrd €, nachdem im Oktober noch Netto-Kapitalimporte (30,2 Mrd €) aufgetreten waren.
Bei den Direktinvestitionen ergaben sich im November Netto-Kapitalimporte von 1,1 Mrd € (nach 3,3 Mrd € im Oktober). Ausländische Unternehmen stellten ihren verbundenen Unternehmen in Deutschland zusätzliche Direktinvestitionsmittel (9,2 Mrd €) zur Verfügung. Sie stockten Beteiligungskapital (9,8 Mrd €) auf. Im konzerninternen Kreditverkehr überwogen dagegen die Tilgungen (0,6 Mrd €). Deutsche Unternehmen erhöhten ihre Direktinvestitionen im Ausland um 8,1 Mrd €. In erster Linie erhöhten sie ihr Beteiligungskapital (7,6 Mrd €), weiteten aber auch konzernintern vergebene Kredite geringfügig aus (0,4 Mrd €).
Im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr Deutschlands ergaben sich im November Netto-Kapitalimporte von 28,4 Mrd € (nach 34,3 Mrd € im Oktober). Ausländische Investoren nahmen per saldo inländische Wertpapiere für 32,2 Mrd € in ihre Portfolios auf. Dabei erwarben sie Anleihen (23,6 Mrd €) sowie Geldmarktpapiere (17,4 Mrd €). Im Ergebnis trennten sie sich jedoch von Investmentzertifikaten (5,7 Mrd €) und Aktien (3,0 Mrd €). Hiesige Anleger kauften ausländische Investmentzertifikate (3,6 Mrd €) sowie Anleihen (2,0 Mrd €). Hingegen verkauften sie per saldo Aktien (1,3 Mrd €) und Geldmarktpapiere (0,5 Mrd €).
Die Transaktionen mit Finanzderivaten führten im November per saldo zu Mittelabflüssen von 0,9 Mrd € (nach 6,6 Mrd € im Oktober).
Im übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr, der Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen), Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst, ergaben sich im November Netto-Kapitalexporte von 64,4 Mrd € (nach 0,8 Mrd € im Oktober). Die Transaktionen über die Konten der Bundesbank führten zu Netto-Kapitalzuflüssen (11,0 Mrd €), insbesondere weil die TARGET-Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB sanken und Einlagen ausländischer Geschäftspartner gestiegen sind. Hingegen ergaben sich Netto-Kapitalexporte bei den Monetären Finanzinstituten ohne Bundesbank (38,3 Mrd €) sowie Unternehmen und Privatpersonen (38,1 Mrd €). Der Staat verzeichnete geringfügige Netto-Kapitalimporte (1,0 Mrd €).
Die Währungsreserven der Bundesbank stiegen im November – zu Transaktionswerten gerechnet – leicht an (+ 0,8 Mrd €).