Container in einem Frachthafen ©Nattanan Srisut / Adobe Stock

Monatsbericht: Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn robust

Die deutsche Wirtschaftsleistung stieg zum Jahresbeginn deutlich, heißt es im neuen Monatsbericht. Damit zeigte sich die deutsche Wirtschaft vor dem Hintergrund vieler Belastungsfaktoren robuster als bislang erwartet.“

Warenexporte legten deutlich zu

Die Industrieumsätze und Warenexporte zeigten sich im ersten Quartal 2026 robust. Positive Impulse erhielt die Industrie von einer anziehenden Nachfrage aus dem In- und Ausland. Getrieben wurde der Anstieg der Exporte durch die Exporte in die Drittstaaten außerhalb des Euroraums, insbesondere in die USA.

Arbeitsmarkt weiter verschlechtert

Der Arbeitsmarkt konnte vom recht kräftigen Wirtschaftswachstum im Winterquartal nicht profitieren, heißt es weiter im Bericht. Neben der Erwerbstätigkeit ging auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Und die Arbeitslosigkeit überschritt im April saisonbereinigt das erste Mal seit 2011 die Drei-Millionen-Marke. Auffällig sei laut Bericht auch, dass sich nach Beginn des Irankrieges vor allem in einigen Dienstleistungssektoren die Beschäftigungsaussichten erheblich verdüsterten. Die Experten und Expertinnen wiesen zudem darauf hin, dass die Erwerbstätigkeit deutlich stärker sank als die Arbeitslosigkeit stieg. Dies deutet darauf hin, dass zunehmende Erwerbsbeteiligung und die Zuwanderung nicht mehr ausreichen, um den demografisch verursachten Rückgang des Arbeitsangebots auszugleichen.

Löhne stiegen zwar schwächer, aber immer noch vergleichsweise stark

Die Tarifverdienste stiegen im ersten Quartal dieses Jahres zwar schwächer als zuvor, aber mit 2,8 % immer noch recht stark an. Aus heutiger Sicht dürften sich die Lohnsteigerungen in den kommenden Monaten nicht beschleunigen, schreiben die Fachleute. Da der gesamtwirtschaftliche Ausblick sich eintrübte und die Wirtschaft sich voraussichtlich nicht so schnell wie erwartet erholt, sei es für Gewerkschaften schwieriger geworden, deutlich höhere Löhne durchzusetzen, ohne Arbeitsplätze zu gefährden.

Inflationsrate bleibt erhöht

Die Verbraucherpreise zogen im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal vor allem wegen höherer Energiepreise merklich an. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl verteuerten sich im März deutlich, vor allem wegen der infolge des Kriegs im Nahen Osten gestiegenen Rohölpreise. Der Preisauftrieb bei Dienstleistungen ließ zwar etwas nach, blieb im historischen Vergleich aber überdurchschnittlich. Im Vorjahresvergleich stieg die Inflationsrate nach dem deutlichen Anstieg im März im April noch etwas weiter auf 2,9 %. Sie dürfte auch in den kommenden Monaten erhöht bleiben. Wie sich die Inflationsrate weiter entwickelt, hänge allerdings maßgeblich vom weiteren Verlauf des Krieges ab und sei deshalb unsicher.

Irankrieg belastet die Wirtschaft 

Die deutsche Wirtschaft wird wegen der Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten im zweiten Quartal wohl stagnieren. Die gestiegene Inflation und damit einhergehende Kaufkraftverluste drücken den privaten Konsum und damit die konsumnahen Dienstleister, heißt es im Bericht. Auch belasten hohen Energiepreise und gestiegene Lieferengpässe die Industrie und den Bau auf der Angebotsseite. Die Fachleute weisen allerdings auch auf stabilisierend wirkende Effekte der Situation für manche Teile der Industrie hin: So könnten beim Anstieg der Neuaufträge auch Vorzieheffekte in Erwartung von Knappheiten eine Rolle gespielt haben. Jedoch dürften diese Effekte nur von kurzer Dauer sein. Die negativen Auswirkungen des Krieges dürfte die Industrie in den nächsten Monaten zunehmend belasten.